Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau einer Kreissporthalle in Hofbieber

Preisträger

1. Preis: Sichau & Walter Architekten, Fulda

€ 8.000

Peter Sichau, Hartmut Walter
Mitarbeit: Marcus Leinweber

2. Preis: Reith + Wehner Architekten, Fulda

€ 5.000

Manfred Reith
Mitarbeit: Stephan Storch, Daniel Schreiner

2. Preis: Schönherr + Juli Architekten, Innenarchitekten, Fulda

€ 5.000

Jürgen Juli, Gabriele Schönherr-Juli
Mitarbeit: Kerstin Heim

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 25.10.2007
Ort Hofbieber
Auslober Kreisausschuss des Landkreises Fulda
Betreuung Herget + Wienröder, Eichenzell
Preisrichter Prof. Jürgen Bredow (Vorsitz), Hans-Uwe Schultze, Bernd Woide, Jürgen Obermeier

Brandneu
Die Kreissporthalle in Hofbieber wird wieder aufgebaut

Der Schock war groß: Mitte Mai 2007 ging die Kreissporthalle in Hofbieber in Flammen auf. In einem Großensatz versuchte die Feuerwehr die Drei-Felder-Halle zu retten – vergebens. Sie brannte bis auf die Grundmauern ab. Glück im Unglück: Das Feuer griff nicht auf die benachbarte Biebertalgrundschule über. Und Umsicht im Unglück: Die Verantwortlichen der Rhöngemeinde reagierten schnell, leiteten den Neubau umgehend in die Wege. Das Resultat: Nur ein paar Monate später ist der Architektenwettbewerb für den Neubau unter der Betreuung von Herget + Wienröder, Eichenzell, bereits entschieden.

Gewonnen hat ihn das Fuldaer Büro Sichau & Walter. Unter 15 Büros entschieden sich die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Jürgen Bredow aus Darmstadt für einen Entwurf, der den Neubau geschickt in das exponierte Gelände bzw. das Umfeld aus Funktionsbauten und Wohngebäuden integriert: nämlich durch einen zur Schule ausgerichteten Foyerbaukörper und die dahinter „eingegrabene“ Sporthalle. Sichau & Walter waren in diesem Jahr schon zweimal bei Wettbewerben erfolgreich, darunter ein erster Preis für eine – thematisch stimmig – Mehrzweckhalle. Zwei zweite Plätze gingen an Reith + Wehner sowie Schönherr + Juli, beide gleichfalls in Fulda ansässig.

Der Siegerentwurf, der kaum in das Gelände eingreift, sammelte aber nicht nur Pluspunkte für den sehr differenzierten Baukörper. Auch die Freiraumplanung schnitt – für einen Luftkurort wie Hofbieber nicht ganz unwichtig – durchweg positiv ab. Der ganze Raum wird klar gefasst, man erkennt ihn als zur Schule gehörig, es entstehen gut ausgebildete Kleinräume, für die das Fazit der Preisrichter „einfach und trotzdem poetisch“ lautete. Auch die Fassadengestaltung – der Sonnenschutz wird als metallene „Hecke“ ausgebildet – fand Zustimmung. Im Inneren fällt die Erschließung der Halle durch das zweigeschossige Foyer großzügig aus, wobei das Preisgericht mit Blick auf räumliche und energetische Vorteile an einigen Stellen (Tribüne, WC-Anlagen, Raumvolumen) für die Überlegung „weniger ist mehr“ plädierte.

Wenn alles optimal läuft, könnten sowohl die Schüler der Biebertalschule als auch die Vereine schon mit Beginn des nächsten Schuljahres die neue Sporthalle einweihen. Die Attribute „brandneu“ und „brandeilig“ würden dann buchstäblich zutreffen.