Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Instituts- und Bibliotheksgebäude für das Max-Planck-Institut für europäische Recht

Preisträger

1. Preis: Staab Architekten BDA, Berlin

€ 15.000

Volker Staab
Mitarbeit: Johannes Löbbert, Per Köngeter, Justus Ettemeyer

2. Preis: mtp Architekten GmbH, Frankfurt/Main

€ 10.000

Martin Rudolf
Mitarbeit: Dirk Siebel, Oliver Klein, Sebastian Bohnekamp, Elisa König, Matteo Lauriola
S+P Schlier und Partner, Darmstadt (Statik)
pitplan GmbH, Heidelberg (HKLS)
tif Ingenieure, Mannheim (ELT)
Ingenieurbüro für Brandschutz GmbH, Bad Kreuznach (Brandschutz)

3. Preis: Léon Wohlhage Wernik Architekten GmbH mit H.J. Lankes, Berlin

€ 7.000

Prof. Hilde Léon
Mitarbeit: Florian Dreher, Stefania Dziura, Klaus-Tilman Fritzsche, Claudio Husch

4. Preis: SSP Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH, München

€ 4.000

Hans Jürgen Schmidt-Schicketanz
Mitarbeit: Florian Dilg, Nicola Schick
Landschaftsarchitektur: Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs mit vorgeschaltetem VOF-Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 08.02.2006
Ort Frankfurt/Main
Auslober Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zur Förderung der Wissenschaften e.V., München
Betreuung Michael Dunkel, MPG, München
Preisrichter Prof. Manfred Hegger (Vorsitz), Prof. Peter Cheret, Dieter Grömling, Ferdinand Heide, Dieter von Lüpke, Irene Bauerfeind-Roßmann, Prof. Marie Theres Fögen, Prof. Rudolf Steinberg, Prof. Hardo Braun

Die drei Türme
Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte zieht auf den Campus Westend

Der Campus Westend in Frankfurt nimmt weiter Form an. Der Einladungswettbewerb für das neue Instituts- und Bibliotheksgebäude für das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (MPIER) ist entschieden – und damit liegt jetzt ein Gestaltungsvorschlag für einen zentralen Bau des Areals der Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften vor. Zentral deshalb, weil sich das MPIER stadträumlich durch eine exponierte Lage an der Hansaallee auszeichnet. Zentral aber auch, weil es in der Ensemblewirkung architektonisch das herstellen soll, was inhaltlich mit der Ansiedlung des Instituts an diesem Ort verbunden sein soll: eine Nähe zu den Geisteswissenschaften herzustellen.

Gelungen ist dies dem Berliner Büro Volker Staab Architekten. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Manfred Hegger wählte den Entwurf einstimmig auf Platz eins. Von den weiteren acht eingeladenen Büros kamen mtp Architekten aus Frankfurt auf den zweiten Platz, Preis drei und vier gingen an Léon Wohlhage Wernik Architekten (Berlin) und SSP Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner (München).

Die Daten des Siegerentwurfs: Das Erdgeschoss dient zugleich als Sockel, auf dem drei polygonale Kuben aufsetzen, in denen jeweils die einzelnen Funktionsbereiche (Institut, Bibliothek, Gästehaus) untergebracht sind. Die individuellen Formen der drei sechsgeschossigen „Türme“ tragen zum insgesamt skulpturalen Gestus bei. In der Mitte bildet ein Innenhof mit Bäumen und einem überdeckten Umgang das Zentrum des Komplexes, ist Kommunikations- und Ruheort. Sowohl bei den Büros als auch den Lesegalerien geben Fensterbänder die Möglichkeit zu abwechslungsreichen Ausblicken über den Campus.

Das 14,5 Millionen Euro-Projekt soll bis 2010 realisiert sein. Es bietet Platz für 120 Mitarbeiter sowie Wohnungen für Gastwissenschaftler. Und wenn 2010 dort die Rechtshistoriker des MPIER einziehen, die derzeit noch in einem angemieteten Gebäude in Hausen beheimatet und mit dem Campus nur mäßig vernetzt sind, dann findet auch eine der besten Forschungsbibliotheken in ihrem Bereich ein neues Zuhause – mit erwarteten rund 300.000 Bänden (bis 2025 sollen es 500.000 sein), von denen 60 Prozent aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stammen.