Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Marktplatz Borken (Hessen)

Preisträger

1. Preis: schöne.neue.welt, Nürnberg

€ 18.500

Robert Sedlak, Manuela Irlwek
Mitarbeit: René Rissland, Thomas Brat
Fachberater:
Sandra Bartoli, Berlin (Landschaftsarchitektur)
Bernard Lorenz, Nürnberg (Landschaftsarchitektur)

2. Preis: Frank Dorbritz, Bad Hersfeld

€ 12.300

Mitarbeit: Mathias Bax, Claudia Schmelz, Carmen Rödiger, Nicole Zierdt

3. Preis: studioinges, Berlin

€ 8.400

Francesca Saetti
Mitarbeit: Gerco Kolbach

4. Preis: Beatrice Klein, Berlin

€ 5.600

1. Ankauf: squadratm, Kyritz

€ 4.250

Sylvia Markau
Fachberater:
Steffen Michaelis (Visualisierung)
Markus Scholz (Tragwerksplanung)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Wettbewerbsform Einstufiger Ideenwettbewerb in Form eines begrenzt offenen Wettbewerbs
Preisgerichtssitzung 06.03.2006
Ort Borken (Hessen)
Auslober Zweckverband Schwalm-Eder-West
Betreuung Magistrat der Stadt Borken; Fachbereich Stadtplanung
Preisrichter Barbara Ettinger-Brinckmann (Vorsitz), Dieter Hennicken, Hans Wiederhold, Rolf Bahlburg, Dr. Peer Zietz, Karl Großenbach, Bernd Heßler

Flexible Architektur, flexibel im Alter
Ideenwettbewerb für seniorengerechtes Wohnen in Borken entschieden

Was seniorengerechtes Wohnen heißt, dessen ist man sich in dem ehemaligen Braunkohlestädtchen Borken mit seinen 13.000 Einwohnern bewusst: Gefragt sind für ältere Menschen stadtnahe Wohnungen, die über eine eigenständige Infrastruktur verfügen, sich zugleich aber mit bestehenden Angeboten „draußen“ vernetzen sollen. Mittendrin, aber trotzdem nur dabei, wäre kontraproduktiv. Das war auch ein Leitgedanke beim Ideenwettbewerb für die Neugestaltung des östlichen Marktplatzrandes, den Borken bzw. der Zweckverband Schwalm-Eder-West ausgeschrieben hatte.

Zwischen Marktplatz und Kirchplatz gelegen, bot das Gelände – auch durch die vorhandene Parzellierung – nicht allzu viele Möglichkeiten zu variieren. Entsprechend typologisch ähnlich fielen die Vorschläge aus. Die Unterschiede zeigten sich im Detail. So zum Beispiel beim erstplatzierten Nürnberger Büro schöne.neue.welt. Sie schlagen – wie viele andere der 31 Teilnehmer des Wettbewerbs - für die einzelnen Gebäudebereiche gemeinsame, also ökonomische Erschließungen vor, verzichten aber nicht auf Kleinteiligkeit der Fassadengestaltung, zu der unter anderem Stadt- und Erkerfenster gehören. Auf Platz zwei kam Frank Dorbritz aus Bad Hersfeld, der auf eine sehr eigenständige Formensprache setzte, und auf Platz drei studioinges aus Berlin, wo vor allem die Großzügigkeit des Entwurfs Pluspunkte brachte. Der vierte Preis ging an die Berliner Architektin Beatrice Klein. Bei allen vier Preisträgern sah das Preisgericht übrigens nach Überarbeitung der Entwürfe gutes Potenzial, den Standort weiterzuentwickeln.

Mit einem hatten alle Büros zu kämpfen: Auf engstem Raum trotzdem noch Platz zu lassen für Freiflächen, eine Verbindung zwischen Markt- und Kirchplatz zu schaffen, und in der Höhenentwicklung auch noch die Sichtbeziehungen auf die Kirche zu wahren. Auch hier lagen die Stärken des Siegerentwurfs, der Freiflächen bündelt und die Häuserzeilen mit privaten und öffentlichen Gassen verbindet, wobei die privaten Gassen in Form von gläsernen Hauszwischenräumen angelegt sind.

Was die innere Aufteilung anbelangt, so lobten die Preisrichter die Flexibilität der vielen kleinen Wohneinheiten, hauptsächlich Zweizimmerwohnungen, die aber bei Bedarf zu größeren verbunden werden können: von Vierzimmerwohnungen bis zu Achtzimmer-WGs. Während andere Wettbewerbsteilnehmer von Anfang an einzig auf das „Wir-Gefühl“ setzten, bleibt den Senioren hier die Wahl – was alte Borkener Individualisten danken werden.