Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Preisträger

1. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA, Nürnberg

€ 43.000

Friedrich Bär
Mitarbeit: Anja Vogl
Haustechnik: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim
Josef Bauer

2. Preis: netzwerkarchitektenPartG, Darmstadt

€ 34.000

Thilo Höhne, Karim Scharabi, Philipp Schiffer, Jochen Schuh, Marcus Schwieger, Oliver Witan
Mitarbeit: Petra Lenschow, Jeremias Lorch, Marvin King
Tragwerksplanung: Bollinger und Grohmann, Frankfurt am Main
Gebäudetechnik: Platzer Ingenieure, Bad Nauheim
Landschaftsarchitekten: Club L94, Köln
Brandschutz: Ziller-ASS, Frankfurt am Main

3. Preis: Burger Rudacs Architekten, München

€ 26.000

Stefan Burger, Birgit Rudacs
Landschaftsarchitekten: Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten BDLA, München
Weitere:
team pawlowski, Ingenieurbüro im Bauwesen, München
Schreiber Ingenieure Gebäudetechnik GmbH, Ulm

4. Preis: Thomas Müller Ivan Reiman Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

€ 21.000

Ivan Reiman
Mitarbeit: Eik Frenzel, Ferdinand Oswald, Edna Lührs, Thomas Möckel, Jens Böttcher
Landschaftsarchitekt: Jürgen Weidinger
Brandschutz: Büro Stanek
Weitere:
Althäuser + König, H. Dünschmann
Transsolar Energietechnik GmbH, H. Auer

5. Preis: Gerber Architekten, Dortmund

€ 14.000

Prof. Eckhard Gerber
Mitarbeit: Sandra Kroll, Marius Puppendahl, Siegbert Hennecke, Van Hei Nyguen, Manuela Perz, Karsten Liebner, Benjamin Siebner, Lilian Panek, Vanda Govedarica
Modellbau: Henrik Hilsbos, Alexandra Kranert
Haustechnik: DS-Plan AG, Stuttgart, H. Moesle
Tragwerksplanung: OSD, Darmstadt, Prof. Kloft
Freiraumplanung: Kienle Planungsgesellschaft Freiraum und Städtebau mbH, Stuttgart, Prof. Hans Kienle

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, begrenzt offener, zweiphasiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 29.11.2005
Ort Darmstadt
Auslober Technische Universität Darmstadt
Betreuung [phase eins]. Projektmanagement für Architektur und Städtebau, Berlin
Preisrichter Prof. Rebecca Chestnutt (Vorsitz 2. Phase), Prof. Hilde Barz-Malfatti, Prof. Markus Gasser, Prof. Anett-Maud Joppien, Prof. Wolfgang Lorch, Prof. Matthias Sauerbruch (Vorsitz 1. Phase), Dr. Hans-Georg Nolte-Fischer, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Dieter Wenzel, Günter Schmitteckert

Neu(n)bau
Wettbewerb für Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt entschieden

40 Millionen Euro, 20.000 Quadratmeter Fläche, Platz für 2,2 Millionen Bücher und Zeitschriften, 380 Arbeitsplätze für die in den letzten Jahren um 50 Prozent gestiegene Benutzerzahl und die Vision 24/7, sprich die ganze Woche jeden Tag rund um die Uhr geöffnet – das Projekt einer neuen Universitäts- und Landesbibliothek in Darmstadt lässt sich trefflich in Zahlen festhalten.

Dazu gehören auch die 357 Architektenbüros aus ganz Europa, die an dem Realisierungswettbewerb teilgenommen haben und von denen 14 in die Endrunde kamen. Und natürlich der Siegerentwurf. Denn der ähnelt, von oben betrachtet, einer 9, die fast aus einer Jugendstil-Schriftart stammen könnte. Er stammt aus der Feder des Nürnberger Architektenbüros Bär, Stadelmann, Stöcker. Mit ihrem skulpturalen, mäandernden viergeschossigen Gebäude setzten sich gegen die Zweiplatzierten Netzwerk Architekten aus Darmstadt durch, die einen achtgeschossigen Kompaktbau bestehend aus Raumröhren unterschiedlicher Länge favorisieren. Platz drei belegten Burger Rudacs Architekten aus München, die einen einfachen, langen Quader vorschlagen.

Die Entscheidung des Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Rebecca Chestnutt fiel einstimmig aus. Besonders lobten die Preisrichter die beiden Freiräume: Der ruhige Lesehof mit seinem geometrisch angelegten Baumhain und der Campusplatz, der sich sehr variabel gestalten und nutzen lässt. Getrennt und zugleich verbunden werden sie durch den aufgeständerten Gebäudeflügel. Der dritte markante Raum ist das Licht durchflutete Atrium, der „Kopf“ der Neun und das kommunikative Zentrum der Bibliothek, zu dem man vom Foyerbereich an der Schnittstelle der beiden Freiräume schnell gelangt. Dort sind die Freihandbereiche nach innen, die Mitarbeiter- und Leseplätze hingegen zu den ruhigeren Außenseiten hin orientiert.

Allerdings konnte die innerräumliche Differenzierung die Preisrichter nicht im gleichen Maße überzeugen wie die äußere. Kritisch wurde auch die Fassadengestaltung beurteilt: Elementierte Klinkerfassaden im Wechsel mit unterschiedlich großen Fensterflächen widerspreche der sonst konsequenten Skulpturalität. Städtebaulich aber zeichnet sich der Entwurf in dem eher heterogenen Umfeld des „Standortes Stadtmitte“ der Technische Universität (TU) Darmstadt aus und stärkt den Campus-Charakter im Ensemble mit Wissenschafts- und Kongresszentrum, Audimax und TU-Verwaltungsbau. Die „Wissenszentrale“, wie TU-Präsident Prof. Johann-Dietrich Wörner, die neue Bibliothek nennt, soll bis 2009 entstehen und entlastet damit die Schlossbibliothek, die bereits jetzt aus allen Nähten platzt.

Wettbewerbshomepage: www.phase1.de/ulb