Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Danziger Platz/Ostbahnhof in Frankfurt/Main

Preisträger

2. Preis: Pussert Kosch Architekten, Dresden mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

€ 20.000

Dirk Pussert, Achim Kosch
Mitarbeit: Lars Wobar, Susanne Wittber
Till Rehwaldt
Mitarbeit: Angela Aurin

2. Preis: Jo.Franzke Architekten, Frankfurt/Main mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München

€ 20.000

Jo.Franzke
Mitarbeit: Sandro Pino Cicatello
Prof. Rainer Schmidt
Mitarbeit: Christian Kaindl, Merle Schwabe, Krischan Payne, Swantje Nowak
Fachberater: Köhler und Taubmann GmbH, Frankfurt/Main (Verkehrsplanung)
Victoria Coeln, Lichtkünstlerin

3. Preis: Quente Architektur, Hamburg mit Frank-Dieter Stucken, Bötersen

€ 13.000

Mitarbeit: Wilke Mennerich, Achim Meyerhofe, Jens Schetter

4. Preis: mvm architekt + starke architektur, Köln mit Staubach & Söhne, Berlin

€ 9.000

Michael Viktor Müller, Sonja Starke
Mitarbeit: Florian Helmke
Matthias Staubach
Mitarbeit: Simone Jacob

5. Preis: B&V Braun Volleth Architekten GmbH, Frankfurt/M. mit Gnüchtel–Triebswetter Landschaftsarch., Kassel

€ 6.000

Wolfgang Braun, Carsten Volleth
Mitarbeit: Sergio Canton, Daniel Behnke, Heiko Hoppe, Markus Krecker
Markus Gnüchtel
Mitarbeit: Gunther Fischer

 

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Begrenzt offener städtebaulicher Ideenwettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 02.10.2007
Ort Frankfurt/Main
Auslober Magistrat der Stadt Frankfurt/Main
Betreuung scheuvens + wachten, Dortmund
Preisrichter Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse (Vorsitz), Prof. Julian Wékel, Prof. Ernst Ulrich Scheffler, Prof. Donata Valentien, Edwin Schwarz/Dieter v. Lüpke, Klaus Vowinckel/Stefan Majer, Hedi Tschierschke

Keine Platz-Angst mehr
Perspektiven für den Danziger Platz am Frankfurter Ostbahnhof

Ein schäbiger Bahnhof, ein hässlicher Platz – selten erfahren der Frankfurter Ostbahnhof und der Danziger Platz eine bessere Bewertung. Wer Bilder des ehedem prächtigen Platzes, des repräsentativen Bahngebäudes und der teilweise vorhandenen gründerzeitlichen Blockrandbebauung vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sieht, der beklagt umso mehr, dass sich das Ostend von seinen schweren Schäden nur langsam erholt hat – und das auch nur, um in manchen Bereichen in eine nahtlos daran anschließende Verfallsgeschichte überzugehen.

Doch im Frankfurter Osten werden die Karten neu gemischt. Dafür sorgt insbesondere der geplante Bau der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle. Das Gebiet boomt. Und so hat auch der Danziger Platz wieder eine Zukunft. Die ist nun seit einem Ideenwettbewerb sogar relativ konkret. Gefragt war eine Neudefinition, die Gestaltung und Verknüpfung der Freiflächen mit dem Frankfurter Grüngürtel und eine erste Vision, wie sich das Ganze auf die nahe Umgebung ausweiten lässt – vor allem auf das südlich anschließende Gebiet, das weitgehend untergenutzt ist, aber erhebliches Aufwertungspotenzial besitzt.

Zwei viel versprechende Konzepte haben sich herauskristallisiert. Zwar konnte keiner der insgesamt 38 Entwürfe sämtliche Aspekte der Aufgabenstellung hinreichend erfüllen. Doch die beiden zweitplatzierten Arbeiten der Dresdner Büros Pussert Kosch Architekten mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten sowie Jo. Franzke Architekten (Frankfurt am Main) in Zusammenarbeit mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten (München) schätzten die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse nach einem zweitägigen Diskussionsmarathon als geeignet für eine Weiterentwicklung ein. Die Plätze drei bis fünf gingen an Quente Architektur, Hamburg, mit Frank Dieter Stucken, Böttersen, an mvm architekt + starke architektur, Köln, mit Staubach & Söhne, Berlin, sowie an B&V Braun Volleth Architekten GmbH, Frankfurt am Main, mit Gnüchtel – Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel.

Das Preisgericht schätzte am Dresdner Modell, das es zwar eine dichte Bebauung als neue südliche Begrenzung des Platzes vorsieht, dass aber die orthogonale Anordnung der Baukörper eine angenehme Durchlässigkeit erzeugt. Die Gebäude können sehr unterschiedlich genutzt werden, das südliche Haus übernimmt verbleibende Bahnhofsfunktionen. Die jetzige Platzfläche bleibt im Wesentlichen erhalten, die nördliche Bebauung wird behutsam ergänzt. Die vorhandenen wertvollen Platanen sollen sich in einen lang gestreckten Hain verwandeln. Dadurch teilt sich der Platz in einen sonnigen und einen schattigen Bereich.

Jo. Franzke Architekten setzen hingegen auf einen verkleinerten Platz. Im Norden platzieren sie als klare Raumkante zwei längere Gebäude, im Süden eine mäandernde Hauserzeile. Der Entwurf ist in sich sehr stimmig, was zum Beispiel die Fortsetzung der klaren Kanten durch die Detailgestaltung der Oberflächenbeläge des Platzes anbelangt oder aber die harmonische Einbindung in das Umfeld durch die Fassadengestaltung.

Die endgültige Entscheidung für einen Entwurf wird noch etwas auf sich warten lassen. Und im Falle des Danziger Platzes darf sie das sogar auch. Denn erst 2012 kommt die EZB – und damit einhergehend wird auch der Tunnel für die geplante nordmainische S-Bahn, der den Platz queren soll, auf den Weg gebracht. Eine Umsetzung könnte voraussichtlich fürs Jahr 2015 anstehen, weshalb die Preisrichter schon mal die Empfehlung an die Büros ausgesprochen haben, sich doch bei der Weiterentwicklung auch Gedanken zu Verschönerungsmaßnahmen für die Übergangszeit zu machen – in Form von Stadtgärten etwa. Mit der Platz-Angst ist es also erst einmal vorbei im Frankfurter Ostend.