Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau des Bürogebäudes der KfW an der Senckenberganlage, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: KSP Engel und Zimmermann GmbH, Frankfurt

€ 51.000

Jürgen Engel
Mitarbeit: Gregor, Gutscher, Özgür Iller, Antonino Vultaggio, Thomas von Girsewald, Anna Stoyanova, Ramona Becker, Silvia Grüning
Fachplaner Tragwerk: Ruffert & Partner Ing. GmbH, Limburg
Heinz-Georg Ruffert
Mitarbeit: Meinhard Rompel, Kay-Uwe Thorn
Fachplaner Technische Ausrüstung: HTW Hetzel, Tor-Westen + Partner, Düsseldorf, Ralf Tosetto
Mitarbeit: Sabine Hanel, Olaf Hasse
Weitere Fachberater: Hegelmann, Dutt + Kist GmbH
IFFT Institut für Fassadentechnik

2. Preis: Auer + Weber + Architekten, Stuttgart

€ 32.000

Mitarbeit: Achim Söding, Henrike Schlinke, Karsten Schuch, Rainer Oertelt, Daniel Hänelt, Jan Huettel, Marianne Strauss
Fachplaner Tragwerk: Pfefferkorn Ingenieure, Stuttgart
Fachplaner Technische Ausrüstung: Zibell, Willner + Partner, München
Weitere Fachberater: Jörg Stötzer, Waldkirch

3. Preis: Hascher + Jehle Planungsgesellschaft mbH, Berlin

€ 19.000

Prof. Rainer Hascher, Prof. Sebastian Jehle
Mitarbeit: Fleur Keller, Michael Meier, Moritz Müller-Werther, Florian Sell
Fachplaner Tragwerk: RPB Rücker GmbH Planer + Berater, Berlin
Fachplaner Technische Ausrüstung: SCHOLZE Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Weitere Fachberater: hutterreimann Landschaftsarchitektur, Berlin

Ankauf: ASP Schweger Assoziierte Gesamtplanung GmbH, Hamburg

€ 12.500

Prof. Peter P. Schweger
Mitarbeit: Jens-Peter Frahm, Mark Schüler, Jens Förster, Markus Schlosser
Fachplaner Tragwerk: Windels Timm Morgen Beratende Ingenieure, Hamburg, Dr. Karl Morgen
Fachplanung Technische Ausrüstung: Kuehn Bauer Partner, München, Werner Bauer
Weitere Fachberater: Prof. Gustav Lange, Anker-Lankau

Ankauf: Petzinka Pink Architekten, Petzinka Pink GmbH & Co. KG, Düsseldorf

€ 12.500

Thomas Pink
Mitarbeit: Asta Naujokaite-Hermanspahn, Anke Piepenstock, Michael Walter, Lars Hennenberg
Fachplaner Tragwerk: Weischede Herrmann und Partner GmbH, Stuttgart, Andreas Herrmann
Fachplaner Technische Ausrüstung:
DS-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Stuttgart, Hr. Dr. Bauer, Hr. Kloth

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, begrenzt offener Realisierungswettbewerb in Form eines interdisziplinären Architekten- und Ingenieurwettbewerbs mit Teilnehmerauswahl nach EWR-offenem Bewerbungsverfahren nach VOF
Preisgerichtssitzung 07.06.2006
Ort Frankfurt/Main
Auslober KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt/Main
Betreuung [phase eins].Projektmanagement für Architektur und Städtebau, Berlin
Preisrichter Prof. Ulrike Lauber (Vorsitz), Prof. Matthias Sauerbruch, Alexander Theiss, Dieter von Lüpke, Detlef Leinberger, Hans W. Reich, Klaus J. Helms

Mit Villen verkettet
Neues Bürogebäude für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt

Die Neuordnung und der Ausbau des Frankfurter Hauptstandorts der staatseigenen KfW-Bankengruppe (KfW) nimmt weiter Form an. 2004 hatte die KfW die Grundstücke der Johann-Wolfgang-Goethe Universität am Standort Bockenheimer Warte gekauft. Im gleichen Jahr fand ein Wettbewerb zur Gestaltung der Westarkade statt, deren Umsetzung gerade im Gange ist. Und jetzt ist auch der Wettbewerb für die Südarkade entschieden.

Es geht um ein neues Bürogebäude mit einer oberirdischen Bruttogeschossfläche von 10.000 Quadratmetern in der Senckenberganlage. Entstehen soll es dort, wo sich derzeit noch das Institut für Physische Geographie, das Geologisch-Paläontologische Institut und das Institut für Mineralogie befinden. Gewonnen hat den Realisierungswettbewerb das Büro KSP Engel und Zimmermann. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Ulrike Lauber entschied sich einstimmig für den Entwurf des Frankfurter Büros, der im Kern die heterogene Struktur des vorhandenen Gebäudeensembles der KfW quasi spiegelt, indem er einzelne Häuser zu einer Skulptur verkettet. Platz zwei ging an Auer + Weber Architekten aus Stuttgart, die einen geschlossenen, leicht geschwungen Baukörper vorgeschlagen, Platz drei an Hascher + Jehle aus Berlin, die mit drei unabhängigen Volumen konsequent auf den Villenbestand des Frankfurter Westends eingehen.

Auch der Siegerentwurf orientiert sich durch die Abfolge kürzerer Baukörperabschnitte an den Villen. Hier fiel neben der Eingangssituation positiv ins Gewicht, dass dadurch zugleich schöne Durchblicke zum Gartenhof möglich sind. Die Preisrichter lobten auch die Proportionierung durch die gestalterische Zusammenfassung von jeweils zwei Geschossen und die vorgeschlagenen Glasfugen zwischen den Volumen. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Modell stand die Fassadengestaltung. Geplant sind große, bewegliche Vertikallamellen, auf der einen Seite aus Naturstein, auf der anderen aus Aluminium. Dieser Sonnenschutz soll nicht nur ein hohes Maß an indirektem Tageslicht ermöglichen und den Kunstlichtanteil in den Büros reduzieren, sondern auch das Aussehen des Gebäudes je nach Sonnenstand verändern. Die Preisrichter waren allerdings sowohl hinsichtlich der Funktionalität, des Materials als auch der Kosten mehr als kritisch.

Überarbeitenswert erschienen auch die Lage der Höhenversprünge, der Anschluss an die Südarkade und der Übergang zu den südlich gelegenen Villen. Durchweg Zustimmung fand hingegen die innere Organisation der Arbeitsplätze, die alle entlang der Fassade liegen: sehr flexibel in unterschiedliche Raumkulturen aufteilbar, mit einer hohen Qualität. Welcher Preisträger den Planungsauftrag erhält, entscheidet sich voraussichtlich im Herbst 2006. Unabhängig davon ist für die KfW wichtig, dass die Zusammenführung der auf diverse Standorte verteilten Mitarbeiter vorangeht. Und für Frankfurt, dass sich eine Bank nicht nur architektonisch mit den Westend-Villen verkettet, sondern klar zum Standort bekennt.