Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Umstrukturierung des ehemaligen MAN-Roland Werks 1 in Offenbach/Main

Preisträger

2. Preis: bdfw+ Urbane Konzepte Städtebau und Architektur, Weimar

€ 22.000

Vinzenz Dilcher, Lars Bölling, Martin Fladt, Ulrich Wieler
Mitarbeiter: Kai Beck, Dennis Wagner
Modellbau: Erik Schmidt

2. Preis: Landes & Partner, Frankfurt/Main mit B.A.S. Kopperschmidt + Moczala, Weimar

€ 22.000

Michael A. Landes
Christian Moczala
Mitarbeiter: Jochen Röhrig, Corinna Maier

4. Preis: PASD Feldmeier-Wrede, Hagen

€ 8.000

Helmut Feldmeier
Mitarbeiter: Marc Weber

4. Preis: Konermann Siegmund Architekten, Hamburg

€ 8.000

Georg Konermann-Dall, Ingo Siegmund
Mitarbeiter: Carsten Bauernfeind, Michael Hase, Mareike Schnell

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Wettbewerbsform Begrenzt offener städtebaulicher Ideenwettbewerb
Preisgerichtssitzung 04.09.2007
Ort Offenbach/Main
Auslober Magistrat der Stadt Offenbach/Main
Betreuung Amt für Stadtplanung und Baumanagement, Offenbach/Main
Preisrichter Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse (Vorsitz), Stefan Forster, Hans Joachim Rausch, Jürgen Rittmannsperger, Dr. Sever Severain, Horst Schneider, Georg Beil, Dr. Hans-Joachim Haaßengier, Gerhard Grandke

Erhalten versus ersetzen
Umstrukturierungskonzepte für das ehemalige MAN-Roland Werk in Offenbach

Seit 2004 liegt in Offenbach das Gelände des ehemaligen MAN-Roland-Werkes brach. Um dem 3,2 Hektar großen Areal wieder städtisches Leben einzuhauchen, sprich: vor allem im Bereich Wohnen neue Qualitäten zu generieren, hat der Magistrat einen begrenzt offenen Ideenwettbewerb ausgelobt. 15 Büros reichten Umstrukturierungsvorschläge für eine neue Grundschule mit Multifunktionssporthalle, die Mischung aus Gewerbe und Wohnen und öffentliche Grünflächen inklusive der Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte ein.

Das Ergebnis waren viele spannende Detaillösungen – aber letztlich keine einzelne Arbeit, die in allen Belangen überzeugte. Wichtig war vor allem der Umgang mit der sogenannten Trapezhalle im westlichen Teil des Geländes. Großflächig lässt sich diese Halle zumindest derzeit nicht nutzen. Doch bei den vorgeschlagenen Alternativen, daraus eine Schule oder Wohnraum zu machen, befürchteten die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Dreysse funktionale und wirtschaftliche Unwägbarkeiten.

Deshalb vergab das Preisgericht zwei zweite Plätze an Entwürfe, die eine andere Lösung parat hatten. Zum einen an das Weimarer Büro bdfw+ und zum anderen an Landes & Partner aus Frankfurt am Main zusammen mit B.A.S. Kopperschmidt + Moczala, Weimar. Während erstere auf eine kleinteilige, gewerbliche Nutzung der Hallen setzen und damit im Rahmen des Denkmalschutzes bleiben, machen letztere Tabula rasa. Bis auf das Verwaltungsgebäude soll die gesamte unter Denkmalschutz stehende Gebäudesubstanz weichen. Dass dadurch Freiheiten für eine gut funktionierende städtebauliche Lösung entstehen, wusste das Preisgericht zu würdigen, mahnte aber dennoch eine Prüfung an, ob sich nicht einzelne Teile innerhalb des Konzeptes erhalten ließen. Des Weiteren wurden noch zwei vierte Plätze vergeben: an PASD Feldmeier-Wrede, Hagen, sowie Konermann Siegmund Architekten, Hamburg.

So unterschiedlich die beiden zweitplatzierten Entwürfe in punkto Wohnen und Gewerbe sind: Beide zeichnet eine robuste städtebauliche Grundfigur mit Nord-Süd-Erschließungen aus, beide platzieren die Schule im Zentrum des Geländes, beide kennzeichnet eine Art „grüner Mitte“. Auf dieser Basis haben beide Vorschläge – umgearbeitet – allemal das Potenzial, eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete in Offenbach neu zu beleben und es stimmig in das umliegende Quartier zu integrieren.