Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf/Taunus

Preisträger

1. Preis: Broghammer Jana Wohlleber Freie Architekten, Zimmern o.R.

€ 68.000

Dieter Broghammer, Hanns Jana, Werner Wohlleber
Landschaftsarchitektur: Hans-Jörg Wöhrle, w+p Landschaften, Berlin
Mitarbeit: Daniel Goldner, Thomas Mügge

2. Preis: Berger + Röcker Architekten, Stuttgart

€ 45.000

Daniel Berger, Peter Röcker
Landschaftsarchitektur: Hans Specht, Tübingen

3. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten, München

€ 31.000

Friedrich Bär, Bernd Stadelmann, Rainer Stöcker
Landschaftsarchitektur: Werkgemeinschaft Freiraum, München
Franz Hirschmann
Mitarbeit: Stephan Roos, Edgar Dietrich, Daniel Born, Christian Bauer

4. Preis: wulf & partner Freie Architekten, Stuttgart

€ 21.000

Prof. Tobias Wulf
Mitarbeit: Christine Eisele, Daniela Weis, Camilo Hernandez, Janine Reichel
Landschaftsarchitektur: Gesswein.Henkel + Partner, Stuttgart
Mitarbeit: Peter Henkel, Andreas Hanikel

Ankauf: Vögele Architekten, Stuttgart

€ 10.500

Wolfgang Vögele
Landschaftsarchitektur: Faktorgrün Rottweil, St. Georgen
Jürgen Pfaff
Mitarbeit: Jachin Frenzel, Kristof Knauer
Fachplaner:
Ulrich Krümpelmann (Beratung Schulorganisation)
Herr Hildinger, Herr Tazel (Modellbau)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem qualifiziertem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 22.11.2006
Ort Friedrichsdorf/Taunus
Auslober Kreisausschuss des Hochtaunuskreises
Betreuung StadtBauPlan GmbH, Darmstadt
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Prof. Johann Eisele, Prof. Anett-Maud Joppien, Joachim Klie, Prof. Ernst Ulrich Scheffler, Wolf-Rüdiger Zahn, Ulrich Krebs, Madeleine Funke, Uwe Kraft, Horst Burghardt, Günter Bastian, Gernot Karner

Alles klar
Neubau der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf

Rein äußerlich ist an der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf für Außenstehende derzeit vermutlich nur ihr Name völlig klar: Benannt ist sie nach dem berühmtesten Bürger der Stadt, dem geistigen Vater des Telefons. Dass sie, wie es im pädagogischen Fachchinesisch heißt, eine schulformbezogene additive Gesamtschule ist, bringt einen schon ins Schlingern. Und zu guter Letzt verliert man den Überblick angesichts der weitläufig verteilten einzelnen Schulgebäude, die historisch bedingt eher zufällig gegliedert sind.

Dass drinnen hingegen Klarheit herrscht und ausgezeichneter Unterricht geleistet wird, dafür spricht schon, dass die Philipp-Reis-Schule mit 1.650 Schülern die zweitgrößte Gesamtschule im Hochtaunuskreis ist. Und in Zukunft wird auch architektonisch alles klarer: Denn der Kreisausschuss des Hochtaunuskreises hat einen Wettbewerb für den Neubau der Schule ausgelobt. Sie soll im Wohngebiet „Am Schäferborn“ mit ca. 12.500 m² HNF auf einem vergleichsweise engen Grundstück von 44.160 qm als Ganztagsschule entstehen. Neben Mensa und Medienzentrum sind auch zwei Sporthallen geplant. Eine davon als Dreifachhalle mit Tribüne für rund 1.000 Zuschauer.

Betreut von der Darmstädter StadtBauPlan GmbH, steht jetzt der Gewinner des Wettbewerbs für die Bauwerks- und Freiraumplanung fest. Auf den ersten Platz von 27 Teilnehmern kam der Entwurf von Broghammer Jana Wohlleber Freie Architekten aus Zimmern ob Rottweil, gemeinsam mit dem Berliner Büro Hans-Jörg Wöhrle, w+p Landschaften, aus Berlin. Die Entscheidung der Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali fiel einstimmig aus. Der zweite Preis ging an die Stuttgarter Architekten Berger + Röcker mit dem Tübinger Landschaftsarchitekten Hans Specht. Drittplatzierte wurden Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten, München, in Zusammenarbeit mit der Werkgemeinschaft Freiraum, gleichfalls aus München.

So unterschiedlich diese Entwürfe ausfielen, zumindest in der Ausnutzung des Geländes und in der Anlage der Grundstruktur mit gegeneinander versetzten, um Innenhöfe gruppierten Gebäuden, waren sie relativ ähnlich. Beim Siegerentwurf reihen sich die dreigeschossigen Teamcluster und die sich öffnenden Garten- und Hofbereiche entlang einer doppelten Mittelachse. Jede Schulstufe erhält ein eigenes Gebäude. Vorgelagert sind die breiten Bauten von Mensa und der Sporthallen, die jeweils eingeschossig angelegt sind.

Lob fanden vor allem die platzartige Eingangssituation, das breite Spektrum differenziert gestalteter innerer und freiräumlicher Aufenthaltsbereiche, die zusätzliche Nutzbarkeit der Mensa als Veranstaltungsort sowie die hohe Funktionalität des Entwurfs an sich. Weniger zufrieden zeigten sich die Preisrichter mit der räumlichen Dichte der Obsthaine, die die Flexibilität der Freiräume mindert, mit der eher konventionellen Architektursprache und der teilweise schematisch wirkenden Wahl der Materialen bzw. der Fassadengestaltung.

Der Neubau der Philipp-Reis-Schule soll bis 2010 erfolgen. Dabei kommen übrigens auch die Ergebnisse einer Studie zum Tragen, die der Hochtaunuskreis eigens für das Vorhaben in Auftrag gegeben hat: Dass sich nämlich der Energiebedarf der Schule weitestgehend an den Kriterien eines Passivhauses orientieren soll. Dann ist bei dem mit geschätzten 64 Millionen Euro größten Projekt im Rahmen des Schulbauprogramms „Hochtaunus-Schulen für das 21. Jahrhundert“ wirklich alles klar.