Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Wahrzeichen für den Wilhelmsplatz in Offenbach: Bürgerbrunnen

Preisträger

1. Preis: Timur Dogan, Roßdorf, Pascal Kuhn, Frankfurt/Main

€ 5.000

 

 

2. Preis: Michael Katz, Maintal, Markus Karow, Offenbach

€ 3.000

 

 

3. Preis: Fabian Riemenschneider, Offenbach

€ 2.000

 

 

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Interdisziplinäre Wettbewerbe
Wettbewerbsform Offener, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb (regional begrenzt)
Preisgerichtssitzung 03.03.2013
Ort Offenbach
Auslober Die Bürgerstiftung Offenbach
Betreuung DDC Deutscher Designer Club e.V., Frankfurt/Main
Preisrichter Niko Gültig (Vorsitz), Prof. Luz Wolfgang, Hanne Münster-Voswinkel, Dr. Michael Peters, Christian Steguweit, Volker Stengele, Wolf Udo Wagner, Stephanie Wellnitz, Dr. Hans-Rudolf Diefenbach, Christian Fisch, Heidi Jung, Thomas Kirstein, Monika Krämer, Angela Pepka, Horst Schneider, Winfried Männche

Wahrzeichen für den Wilhelmsplatz
Wettbewerb Bürgerbrunnen Offenbach

Der Wilhelmsplatz in Offenbach am Main ist ein großer, zentraler, fast ausschließlich von Altbauten umgebener Platz mit einer wandelvollen Geschichte. Bis 1866 befand sich hier der Friedhof der Stadt, nur zwei Jahre später wurde auf dem Areal der Viehmarkt angesiedelt. Seit 1903 hat der Offenbacher Wochenmarkt seinen Standort auf dem Wilhelmsplatz, der 1876 seinen heutigen Namen erhielt.

2010 wurde der an den Längsseiten von Kastanienbäumen gesäumte Platz umgestaltet. Seither dient eine runde Naturstein-Pflasterfläche in der Mitte der großen, mit dunkelgrauem Basalt gepflasterten und von antikrosafarbenen Streifen durchzogenen Fläche als Platzhalter für einen dort geplanten Brunnen. Zum Zeitpunkt des Umbaus überstiegen die Kosten für den Bau der Brunnenanlage zwar das Budget, die Anschlüsse für Wasser und Strom für eine spätere Ergänzung mit einem Wasserspiel wurden jedoch vorsorglich verlegt.

Nun hatte die Bürgerstiftung Offenbach Architekten, Designer und Künstler aus Hessen zur Teilnahme an einem Gestaltungswettbewerb aufgerufen. Sie wünschte sich für „das Herzstück der Stadt“ einen Brunnen mit „sympathisch auffälliger und dominanter Erscheinung“, der sich zu einem „beliebten Treffpunkt“ entwickeln soll. 27 unterschiedlichste Beiträge bewertete das Preisgericht unter Vorsitz von Nico Gültig, als Favorit kristallisierte sich der Entwurf „Triangulier’mich“ des Duos Timur Dogan und Pascal Kuhn (Roßdorf / Frankfurt am Main) heraus.

Die Preisrichter bezeichneten den Vorschlag eines klassischen Pyramiden-Springbrunnens, der auf Computerbasis in Dreieckselemente transformiert wurde, als „kraftvolle, überraschende und zugleich präzise Lösung“. Das Bild eines gotischen Brunnens werde „erfolgreich in eine moderne Formensprache umgesetzt“. Die Ränder des Brunnens, dessen Durchmesser neun Meter betragen soll, werden als Sitzgelegenheiten ausgebildet. Als Material schlagen die Verfasser grün gefärbtes, sechs Millimeter starkes Stahlblech vor. Nach Ansicht des Preisgerichts lasse das Beleuchtungskonzept im Zusammenspiel von Spiegelungen und Reflexionen auf den Dreiecksflächen interessante Lichtspiele im Wasser erwarten.

Den zweiten Preis vergaben die Preisrichter an die Architekten Michael Katz (Maintal) und Markus Karow (Offenbach am Main). In ihrem Entwurf eines neun Meter hohen Kegels mit einer kaskadenartig profilierten Oberfläche, der durch „geschickt platzierte“ Wasserauslässe vollständig vom Wasser eingehüllt werde, sahen sie ein „markantes, weithin sichtbares und aufmerksamkeitsstarkes Objekt“. Zahlreiche, um den Brunnen angeordnete Sitzmöbel und Stehblocke böten zudem eine „hohe Aufenthaltsqualität“.

Auf dem dritten Platz landete die Arbeit des Offenbacher Architekten Fabian Riemenschneider. Dieser schlägt eine Schale vor, die „als Sinnbild für die Integration von Mensch, Geschichte und Kontext einen Ort von beinahe kontemplativer Ruhe und Besinnung“ schafft, so das Preisgericht. Die pure und einfache Gestaltung komme ohne „modernistische und aufmerksamkeitsheischende Ansätze“ aus.

Die Preisrichter empfahlen die erstplatzierte Arbeit zur Umsetzung. Mit den Preisträgern sind bereits Anpassungen vereinbart worden. So soll statt des vorgeschlagenen Materials Metall eine durchfärbbare Beton-Kunststoff-Mischung eingesetzt werden, da diese pflegeleichter und widerstandsfähiger sei und zudem eine zu große Geräuschentwicklung des sprudelnden Wassers vermeide. Finanziert werden soll der Brunnen über Spenden, die Bürgerstiftung rechnet mit Kosten in Höhe von mehreren 100.000 Euro.

Katja Klenz