Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Parkhaus mit Busbahnhof in Bad Soden

Preisträger

1. Preis: Birk u. Heilmeyer Architekten, Stuttgart+Gramazio & Kohler Architektur+Städtebau, Zürich

€ 23.000

Stephan Birk, Fabio Gramazio
Mitarbeit: Sarah Schneider, Matthias Helmreich, Christian Schwarzwimmer, Irene Schweizer, Alita Schuckmann, Timo Sprengel
Fachberater: ambrosius blanke verkehr.infrastruktur, Bochum (Verkehrsplanung)
Knippers Helgib Beratende Ingenieure, Stuttgart/New York (Tragwerksplanung)

2. Preis: rossmann+partner Architekten, Karlsruhe

€ 12.500

Herbert Serr, Götz Biller
Mitarbeit: Barbara Bohnert
Fachberater: Klahn + Singer + Partner Freie Landschaftsarchitekten, Karlsruhe

3. Preis: Lengfeld & Wilisch Architekten, Darmstadt

€ 7.500

Kay Wilisch
Mitarbeit: Christiane Treiber, Frauke Wassum, Sabine Frey,Hady Sukendar, Ellen Weidner, Bahadir Özbek

Anerkennung: Prof. Rüdiger Kramm, Darmstadt (Kramm + Strigl Architekten und Stadtplaner)

€ 5.000

Mitarbeit: Marcel Paffrath, Bruno Deister

Anerkennung: Schlude Ströhle Richter Architekten, Stuttgart

€ 5.000

Hans Schlude, Karl Ströhle, Jörg Richter
Mitarbeit: Christian Zink, Vinai Silo
Fachberater: Toegelplan, Hans-Jürgen Tögel, Ludwigsburg (Verkehrsplaner)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 31.08.2011
Ort Bad Soden
Auslober Magistrat der Stadt Bad Soden am Taunus
Betreuung a:dk architekten datz kullmann, Mainz
Preisrichter Prof. Hans-Peter Achatzi (Vorsitz), Prof. Marc Grief, Prof. Kerstin Schulz, Karl Bauer, Norbert Altenkamp, Helmut Kern, Michael Henninger

Parkhaus mit Gestaltungsspielräumen 
Neubau eines Parkhauses mit integriertem Busbahnhof 

Bad Soden im Taunus liegt am nördlichen Rand des Großraums Rhein-Main und ist End- bzw. Anfangspunkt der über Frankfurt am Main nach Darmstadt führenden S-Bahnlinie 3. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, dessen Empfangsgebäude den Status eines Kulturdenkmals besitzt, befinden sich auch ein Parkhaus sowie der Busbahnhof. Diese beiden aus den 1970er Jahren stammenden Bauten sollen nun im Zuge der städtebaulichen Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes abgerissen und ersetzt werden.

Hierfür hatte der Magistrat der Stadt Bad Soden nach Beratungsgesprächen mit dem Referat für Wettbewerbe der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen einen nichtoffenenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgelobt, der vom Mainzer Büro a.dk, architekten datz kullmann betreut wurde.

Neben Vorschlägen für ein funktionales und gestalterisch exzellentes Parkhaus, in welches der Busbahnhof ganz oder teilweise integriert werden sollte, wurden von den Teilnehmern Ideen für die optimale Erschließung und Orientierung sowie Anbindung an die jeweilige Umgebung gefordert. Dem Preisgericht, dessen Vorsitz Prof. Hans-Peter Achatzki (Köln/Berlin) innehatte und dem 18 Arbeiten zur Bewertung vorlagen, entschied sich jeweils einstimmig für die Vergabe eines ersten, zweiten und dritten Preises.

Platz eins ging an Birk und Heilmeyer Architekten BDA aus Stuttgart mit Gramazio & Kohler Architektur und Städtebau aus Zürich, die einen langgestreckten, markanten Baukörper auf hohen Stützen vorschlagen, in dessen Erdgeschoss der Busbahnhof integriert ist. Positiv bewerteten die Preisrichter die Erreichbarkeit und Wegeführung, den deutlichen Abstand des Parkhauses zu den Grundstücksgrenzen, da dies „zusätzliche Gestaltungsspielräume“ eröffne sowie die Längsfuge im Gebäude, die eine natürliche Belichtung der „luftig gestalteten“ Busbahnhof-Ebene ermögliche. Die vorgesehene Gestaltung der Fassaden aus perforierten, industriell gefertigten Ziegelelementen ergäbe ein „unverwechselbares, faszinierenden Bild, das mit dem expressiv anmutenden Tragwerk der Erdgeschoss-Zone kontrastiert“. Die Preisrichter forderten die Verfasser jedoch auf, das Fassadensystem hinsichtlich seiner Konstruktion und Anfälligkeit für Verschmutzung zu überprüfen.

Der Entwurf der zweitplatzierten Rossmann + Partner Architekten aus Karlsruhe zeige nach Ansicht der Preisrichter einen hohen Respekt vor dem bestehenden Bahnhofsgebäude und gliedere sich sensibel in den Bestand ein. Der „schwebende Baukörper“ suggeriere „Offenheit und Leichtigkeit“ biete durch die ungestörte Nutzung des Vorplatzes eine hohe Aufenthaltsqualität und passe sich durch seine ruhige und differenzierte Gestaltung sowie die unterschiedliche Geschossigkeit gut in die Umgebung ein. Die konisch geschnittenen Holzlamellen der Fassade versprächen ein spannendes, dynamisches Erscheinungsbild des Parkhauses, so die Preisrichter. Sie hinterfragten jedoch die Funktionalität des Parkhauses sowie die Organisation des Busbahnhofes.

Lengfeld & Wilisch Architekten BDA erhielten für ihren, die Grundstücksbreite vollständig ausnutzenden Entwurf den dritten Preis. Die Darmstädter Architekten rücken das Parkhaus nahe an das Bahnhofsgebäude heran. Die großzügige Höhe des Erdgeschosses werteten die Preisrichter positiv, weniger gefiel jedoch die dominante Wirkung des Erschließungsturms und die Gestaltung der Erdgeschossfassade.

Der Stadt Bad Soden empfahl das Preisgericht, den ersten Preis zur Realisierung unter Berücksichtigung der geforderten Nachbesserungen. Ab Ende 2012 soll der Neubau in den oberen Ebenen dann etwa 360 Parkplätze bieten, während unten die Busse fahren.