Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neuordnung Stadion Am Bornheimer Hang, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: Dierks Blume Nasedy, Frankfurt/Main, Darmstadt

€ 19.472,24

Jörg Blume, Christian Nasedy
Mitarbeit: Jörg Magar, Katja Kleiner, Manfred Stoppe Brandt, Harriet Saake, Thomas Nadler (Modellbau)
mit Klahn+Singer+Partner, Freie Landschaftsarchitekten, Karlsruhe
Clemens Appel, Ulrich Singer
Mitarbeit: Daniela Baumeister
und Professor Pfeifer und Partner, Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Darmstadt, Prof. Pfeifer

2. Preis: P2, Kassel

€ 13.328,96

Tore Pape, Stefan Funk
Mitarbeit: Britta Hanul
mit Ulrike Böhm, Landschaftsarchitektin, Berlin
und D. Pristl, Tragwerksplanung, Kassel

3. Preis: gmp-Architekten, Berlin

€ 9.419,60

Hubert Nienhoff
Mitarbeit: Carsten Borucki, Helge Lezius, Hans Joachim Paap, Susan Türke
mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, Berlin
Prof. Rainer Schmidt
Mitarbeit: Frank Kießling
und Seidl & Partner Gesamtplanung GmbH, Regensburg
Stephan Rösch

4. Preis: Franken Architekten GmbH, Frankfurt/Main

€ 6.627,20

Bernhard Franken, Frank Brammer
Mitarbeit: Lotte Stürmlinger, Fang Tian
mit Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Kassel
Michael Triebswetter, Markus Gnüchtel
Mitarbeit: Jörg Albin
und osd – Office for Structural Design GmbH & Co.KG, Frankfurt/Main (Tragwerksplanung), Sigurdur Gunarsson

Ankauf: Gerhard Mitterberger, Graz (A)

€ 3.500

Mitarbeit: Schuller, Glanzl, Tabernig
mit Angela Bezzenberger, Landschaftsarchitektin, Darmstadt
und Johann Riebenbauer, Graz (A)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, begrenzt offener interdisziplinärer Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 17.01.2006
Ort Frankfurt/Main
Auslober Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Betreuung Hochbauamt der Stadt Frankfurt am Main
Preisrichter Prof. Carlo Weber (Vorsitz), Prof. Helmut Schulitz, Michael Palm, Dr. Ing. Michael Heunisch, Dr. Hans Jürgen Pritzl, Achim Vandreike, Franz Zimmermann, Michael Görner, Dr. Karin Fehres

Arena-Atmosphäre
Das Stadion „Am Bornheimer Hang“ wird umgebaut

Gute Zeiten, schlechte Zeiten – während die 1. Herrenmannschaft des FSV Frankfurt zum Rückrundenstart in der Oberliga Hessen souverän die Tabelle anführt, bildet die Bundesliga-Damenmannschaft mit nur einem einzigen Punkt das Schlusslicht der Liga. Beide jedoch freuen sich über einen Volltreffer – ihr Stadion „Am Bornheimer Hang“ wird gründlich auf Vordermann gebracht. Das geschieht ganz im Geiste der modernen Fußballarenen: Die Leichtathletikbahnen entfallen, die Zuschauer rücken dichter ans Geschehen heran. Der Atmosphäre kommt dann auch zugute, dass die (theoretischen) 18.000 Stehplätze auf Erdwällen reduziert und in überdachte Tribünenplätze umgewandelt werden und sich die Zahl der Sitzplätze mehr als verdoppelt.

So zumindest soll es aussehen, wenn der Siegerentwurf des vom Frankfurter Sportdezernat ausgelobten interdisziplinären Realisierungswettbewerbs Wirklichkeit wird. Eingereicht hat ihn das Büro Dierks Blume Nasedy (Frankfurt/Darmstadt) in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Klahn+Singer+Partner aus Karlsruhe sowie dem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Prof. Pfeifer und Partner aus Darmstadt.

Den Entwurf zeichnet nicht nur Wirtschaftlichkeit aus und die geforderte Umsetzbarkeit in zwei Bauabschnitten (bislang stehen nur für den ersten 4,5 Millionen Euro bereit), sondern vor allem, dass er ein Platzproblem des Stadions elegant löst: Durch das Abtragen des Südwalls entsteht zum einen genug Raum vor dem Stadion. Das fällt zwar bei einem Oberligaspiel, bei dem über 1.000 Zuschauer die absolute Ausnahme sind, noch nicht ins Gewicht. Aber selbst wenn der FSV nicht aufsteigen sollte, würde die Stadt auch anderen Frankfurter Regionalligamannschaften hier Spielrecht gewähren. Zum anderen enthält der rechtwinklige Tribünenanbau im Süden zugleich den neuen Eingangbereich mit sehr kurzen Wegen sowie die durchdacht angelegten Funktionsräume. Und zu guter Letzt wird die bestehende Westtribüne noch um einen VIP-Bereich ergänzt, die Gegentribüne fällt mit Blick auf die Kosten und eine mögliche Autobahnerweiterung bewusst schmal aus.

Allerdings haderten die Preisrichter mit dem architektonischen Ausdruck des Winkels – der will nicht so recht zum Haupttribünenbau aus den 60er Jahren passen. Klare Vorteile, aber auch deutliche Mängel ganz unterschiedlicher Art fand das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Carlo Weber ebenfalls bei den drei weiteren Preisträgern, dem Büro P2 aus Kassel, den Berliner gmp Architekten und Franken Architekten aus Frankfurt. Alle vier Entwürfe sollen deshalb noch einmal in Abstimmung mit dem Hochbauamt überarbeitet werden.

Wie auch immer die weitere Vergabe aussieht: Ein mehr als regionalligataugliches Stadion mit Arena-Atmosphäre bekommt der FSV in jedem Fall. Dann müssen nur noch die Sportler nachziehen.