Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau eines Hallenbades in Oberursel

Preisträger

1. Preis: Sacker Architekten, Freiburg mit faktorgrün, Denzlingen

€ 20.000

Detlef Sacker
Martin Schedlbauer
Mitarbeit: Sven Post, Ralf Heinrich, Jens Pasche, Annemarie Müller
Fachberater:
IST Energieplan GmbH, Kandern (Haustechnik)
Mohnke Bauingenieure, Denzlingen (Tragwerksplanung)

2. Preis: Lehmann Architekten GmbH, Offenburg

€ 15.000

Gerhard A. Lehmann, Gunnar A. Lehmann, Grischa A. Lehmann
Mitarbeit: Marion Steinbach, Jürgen Ebinger, Tobias Hylla
Fachberater:
Herrburg Landschaftsarchitekten, Berlin
Mareike Schönherr, Susanne Friedburg

Ankauf: SSP Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH, München mit Peter Kluska, München

€ 6.000

 

Hans-Jürgen Schmidt-Schicketanz
Mitarbeit: Florian Dilg

Ankauf: AH Architekten Arnke und Häntsch Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

€ 6.000

Prof. Peter L. Arnke, Prof. Brigitte Häntsch, Rolf Mattmüller
Mitarbeit: Stephan Steeb, Hans Zieger, Lisa Wallin
Fachberater: Harald Kannewischer, CH-Zug (TGA)

Ankauf: Kauffmann Theilig & Partner, Stuttgart/Ostfildern

€ 6.000

Prof. Andreas Theilig
Mitarbeit: Wolfram Böttiger, Danni Zou

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 21.08.2007
Ort Oberursel
Auslober Magistrat der Stadt Oberursel
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Carlo Weber (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Prof. Thomas Bieling, Prof. Anett-Maud Joppien, Ralph Kulak, Peter Lechmann, Prof. Zvonko Turkali, Prof. Tobias Wulf, Hans Georg Brum, Jürgen Funke, Josef Gab, Arnold Richter, Dieter Rosentreter/Ulrike Lindemann, Ingrid Hagen, Frauke Gunkel

„Badeplatte“ als Leitidee
Oberursel freut sich auf ein neues Frei- und Hallenbad

Zu kalt, zu regnerisch. Zum Ausklang eines durchwachsenen Sommers tröstet allenfalls Galgenhumor: So mancher ist unfreiwillig baden gegangen, aber ausgerechnet die, die Baden gehen wollten, konnten es oft nicht.

In Oberursel stimmen wenigstens die Aussichten fürs Jahr 2008. Da soll nämlich mit dem Neubau des Hallenbades und mit der Sanierung des Freibades begonnen werden – also ein Modell für alle Wetterlagen.

Nötig ist der Schritt geworden, weil die bestehende Anlage schlicht am Ende und der Abriss die wirtschaftlichste Lösung ist. Den dazu vom Oberurseler Magistrat ausgelobten begrenzt offenen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren hat das Büro Sacker gewonnen. Die Freiburger haben den von Bürgermeister Hans-Georg Brum erhofften funktionalen, wirtschaftlichen, vor allem aber nachhaltigen Entwurf vorgelegt. Das Preisgericht unter Vorsitz des Stuttgarters Carlo Weber vergab den zweiten Preis an Lehmann Architekten aus Offenburg. Zudem gab es drei Ankäufe für SSP Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner aus München, für AH Architekten Arnke und Häntsch, Berlin, sowie für Kauffmann Theilig & Partner, Stuttgart/Ostfildern.

Die beiden Preisträger haben – im Gegensatz zu vielen anderen Entwürfen – das neue Gebäude parallel zur Altkönigsstraße angelegt. Das sichert den Erhalt des Baumbestandes (was jeder Freibadbenutzer zu schätzen wissen wird) und bewahrt die vorhandene parkartige Qualität des Grundstücks, die allein schon für sich ein Kapital darstellt. Und es ermöglicht zugleich einen Schallschutz zum benachbarten Wohngebiet – wenngleich natürlich umgekehrt Beeinträchtigungen durch die Zu- und Abfahrt über die Altkönigsstraße entstehen.

Ausschlaggebend für den erstprämierten Vorschlag war, dass er erstens durch seine kompakte Form einen Kontrast zu den Wohnhäusern bildet, wobei der vorgeschlagene Naturstein in Kombination mit langen Glasbändern gut zum Viertel passen dürfte. Und zweitens, dass die Leitidee eine „Badeplatte“ ist, sprich: die Wasserflächen auf der Freibadebene angeordnet sind. Dadurch entstehen personalsparende kurze Wege, unterschiedliche Nutzungsvarianten sind denkbar wie separater Betrieb oder aber eine Kombilösung, bei der Elemente der Glasfassade geöffnet werden können. Auch im Innern des Hallenbades mit einem dreigeschossigen Kopfbau ist die Fläche höchst ökonomisch optimiert, alle Funktionen sind auf einer Ebene angesiedelt.

Die Preisrichter monierten jedoch die Gestaltung des südöstlichen Teils der „Badeplatte“ sowie die Höhenentwicklung an der Altkönigstraße und beklagten, dass man von der Eingangshalle nicht in die Badehalle sehen könne. Positiv fiel hingegen ins Gewicht, dass man eine Sache nicht sehen kann: nämlich die Sauna, die blickgeschützt auf dem Dach des Hallenbades platziert ist.

Die Stadt besitzt – mit ihrem sanierten Altstadtkern, vielen Freizeitanlagen und durch die Taunuslage – einen hohen Erholungsfaktor. Der wird mit dem neuen Bad steigen. Insofern hat die neue Badesaison für die 45.000 Oberurseler jetzt schon angefangen: Nach dem Sommer ist ja immer auch vor dem Sommer.