Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau Infrastrukturzentrum Campus Riedberg, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: Architekt: Gerber Architekten, Dortmund

€ 28.000

Prof. Eckhard Gerber
Fachingenieur Technische Ausrüstung: Energy Design, Braunschweig
Fachingenieur Tragwerk: Pfeifer & Partner, Darmstadt
Mitarbeit: Nils Kummer, Alexandra Kranert, Stefan Lemke, René Albrecht, Martin Pellkofer, Matthias Deilke, Benjamin Sieber, Siegbert Hennecke

2. Preis: Architekt: Thomas Müller Ivan Reiman Ges. von Architekten mbH, Berlin

€ 23.000

Thomas Müller, Ivan Reimann
Fachingenieur Technische Ausrüstung: IC Ingenieur Consult GmbH, Frankfurt/Main
Fachingenieur Tragwerk: GSE Ingenieur-Gesellschaft mbH, Berlin
Mitarbeit: Anna Lemme, Jens Wesche, Marius Förster, Kristina Knapp, Milos Linhard, Thomas Kautsch, Nils Noud, Jana Galicka
Fachberater: Jürgen Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin
Peter Stanek, Berlin (Brandschutzgutachter)

3. Preis: Architekt: Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten GbR, Berlin

€ 17.000

Fachingenieur Technische Ausrüstung: KMG, Klöcker Metternich Gisella mbH, Köln/Berlin
Fachingenieur Tragwerk: Schreiber Ingenieure GbR, Stuttgart
Mitarbeit: Beate Fleckenstein, Simon Breth
Fachberater: Stefan Lenzen, RMP Raderschall-Möhrer-Peters-Lenzen, Bonn (Landschaftsarchitekten)
Mitarbeit: Philip Heggny
BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH, Düsseldorf

4. Preis: Architekt: Ferdinand Heide, Frankfurt/Main

€ 14.000

Fachingenieur Technische Ausrüstung: Ebert-Ingenieure GbR, Nürnberg
Fachingenieur Tragwerk: Sailer Stepan und Partner GmbH, München
Mitarbeit: Kaja Kröger, Christian Schmitt, Frank Robanus, Frank Heinen, Setfan Hirschfelder, Holger Kostmann
Fachberater: TOPOS Landschaftsplanung, Berlin

5. Preis: Architekt: behet bondzio lin architekten GmbH & Co.KG, Münster

€ 9.000

Martin Behet, Roland Bondzio, Yu-Han Michael Lin
Fachingenieur Technische Ausrüstung: Ingenieurbüro Nordhorn, Münster
Klaus Nordhorn, Thilo Ihle
Fachingenieur Tragwerk: Ingenieur ARGE HJW, Leipzig
Dr. Jaenisch, Hr. Krüger
Mitarbeit: Ulf Düsterhöft, Malte Petersen, Sonja Strickmann, Britta Kasner, Paulo de Aranjo

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Interdisziplinäre Wettbewerbe
Wettbewerbsform Einstufiger, begrenzt offener Realisierungswettbewerb als interdisziplinärer Architekten- und Ingenieurwettbewerb, mit Auswahl der Teilnehmer nach EWR-offenem Bewerbungsverfahren.
Preisgerichtssitzung 19.12.2006
Ort Frankfurt/Main
Auslober Land Hessen
Betreuung [ phase eins ], Berlin
Preisrichter Prof. Ulrike Lauber (Vorsitz) Harald Clausen, Prof. Gernot Schulz, Prof. Uwe Rotermund, Prof. Kirsten Schemel, Irene Bauerfeind-Roßmann, Günter Schmitteckert, Prof. Dr. Rudolf Steinberg, Prof. Dr. Horst Stöcker

Ein Herz für Studenten
Wettbewerb um das Infrastrukturzentrum für den Campus Riedberg entschieden

Das Tor zum Campus Riedberg soll es sein, aber auch die Verbindung zum nördlichen Stadtteil herstellen und die funktionale Mitte der verschiedenen naturwissenschaftlichen Institute bilden; durch die eigene Architektursprache, aber auch durch einen Campusplatz soll es ihre Ensemblewirkung betonen und sie zu einem Campus verschmelzen; und es soll funktional intelligent eine Bereichsbibliothek für mehr als 300.000 Bände (knapp 3.000 Quadtratmetern HNF), sechs Hörsäle (etwa 2.000 Quadratmeter HNF) und eine Cafeteria (500 Quadratmeter HNF zuzüglich Außenflächen) so beherbergen, dass kurze Wege rasche Kommunikationen ermöglichen: Die Erwartungen an das neue Infrastrukturzentrum auf dem Campus Riedberg der Johann Wolfgang Goethe-Universität hätten kaum höher sein können. Die Freude über das Ergebnis auch nicht.

Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts würdigte den Entwurf als Meilenstein. Und selten attestiert ein Preisgericht eines Architektenwettbewerbs einem Konzept geradezu überschwänglich das „Potenzial, ein wirkliches neues Herz des Campus Riedberg zu werden“, greift zu Formulierungen wie „verblüffend unprätentiös“ und „Juwel“.

Verfasser des hoch gelobten Entwurfs ist das Dortmunder Büro Gerber, das im Übrigen auch den Zuschlag für das benachbarte Biologiezentrum erhielt. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Ulrike Lauber aus München erkannte der Arbeitsgemeinschaft mit der Braunschweiger Energy Design (TGA) und dem Darmstädter Büro Pfeifer & Partner (Tragwerksplanung) einstimmig den ersten Platz zu. Einhellig fiel auch die Entscheidung für Platz zwei und drei unter den 27 Wettbewerbern aus: Zum einen für die ARGE Thomas Müller Ivan Reimann Architekten mbH Berlin, Ingenieur Consult GmbH, Frankfurt am Main (TGA), GSE Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Tragwerksplanung). Und zum anderen für die ARGE Heinle Wischer und Partner Freie Architekten GbR, Berlin, KMG Ingenieurgesellschaft mbH, Köln/Berlin (TGA), Schreiber Ingenieure GbR, Stuttgart (Tragwerksplanung).

Der Wettbewerb war vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität und dem Hessischen Baumanagement in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen ausgelobt worden. Das Infrastrukturzentrum entsteht im Nordwesten des Campus-Areals, zwischen dem geplanten Biologicum und dem in Bau befindlichen Institute for Advanced Studies.

Gerber schlägt ein riegelförmiges Gebäude vor, bei dem der Geschosssprung von Nord nach Süd in eine zweigeschossige luftige Eingangshalle mit einer transparenten Glasfassade übersetzt wird. Bei den im unteren Eingangsgeschoss angesiedelten steinverkleideten Hörsälen dienen durch die abfallende Topografie die Dachflächen zugleich als Platzflächen. Das reduziert Bauvolumen, kommt also sowohl der Freifläche zugute als auch der Luftigkeit des ganzen Entwurfs. Die ebenfalls abgesenkten Gartenhöfe ermöglichen eine großzügige Belichtung und Belüftung der Hörsäle. Die Cafeteria liegt am südlichen Eingang und bietet einen schönen Ausblick auf den südlichen Campusplatz, der auch als Außengastronomie genutzt wird. Die Bibliothek befindet sich in einem ersten Obergeschoss mit einem zweigeschossigen Lesesaal, ist zum Teil offen verglast, zum Teil geschlossen, aber als zusammenhängendes Volumen umhüllt mit einer metallischen Fassade konzipiert. Allerdings mahnten die Preisrichter gerade bei dem Vorschlag für eine solche Semitransparenz eine Konkretisierung an.

Doch in allem anderen lautete das lobende Fazit der Preisrichter: „Alles erscheint einfach und selbstverständlich und doch hochsensibel und intelligent.“ Dieses Herz aus Stein und Glas soll für die Studenten und Professoren bis Ende 2009 zu schlagen beginnen. Rund 24 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.