Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau eines Büro- und Wohngebäudes in Mühlheim/Main

Preisträger

1. Preis: Gerald Marx

€ 3.000

Mitarbeit: Lutz Plaßmeier, Katrin Schwarze, Daniel Marx

2. Preis: Prof. Zvonko Turkali, Frankfurt/Main

€ 2.000

Turkali Architekten
Mitarbeit: Nicolai Beckmann, Friederike Willemer, Arne Brötje

2. Preis: Alexander Reichel, Kassel

€ 2.000

Reichel Architekten
Mitarbeit: Alexander Karluzza, Gerald Schnell, Jochen Vollmer
Fachplaner: Prof.Wolfgang Schück, LOMA architecture . landscape . urbanism, Kassel

Ankauf: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH, Berlin

€ 900

Dr. Hans-Jürgen Gaudig, Dietmar Reinhold
Mitarbeit: Alexander Scheuhardt, Klaus von Lengenke
Fachplaner: Buettner & Loeffler Landschaftsplanung, Eric Buettner

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb im Vereinfachten Verfahren in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 10.11.2006
Ort Mühlheim/Main
Auslober WohnBau Mühlheim am Main GmbH
Betreuung WohnBau Mühlheim in Zusammenarbeit mit Prof. Eckhardt & Hahn Dipl.-Ing. Architekten, Darmstadt
Preisrichter Prof. Burkhard Pahl (Vorsitz) Reinhard Langendorf, Prof. Berthold H. Penkhues, Ralf Petzold, Günter Nüsperling

Doppelschwingung
Ein Büro- und Wohngebäude für die Wohnbau Mühlheim am Main

GmbHVerwaltungsgebäude sind Stein gewordene Visitenkarten. Hier gewinnt man einen ersten Eindruck von einem Unternehmen. Zumal, wenn es sich um eine Wohnungsbaugesellschaft handelt. Und wenn sich diese bei ihren eigenen Vorhaben innovative und zukunftsweisende Konzepte auf die Fahnen geschrieben hat, so sollte das bei ihrem eigenen Sitz natürlich auch deutlich werden.

Bei der WohnBau Mühlheim am Main GmbH ist das der Fall. Die Gesellschaft, die immerhin Wohnungen für 3.000 Menschen im rund 26.000 Einwohner zählenden Mühlheim verwaltet, benötigt ein neues Gebäude mit modernen Büro- und Verwaltungsräumen, das darüber hinaus auch barrierefreie Wohnungen für Senioren bieten soll, die von der Arbeiterwohlfahrt übernommen werden.

Eine zukunftsfähige Lösung liegt jetzt auf dem Tisch. Sie stammt aus der Feder des Mühlheimer Architekten Gerald Marx, der aus dem von der WohnBau in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Büro Prof. Eckhardt & Hahn Dipl.-Ing. Architekten betreuten Einladungswettbewerb unter zehn Architekturbüros als Sieger hervorging. Er sieht für die zentrale Lage Ecke Friedensstraße/Ringstraße einen elegant geschwungenen, sehr modern und signifikant wirkenden Baukörper vor, der sich im unteren Teil um die Kreuzung herumbiegt, und im oberen, leichter gebogenen und an der Kreuzung überragenden Teil einen harmonischen Bezug zum gegenüberliegenden Bürgerpark bzw. zur umgebenden Bebauung bildet. Die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Burkhard Pahl votierten einstimmig für diese Doppelschwingung.

Die beiden zweiten Plätze teilten sich Prof. Zvonko Turkali aus Frankfurt und Alexander Reichel aus Kassel. Sie markieren im Grunde antipodisch den Rahmen für einen durchgängigen Baukörper an dieser Stelle: Turkali mit einer klaren städtebaulichen Fassung eines kompakt und funktional wirkenden Gebäudes, Reichel hingegen mit einem schmalen, lang gestreckten Baukörper, der die Abrundung im Kreuzungsbereich betont.

Die weiteren Pluspunkte des Siegerentwurfs: Die Fassade entlang der Ringstraße ist durch differenzierte Vor- und Rücksprünge gekennzeichnet, die Nebennutzflächen sind reduziert und sparsam im Untergeschoss platziert, kostengünstig kann der Bau auf eine Tiefgarage verzichten, und die Büroräume sind übersichtlich und ebenso funktional konzipiert wie die Wohnungen. Bei letzteren kommt die Qualität der großen Terrassenbereiche nach Westen hin hinzu sowie die Tatsache, dass die Bewohner alle in den Genuss sowohl der Morgen- als auch der Abendsonne kommen. Einzig der gestaltarme zweigeschossige Garagenbaukörper für die überdachten Stellplätze wirkt im Gesamtbild vergleichsweise fremd und abweisend. Die Preisrichter wünschten zudem einen angemessene Farb- und Materialgestaltung.