Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau eines 3-gruppigen Kindergartens in Groß-Umstadt, Stadtteil Semd

Preisträger

1. Preis: Prof. Thomas Zimmermann mit Klaus Leber, Darmstadt

€ 2.500

Mitarbeit: Sascha Laubenstein, Boris Kaster

2. Preis: Hacker + Zimmer Architekten, Groß-Umstadt

€ 1.500

Mitarbeit: Werner Hochrein, Rainer Völker

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb im vereinfachten Verfahren in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 21.09.2007
Ort Semd
Auslober Magistrat der Stadt Groß-Umstadt
Betreuung Monika Weber-Pahl, Darmstadt zusammen mit Karin Sauerwein, Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt der Stadt Groß-Umstadt
Preisrichter Prof. Burkhard Pahl (Vorsitz), Prof. Carola Wiese, Paul Heiliger, Karin Hartmann, Dieter Grünewald

„Alle Belange erfüllt“
Neubau eines 3-gruppigen Kindergartens in Semd, Groß-Umstadt

Ein Zusammenspiel von Kindergarten und Schule bietet Kindern immense Vorteile – zumal dann, wenn beide Institutionen auch räumlich und damit organisatorisch miteinander verbunden sind. Dann ist eine frühe Gewöhnung garantiert, den Kindern sollte der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule leicht fallen.

In Semd, einem Stadtteil von Groß-Umstadt, hatten die Kinder einen solchen Raumvorteil bislang nicht. – Bislang. Denn in Semd gibt es den glücklichen Umstand, dass bei der Landrat-Gruber-Schule genügend Fläche für einen 3-gruppigen Kindergarten zur Verfügung steht. Der Neubau und die Gestaltung der Außenanlagen waren denn auch Gegenstand des Wettbewerbs, den der Magistrat ausgelobt und an dem sich sechs Architektenbüros beteiligt hatten: drei aus Groß-Umstadt, zwei aus Darmstadt und ein Büro aus Aschaffenburg.

Sieger des Wettbewerbs ist das Büro Zimmermann und Leber aus Darmstadt. Der zweite Preis geht an Hacker + Zimmer Architekten, Groß-Umstadt. Beide Büros schlagen jeweils einen kompakten Baukörper vor: Der Siegerentwurf setzt auf den Kontrast zwischen großflächigen, hellen Fassaden und eingesetzten Loggien, der Zweiplatzierte zielt auf den Dreiklang von altem und neuem Schulhaus plus dem Neubau, der so etwas wie den Blick in die Zukunft verkörpern soll. Beide Entwürfe sollen sowohl in Niedrigenergie- als auch Passivbauweise realisierbar sein. Allerdings hatte das Preisgericht, dessen Entscheidung unter Vorsitz von Prof. Burkhard Pahl einstimmig ausfiel, bei Platz 2 in dieser Hinsicht Zweifel – vor allem angesichts der vorgeschlagenen großen Glasflächen an der Nordseite.

Beim Modell von Thomas Zimmermann und Klaus Leber hingegen attestierten die Preisrichter: „Die Belange des Auslobers werden voll erfüllt.“ Die Architektur wirkt selbstverständlich und zeitgemäß, die Wirtschaftlichkeit liegt im mittleren Bereich. Die Erschließung ist klar, die Gruppen- und Funktionsräume sind als flexible Module konzipiert. Die Rückzugsbereiche sind sensibel angeordnet, die Blickbeziehungen nach außen gut gelöst. Der zweite Bauabschnitt ist geschickt über eine Dachterrasse nachgewiesen. Positiv fiel zudem die langfristige Gebrauchsfähigkeit ins Gewicht.

Vor allem aber gelingt die Verknüpfung mit den bestehenden Bauten: Die entstehenden Freiflächen haben eine hohe Qualität, und durch die Anordnung von Forum und Platz in Bezug auf das Eingangsfoyer entsteht eine neue, qualitätvolle Mitte. – Ein räumlicher Übergang also, der als äußerliches Symbol dafür dienen kann, was die inhaltliche Verbindung von Kita und Schule im Idealfall ausmacht.