Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Projekt Fulda Galerie

Preisträger

1. Preis: r + b landschaftsarchitektur, Dresden

€ 13.250

Jens Rossa, Sonja Rossa-Banthien
Mitarbeit: Katrin Hoppe, Alexander Götze
Sachverständige:
Dr. Herold Lorenz GmbH, Dresden

1. Preis kokenge.ritter GmbH Landschaftsarchitektur, Dresden

€ 13.250

Christoph Ritter, Prof. Hermann Kokenge
Mitarbeit: Franziska Schieferdecker, Frank Kunkler, Christoph Grzesiak

3. Preis Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten, München

€ 7.500

Axel Lohrer, Ursula Hochrein
Mitarbeit: Silke Kirchhoff

4. Preis: wbp Landschaftsarchitekten Ingenieure, Bochum

€ 5.000

Christine Wolf, Rebekka Junge
Mitarbeit: Ute Aufmkolk, Andree Bockholt

Ankauf: Prof. Rainer Schmidt, München

€ 4.500

Reinhard Bauer, München
Mitarbeit: Swantje Nowak, Shijia Ling, Wenbo Liang

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Begrenzt offener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb mit Auswahl der Teilnehmer in einem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 31.05.2006
Ort Fulda
Auslober Projekt Fulda Galerie Verwaltungs GmbH & Co. Stadtentwicklungs KG
Betreuung Herget + Wienröder, Landschafts- und Städtebauarchitekten, Eichenzell
Preisrichter Prof. Cornelia Bott (Vorsitz), Claus Bierbaum, Cornelia Zuschke, Werner Schäfer, Walter Krah

Bauen für die Galerie
Wettbewerb für Fuldaer Stadtteil entschieden

Ein Name, der viel verspricht, aber auch Verpflichtung ist: Galerie. So heißt der zurzeit in Fuldas Westen immer konkretere Formen annehmende Stadtteil, der auf einem ehemaligen US-Gelände entsteht. Den Rahmenplan gibt es schon seit 2000, drei Wohnparks, das Messegelände und die Infrastruktur des Gewerbegebiets sind seitdem realisiert worden. Was noch fehlt, ist eine Planung für die Gestaltung der Park-, Sport- und Freizeitflächen, die die verschiedenen Abschnitte (auch die noch in Entwicklung befindlichen) innerhalb des Stadtteils verbindet und Übergänge zur Kernstadt schafft.

Der begrenzt offene landschaftsplanerische Realisierungswettbewerb mit 21 Wettbewerbern dazu ist entschieden. Vorläufig zumindest, denn ein endgültiger Sieger steht noch aus. Fest steht jedoch, dass er aus Dresden kommen wird. Denn die beiden erstplatzierten Büros, r + b landschaftsarchitektur sowie kokenge.ritter GmbH Landschaftsarchitektur, stammen aus der Elbstadt. Unter Vorsitz von Prof. Cornelia Bott vergab das Preisgericht zudem einen dritten Preis an das Münchener Büro Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten. Auf Platz vier kamen wbp Landschaftsarchitekten Ingenieure aus Bochum.

Das Büro r + b landschaftsarchitektur greift landschaftsplanerisch die typischen Elemente der Umgebung auf (Wäldchen, Hainweisen) und schafft mit arrondierenden Gehölzstrukturen eher introvertierte Freiräume. Der Saumwald bringt Ruhe, was die Silhouette des baulich nicht immer homogenen Areals anbelangt, war dem Preisgericht jedoch nach Süden hin zu dicht und sollte zugunsten der Blickbeziehungen für die Anwohner aufgelockert werden. Im Stadtteilpark mit seiner sehr klaren Formsprache nimmt eine Eichenallee die Promenade auf und gliedert zugleich die Einzelräume. Eine Durchformulierung an dieser Stelle hätte den Preisrichtern gereicht; der nicht überzeugenden, unterschiedlich modellierten Rasenflächen hätte es nicht bedurft.

Ähnlich lobend und kritisch zugleich fiel das Urteil für den Entwurf der kokenge.ritter GmbH Landschaftsarchitektur aus. Positiv schlug die Einbindung der West- und Nordseite zu Buche: Hier stellt ein Waldsaum aus heimischen Gehölzarten eine Verzahnung mit der Landschaft her und zugleich einen sinnvollen Windschutz. Der Stadtteilpark besitzt im Westen und Osten zwei gut gestaltet Endpunkte: Zum einen eine „Himmelstreppe“, die zu einer Wiesenrampe führt. Und zum anderen die Bastion mit ihrem herrlichen Blick auf die Stadt, das Fuldatal und die Rhön als Landschaftstreppe bzw. ?terrasse mit Café. Negativ dagegen wurde die gesamte Wegeführung beurteilt, zu stark überformt sei sie, und konkrete Aussagen zu Spiel- und Sportflächen gab es nur spärlich.

Insgesamt steht für die Überarbeitungsstufe vor allem eine eigenständige Struktur für die Bastion auf der Agenda, Stadtteilpark und Nord-Süd-Verbindung müssen besser ausgeprägt sein, offenere räumliche Strukturen werden bevorzugt, vor allem hinsichtlich Einsehbarkeit und Sicherheit, ein differenzierteres Nutzungsangebot und die Einbindung der südlichen Einzelquartiere ist gefragt. Erst dann heißt es wirklich: Bauen für die Galerie.