Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Bebauung Oskar–von–Miller–Straße. 51, Frankfurt/Main

Preisträger

2. Preis: Karl Richter Architekten, Frankfurt

€ 21.000

Karl Richter
mit FAY Development GmbH, Frankfurt/Main
Mitarbeit: Sarah Ann Strehl, Florian Groß

2. Preis: Dietz Joppien Architekten AG, Frankfurt

€ 21.000

Albert Dietz, Prof. Anett-Maud Joppien mit Nassauische Heimstätte, Frankfurt/Main
Mitarbeit: Christian Haber, Michael Fassold, Alex Stewart
Sachverständige:
Van Kann, Frankfurt

3. Preis: Stefan Forster Architekten, Frankfurt

€ 12.000

Stefan Forster
mit: Frankfurter Haus & Liegenschafts GmbH, Frankfurt/Main
Mitarbeit: Julia Goldschmidt, Thomas Haimann, Florian Kraft, Eleonor Lucke, Maria Christina Naranjo, Ferdinand Oswalt, Sonja Mathiak, Jelena Duchrow, Ildikó Návay
Sachverständige:
Claudius Grothe Landschaftsarchitekt, Frankfurt

3. Preis: Turkali Architekten, Frankfurt

€ 12.000

Zvonko Turkali mit: Frank Heimbau, Hofheim
Mitarbeit: Patrick Haas, Daniel Kleineher, Dominik Loh, Sven Pohl-Niedlich, Nina Ross, Friedericke Willemer
Sachverständige:
Ipach und Dreisbusch Landschaftsarchiteken, Neu-Isenburg
Prof. Dr. Dirk Bohne, Siegen

1. Rang nach Überarbeitung: Dietz Joppien Architekten AG, Frankfurt

Albert Dietz, Prof. Anett-Maud Joppien mit Nassauische Heimstätte, Frankfurt/Main

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Investorenwettbewerb mit vorgeschaltetem offenen Bewerbungsverfahren zur Auswahl der teilnehmenden Arbeitsgemeinschaften, jeweils bestehend aus Investor/Bauherr und Architekt.
Preisgerichtssitzung 30.08.2006
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt am Main
Betreuung Deutsche Bau- und Grundstücks AG, Frankfurt am Main
Preisrichter Susanne Bodien, Marie-Theres Deutsch, Prof. Helmut Feußner (Vorsitz), Edwin Schwarz, Heidi Tschierschke

Quartier komplett, Entscheidung offen
Investorenwettbewerb für Oskar-von-Miller-Straße 51 in Frankfurt geht in die zweite Runde

Die Sanierung und Neustrukturierung des südlichen Ostends in Frankfurt ist weit fortgeschritten: Wohnen am Fluss, das Bildungszentrum Ostend, die Bankakademie und nicht zuletzt die voraussichtlich 2009 bezugsfähige Europäische Zentralbank (EZB) prägen das neue Quartier von der Hanauer Landstraße über die Sonnemannstraße bis zum Main. Jetzt kommt noch ein weiteres Projekt hinzu: Mit der Bebauung des Grundstücks Oskar-von-Miller-Straße 51, Blockrand verlängerte Rückertstraße ist das Quartier im Grunde abgeschlossen.

Sechs Arbeitsgemeinschaften hatten sich an dem dafür ausgeschriebenen Gestaltungs- bzw. Investorenwettbewerb beteiligt. Gesucht war das Konzept für eine Bebauung des 3.820 m2 großen Gebietes, das gegenüber der EZB bestehen kann und zugleich mit dem Charakter des Wohn- und Mischgebiets kompatibel ist. Aufgabenstellung für die östliche, etwa 100 m lange Baulinie war eine deutlich gegliederte Fassade, die auch die Klinkerelemente, wie sie im Umfeld der ehemaligen Großmarkthalle zu finden sind, aufgreifen sollte.

Einen ersten Preis vergab das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Helmut Feußner nicht. Man einigte sich auf zwei zweite Preise. Die Entwürfe des Frankfurter Architekten Karl Richter in Zusammenarbeit mit der FAY Development GmbH sowie Dietz Joppien Architekten zusammen mit der Nassauischen Heimstätte, ebenfalls Frankfurt, gehen in die Überarbeitung. Die beiden dritten Plätze teilten sich Stefan Forster und die Frankfurter Haus & Liegenschafts GmbH sowie das Büro Turkali mit Frank Heimbau.

Der Entwurf von Karl Richter sieht fünf Einzelbaukörper vor, die auf einem dreigeschossigen Sockel sitzen. Die wellenförmige (Ziegel)Fassade verleiht ihnen einen eigenständigen Charakter und lässt trotzdem den Eindruck einer geschlossenen Raumkante entstehen. Die Gebäuderückseiten sind durch Rücksprünge und Abstaffelungen stark gegliedert, die Außenbereiche sehr fantasievoll gestaltet. Nachbesserung mahnten die Preisrichter bei Details der Fassade, beim Anschluss zum benachbarten Konservatorium, bei Hauseingängen bzw. den Zugängen zu den Müllräumen sowie hinsichtlich möglicher Zugluftprobleme bei den Gebäudeeinschnitten an.

Der Konkurrenzentwurf von Dietz Joppien beschränkt sich auf drei, bewusst massive Baukörper auf eine eingeschossige Sockelzone, die auf die ruhige Rasterstruktur der Großmarkthallenfassade Bezug nehmen. Durch die konische Verbreiterung des Bauwerks entstehen Sichtbezüge zum Main. Wenig anfreunden konnten sich die Preisrichter mit einer Wasserfläche im Innenhof, dem großen Anteil verglaster Balkone, mit der Ausführung der Tiefgarage und mit dem erhöhten Lärmpegel, der durch die Gebäudeeinschnitte oberhalb des Erdgeschosses entstehen dürfte.

Die zeitnah überarbeiteten Planunterlagen, so das Angebot des Preisgerichts, können dann in einer weiteren Preisgerichtssitzung als offene neue Arbeiten vorgestellt und beurteilt werden.

Hinweis: Nach Abschluss des GRW-Wettbewerbs haben die Arbeitsgemeinschaften Karl Richter Architekten/Fay Development GmbH und Dietz Joppien Architekten/Nassauische Heimstätte GmbH ihre Entwürfe überarbeitet. Dabei wurde am 12. Dezember 2006 mehrheitlich entschieden, den überarbeiteten Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Dietz Joppien Architekten zusammen mit der Nassauischen Heimstätte GmbH für den 1. Rang auszuwählen. Der Wettbewerbsbeitrag von Karl Richter Architekten mit FAY Development GmbH hat den 2. Rang erhalten.