Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach/Taunus

Preisträger

1. Preis: CCR Architekten, Stuttgart

€ 25.100

Christoph Baum, Constanze Schreiber, Ralf Häussler
Mitarbeit: Christian Enderle, Marko Reichert
Fachberater:
Michael Hink, Schwaigern (Garten- und Landschaftsarchitekt)
Herrenbauer & Kurz GmbH, Ingenieurgesellschaft, Heilbronn (Versorgungstechnik)

2. Preis: Heimel + Wirth Architekten, Frankfurt/Main

€ 16.700

Matthias Heimel
Mitarbeit: Wolfgang Wirth, Andreas Haller, Tanja Recken, Frank Staschok

3. Preis: motorlab architekten, Mannheim

€ 11.400

Peter Bender, Anja Schäfer, Dietmar Schäfer
Mitarbeit: Florian Latsch, Manuel Steinbrenner, Marcel Nöding, Boris Günderoth, Jochen Mehr
Fachberater:
Transsolar GmbH, Alex Knirsch, Stuttgart (Energieberatung)
EiSat, Achim Sattler, Berlin (Tragwerksplanung)

4. Preis: Glass Kramer Löbbert Ges. v. Architekten mbH, Berlin

€ 7.600

Johannes Löbbert, Johan Kramer

Ankauf: Riehle + Partner Architekten und Stadtplaner GbR, Reutlingen

€ 5.100

Wolfgang Riehle, Gerhard Loew, Thorismuth Gaiser, Jochen Kühl

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 13.12.2007
Ort Steinbach/Taunus
Auslober Kreisausschuss des Hochtaunuskreises
Betreuung BSMF – Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Ernst Ulrich Scheffler (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Prof. Thomas Bieling, Guido Mrziglod, Kerstin Schultz, Wolf-Rüdiger Zahn, Beate Denfeld, Peter Frosch, Uwe Kraft/Hadmut Lindenblatt, Ulrich Krebs/Dr. Wolfgang Müsse, Sabine Schulze

Rundum geländegängig
Steinbach bekommt eine neue Grundschule

Mit nicht ganz runden Zahlen hat Steinbach bereits Erfahrungen. 10.005 Einwohner zählt das Hochtaunusstädtchen. 396 davon sind Schüler, die die Geschwister-Scholl-Grundschule besuchen. Diese stammt aus den 70er Jahren und wird jetzt ersetzt – durch ein, wenn man so will, zweieinhalbstöckiges Gebäude.

Zumindest nutzt der Entwurf des Stuttgarter Büros CCR, der bei dem vom Kreisausschuss des Hochtaunuskreises ausgelobten Realisierungswettbewerb den ersten Platz belegte, das abfallende Gelände so aus, dass zu dem zweigeschossigen Hauptgebäude noch im südlichen Teil durch den Höhenunterschied ein Untergeschoss hinzukommt.

Die Topographie nutzten auch die beiden nächsten Preisträger – Heimel + Wirth aus Frankfurt am Main sowie motorlab architekten aus Mannheim – gut aus. Für das Siegermodell sprach aber vor allem, dass es trotz der vorgegebenen großen Baumasse das Gebiet ansprechend gliedert. Das L-förmige Hauptgebäude (mit einem Anhängsel Richtung U-Form) ist zweckmäßig und unprätentiös. Es bildet einen geschützten Pausenhof aus, der sich hin zur Landschaft öffnet. Geländegängig ist auch die Freitreppe, die das Sockelgeschoss mit der Eingangsebene verbindet. Zur nördlichen Wohnbebauung schirmt sich das Gebäude hin klar ab. Durch das Einbeziehen der alten Turnhalle, die nicht abgerissen wird, ergibt sich ein gut proportionierter Eingangshof, an den eine teilweise verglaste Eingangshalle von gleichfalls angenehmen Abmessungen anschließt.

Kern der Ausschreibung war ein Raum- und Nutzungskonzept für das Zusammenspiel von Schulbetrieb, Mensa und Betreuungszentrum, wobei Mensa und ein Multifunktionsraum noch variabel miteinander zu verknüpfen waren. CCR gelingt es auch, diese Bereiche sinnvoll zu erschließen und aufeinander abzustimmen. Allerdings monierten die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Ernst Ulrich Scheffler den nicht ganz optimalen Zuschnitt des Raumverbundes von Mensa, Eingangshalle und Multifunktionsbereich. Probleme sahen die Preisrichter auch bei der Lage der Treppe in der Einganshalle, bei einem Windfang, der Raumabfolge der Verwaltung und schließlich insbesondere bei den Fensterbändern, die mit farbigen Holzelementen untergliedert sind. Lob hingegen ernteten die Fassade mit den stimmigen offenen und geschlossenen Flächen und die Freiflächen.

Der Entwurf fällt zudem wirtschaftlich aus, die geschätzten Kosten für das Gesamtprojekt liegen bei 16,9 Millionen Euro. Das dürfte fürs erste aber auch die letzte „unrunde“ Zahl sein: Mit der Fertigstellung der 4-zügigen Schule wird nämlich für 2010 gerechnet.