Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Rathaus in Neu-Isenburg

Preisträger

1. Preis: Büro Gutmann-Bohne, Neu-Isenburg

€ 9.000

Dorothée Gutmann-Bohne, Patricia Friedrich
Mitarbeit: Svetlana Samartseva
Fachberater:
Christ + Partner Haustechnik-Fachplanung, Stockstadt
von Rekowski + Partner, Weinheim (Bauphysik)
SCHÜCO international KG, Groß Rohrheim (Fassadentechnik)
Projektgruppe Grün- und Stadtplanung, Liederbach

2. Preis: Voigt und Herzig Architekten und Ingenieure GmbH, Darmstadt

€ 5.500

Prof. Eberhard Voigt, Franz Herzig
Mitarbeit: Christoph Anders
Fachberater:
IFFT Institut für Fassadentechnik, Frankfurt
Zibell Willner & Partner Ingenieurgesellschaft für Technische Gebäudeausrüstung mbH, Wiesbaden

2. Preis: Thomas Russ, russ u. russ architekten,Neu-Isenburg m. Martin Rudolf, mtp architekten GmbH, Darmstadt

€ 5.500

Fachberater: IPF, Bad Nauheim
Tauber Ingeneering, Frankfurt/Main

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb als Einladungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 10.09.2007
Ort Neu-Isenburg
Auslober Magistrat der Stadt Neu-Isenburg
Betreuung Magistrat der Stadt Neu-Isenburg, Bereich Bau und Planung
Preisrichter Dr. Frank Geelhaar (Vorsitz), Prof. Rolf Hempelt, Joachim Klie, Falk Schien, Oliver Quilling, Herr Bergenthal, Hans-Jürgen Hensel

Energiebewusst
Neuer Look für das sechste Obergeschoss und die Fassade des Neu-Isenburger Rathauses

Investieren, um zu sparen – in Zeiten, da die Energiepreise durch die Decke zu gehen drohen, dürfte es diesbezüglich wenig sinnvollere Bereiche geben als Maßnahmen zu energetischen Sanierung. Das gilt auch für Neu-Isenburg. Dort will der Magistrat das Rathaus erneuern. Das Ziel: den Energieverbrauch von rund 85.000 Euro im Jahr deutlich zu verringern. Aber natürlich auch dem Rathaus einen neuen „Anstrich“ zu geben. Denn das ist ab 1955 in drei Phasen entstanden bzw. wurde im Westteil, um einen Südflügel und das sechste Obergeschoss erweitert – und vor allem an Fassade und Stahlskelett hat der Zahn der Zeit merklich genagt.

Vier Neu-Isenburger und ein Darmstädter Büro waren zum vom Magistrat ausgelobten Realisierungswettbewerb eingeladen. Das Preisgericht unter Vorsitz von Frank Geelhaar (Berlin) wählte den Entwurf von Dorothée Gutmann-Bohne (Neu-Isenburg) einstimmig auf Platz eins. Ausschlaggebend war das überzeugende Energiekonzept von Wärmedämmung über Photovoltaik bis Erdwärme und der geglückte Ansatz, die bestehende Fassade neu zu interpretieren, dabei aber die Identität des Rathauses zu erhalten: Sie wird filigraner, für die vorgeblendeten Stützen- und Deckenstirnseiten ist mit Kalkstein ein heller Naturstein vorgesehen. Auch die beiden Zweitplatzierten, Voigt und Herzig Architekten und Ingenieure GmbH aus Darmstadt sowie russ und russ architekten aus Neu-Isenburg, zeigen gelungene Neuansätze, setzen beide aber stärker auf den Erhalt der Kernelemente der bestehenden Fassade.

Als problematisch beurteilten die Preisrichter beim Siegerentwurf jedoch die gegenüber dem Haupthaus abweichende Farb- und Materialwahl für den Südflügel. Der stammt aus den 80er Jahren und könnte von daher durchaus anders konzipiert werden. Doch die farbigen Aluminiumpaneele stießen auf wenig Gegenliebe. Lob erntete hingegen die durch ihre Verglasung offene Erdgeschossfassade beim Südflügel. Sehr gut kam auch die Idee an, die Außenterrasse im sechsten Obergeschoss wieder zu nutzen, die einen großartigen Ausblick über die Stadt bietet, und den Zugang zum Rathaus Richtung Hugenottenallee zu verschieben: Dadurch entsteht ein neuer Raum, der sich zum Beispiel für Ausstellungen eignen würde. Und letztlich die Erfüllung der Wettbewerbsvorgaben in energetischer Hinsicht, nämlich eine erhebliche Verbesserung der Energiebilanz durch eine Kombination aus Geothermie und moderner Brennwerttechnik. Was dann den Kreis dereinst schließen soll: Dass man nämlich das Ersparte wieder investieren kann.