Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der „Burgwiesenschule“ sowie der Mehrzweckhalle „Haus Bommersheim“ in Oberursel

Preisträger

1. Preis: Dasch, Zürn, von Scholley, Stuttgart

€ 21.200

Helmut Dasch
Mitarbeit: Kadir Tokat, Bianca Schutt, Thomas Dieng, Jonas Mayer
Fachberater: Dirk Schelhorn, Landschaftsarchitekt, Frankfurt

1. Preis: 4000architekten, Köln

€ 21.200

Prof. Georg Giebeler
Mitarbeit: Daniela Wallraff, Birgit Hoffmann

3. Preis: P. Karle / R. Buxbaum, Darmstadt

€ 11.600

Peter Karle, Ramona Buxbaum
Mitarbeit: Philipp Riemschneider, Daniel Dickel, Andreas Dech

4. Preis: müller architekten, Heilbronn

€ 7.700

Matthias Müller
Fachberater: Jedamzik & Partner, Stuttgart
Gunter Jedamzik, Landschaftsarchitekt

Ankauf: Dietz Joppien Architekten AG, Frankfurt

€ 5.100

Albert Dietz, Prof. Anett-Maud Joppien
Mitarbeit: Sebastian Graf, Miodrag Stojsic

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zur Auswahl von 25 Teilnehmern
Preisgerichtssitzung 10.07.2006
Ort Oberursel
Auslober Kreisausschuss des Hochtaunuskreises
Betreuung BSMF – Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Ernst U. Scheffler (Vorsitz), Jens Backhaus, Prof. Helge Bofinger, Alois Funk, Prof. Bernd Gronert, Marcus A. Hille, Monika Weber-Pahl, Dr. Frank Ausbüttel, Ingrid Breiding, Hans-Georg Brum, Uwe Kraft, Ulrich Krebs, Dieter Rosentreter

Hof vs. Burg
Zwei erste Preise, aber kein Gewinner bei Wettbewerb um Burgwiesenschule

Wirklich gut hat es das Schicksal mit der Oberurseler Burgwiesenschule bis dato nicht gemeint: Der dreizügige Bau, Anfang der 70er Jahre in Schnellbauweise hochgezogen, wäre sicherlich in nicht mehr allzu ferner Zukunft ein maroder Abbruch-Kandidat geworden – ehe dann auch noch im Oktober 2005 ein Feuer einen Flügel vernichtete. Dass auch die Mehrzweckhalle „Haus Bommersheim“ heutigen Schulsport- und Vereinsansprüchen nicht mehr genügte, machte es für die Stadt Oberursel leicht, einen Neuanfang für die derzeit rund 200 Grundschüler zu planen.

Wie der aussehen könnte, zeichnet sich aber auch nach dem dafür ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb noch nicht endgültig ab. Denn vergeben wurden zwei erste Plätze – an stark unterschiedliche Entwürfe. So sieht etwa das Modell der Stuttgarter Architekten Dasch, Zürn und von Scholley einen zweigeschossigen, L-förmigen Bau mit weitem Innenhof vor, der sich entlang der alten Dorfstruktur orientiert. Das Kölner Büro 4000architekten hingegen setzt auf eine „Schulburg“, ein kompaktes Ensemble, das sich jedoch zugleich nach vier Seiten hin öffnet. Mit 9 zu 4 Stimmen fiel die Entscheidung nach intensiver Diskussion. Noch knapper war mit 7 zu 6 die Entscheidung für Platz drei, den die Darmstädter Architekten Karle/Buxbaum belegten.

Positiv für das Stuttgarter Modell schlug zu Buche: Ein mit Galerie und offener Treppe gut gegliedertes Foyer und ein vielfach nutzbarer Schulhof, den das Schulgebäude und die neue Mehrzweckhalle (für die der Standort vorgegeben war) umschließen bzw. der sich zur Landschaft hin öffnet. Die Vorteile für Köln lagen bei dem auf mehreren Ebenen gestalteten Innenbereich der Schule, bei dem Obergeschoss, das sich „windmühlenartig“ auflöst und reizvolle Ausblicke in die Umgebung ermöglicht, sowie die Tatsache, dass sich das Foyer von „Haus Bommersheim“ großzügig zum vorgelagerten Platz hin öffnet. Die Kritikpunkte der Preisrichter, die sie an die Verfasser zurückgaben, bezogen sich vor allem auf die Grundrisse, wo sich funktionale und raumgeometrische Schwächen abzeichneten, die Fassadengestaltung und die Gestaltung der Außenbereiche.

Ob sich nun die „Burg-“ oder die „Hof“-Variante durchsetzt – zu hoffen bleibt, dass das, was die Preisrichter einem der beiden Entwürfe lobend ins Stammbuch geschrieben haben, am Ende in jedem Fall gilt: dass Schüler und Lehrer bei einem solchen Gebäude „gerne und selbstbewusst zur Schule gehen“. Dann hätte das Schicksal doch noch ein Einsehen mit der Burgwiesenschule gehabt.