Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Kellereiplatz und Umgebung - Hofheim am Taunus

Preisträger

1. Preis: Trojan + Trojan, Darmstadt

€ 6.000

Prof. Klaus Trojan, Verena Trojan
Mitarbeit: Volker Ihm, Christian Rücker, Kai Dreker mit: Claus Heide, Sulzbach
Fachberater: Büro Belzner Holmes, Heidelberg (Lichtkonzept)

2. Preis: Kulla Architekten, Hattersheim

€ 4.000

Joachim Kulla
Mitarbeit: Vera Kulla, Dorothee Schreiber mit Projektgruppe Grün- und Stadtplanung, Liederbach a.Ts.
Fachberater:
Vera Kulla mit SL Licht (Lichtplanung)

Ankauf: Planungsgruppe Darmstadt

€ 1.350

Begher, Begher, Lenz, Raabe
Karin Begher, Ulf Begher, Reiner Lenz
Mitarbeit: Christel Kraus, Bernd Conradi
mit: Anke Bosch, Darmstadt
Modell: GBM, Darmstadt

Ankauf: Planungsgruppe Hytrek, Thomas, Weyell und Weyell, Wiesbaden

€ 1.350

Herbert Weyell
Mitarbeit: Kai Müller, Siegfried Zimmy, Sandra Korzeczek, Julia Hofmann
mit: Die Landschaftsarchitekten. Bittkau-Bartfelder+ Ingenieure, Wiesbaden, Petra Bittkau

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Einstufiger, kooperativer Einladungswettbewerb. Das Verfahren ist nicht anonym.
Preisgerichtssitzung 08.06.2006
Ort Hofheim am Taunus
Auslober Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus
Betreuung planbar – Büro für Stadtplanung und Beratung, Kassel
Preisrichter Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Prof. Eberhard Voigt, Gisela Stang, Wolfgang Vater

Auf Augenhöhe
Neugestaltung des Kellerei- und Chinonplatzes in Hofheim am Taunus

Das neue Chinonplatz-Center in Hofheim am Taunus entsteht in sensibler Lage: in Nachbarschaft zum Hofheimer Kleinod Wasserschloss aus dem 14. Jahrhundert und dem Kellereigebäude sowie im Kontrast zu den Fachwerkhäusern der Altstadt und den Überresten der Stadtmauer. Umso wichtiger für die Balance von Alt und Neu in der Stadtentwicklung ist die Neugestaltung des angrenzenden Kellerei- und Chinonplatzes. Ziel ist es, die historischen Gebäude besser zu präsentieren, Weg- und Sichtbeziehungen zu optimieren bzw. für Fußgänger den Übergang vom Einkaufszentrum zur Altstadt umzusetzen und die Möglichkeit zu erhalten, das Gelände auch weiterhin als Festplatz zu nutzen.

Der einstufige, kooperative Einladungswettbewerb mit sechs Büros dazu ist entschieden. Ausgelobt vom Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus, betreut von planbar - Büro für Stadtplanung und Beratung, kürte das Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse das Darmstädter Büro Trojan + Trojan einstimmig zum Sieger. Ideen aus dem Entwurf der zweitplatzierten Hattersheimer Kulla Architekten sollen bei der Realisierung aber durchaus aufgegriffen werden.

Einer der entscheidenden Unterschiede bei beiden Entwürfen ist der Umgang mit den neuen Wohn- und Bürobauten an der Elisabethenstraße: Hier fand der lang gestreckte Baukörper des Hattersheimer Büros, der zudem die abschnittsweise Realisierung erschwert, weniger Anklang als die gegliederten Bautypen des Siegerentwurfs; die einzelnen Gebäude mit introvertierten Innenhöfen und geringen Bautiefen wirken zusammengenommen markant, behalten jedoch ihre Differenziertheit und bieten so eine Alternative auf Augenhöhe zum neuen, massigeren Einkaufszentrum.

Weitere Pluspunkte für Trojan + Trojan: Das Wasserschloss wird in der ursprünglichen Höhenlage freigestellt, die Reste der Brücke über den Schlossgraben werden dadurch wieder eingebunden. Die im Erdgeschoss transparente Stadtbibliothek am Kellereiplatz gewährt Sichtbezüge zum Wasserschloss. Das streng orthogonale Konzept für beide Plätze schafft zudem eine entsprechende Eingangssituation für das Chinon-Center. Und auch der Burggraben fiel positiv ins Gewicht – auch wenn die Begrünung den Preisrichtern bedenkenswert schien. Statt eines Gartens erwärmten die sich für den Vorschlag von Architekt Kulla: mit Wasserbassins und einem kleinen Bächlein. Dadurch könnte die lokale Akzeptanz gestärkt werden, so die Hoffnung des Preisgerichts. Also genau das, was ja die Gestaltung des gesamten Umfeldes um das neue Zentrum leisten soll.