Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Planung einer Fußgänger-/ Radfahrerbrücke (WI – Amöneburg nach Mainz Industriehafen)

Preisträger

1. Preis: Nazir Rahmaty, Eberstadt (TU Darmstadt)

€ 15.000

2. Preis: Viktor Grams, Darmstadt (HS Darmstadt)

€ 12.000

3. Preis: Nils-Torben Becker, Lahntal (TH Mittelhessen)

€ 9.000

Anerkennung: Tobias Schneberger, Frankfurt (TU Darmstadt)

€ 3.000

Anerkennung: Paul Teichler, Oberursel (FH Frankfurt)

€ 3.000


Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Ideenwettbewerb in Form eines offenen Wettbewerbs gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 21.06.2011
Ort Wiesbaden
Auslober Dres. Edith u. Klaus Dyckerhoff -Stiftung
Betreuung Prof. Alfram von Hoessle, Frankfurt am Main SloGa – Kontor für Kreative Kommunikation, Wiesbaden
Preisrichter Prof Jürgen Hauck, Prof. Emil Hädler, Prof. Uli Scheffler (Vorsitz), Prof. Eberhard Voigt, Prof. Walter Wilking, Prof. Hans-Peter Glucker, Manuela Klein, Thomas Metz

Bequem über den Rhein flanieren
Wettbewerb für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke

Radfahrer und Fußgänger die über die alte Kaiserbrücke zwischen Wiesbaden-Amöneburg und Mainz den Rhein überqueren, wissen, wie viel Muskelkraft es braucht, über die zahlreichen Stufen die Brücke zu erklimmen. Oben angekommen führt ein schmaler Weg direkt neben den Bahnschienen zum anderen Ufer, der nur bedingt zum Verweilen und Genießen der Aussicht einlädt, insbesondere, wenn zudem ein Zug im Rücken vorbeidröhnt.

Amöneburg ist einer der eher weniger attrktiven Stadtteile der hessischen Landeshauptstadt. Bereits vor vier Jahren hatte die Dr. Edith-und-Klaus-Dyckerhoff-Stiftung einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt, um den Stadtteil zu öffnen und attraktiver zu machen. Passiert ist seitdem zwar nichts, dennoch startete die Stiftung nun einen neuen Versuch für die Belebung. In einem Ideenwettbewerb wurden dieses Mal Vorschläge gesucht für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein zum Mainzer Zollhafen, in dem ein neues Stadtgebiet entsteht. Zur Teilnahme zugelassen waren Architekturstudenten und -absolventen der Hochschulen in Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Kaiserlautern, Kassel, Mainz und Wiesbaden.

Das Interesse an dem mit 45.000 Euro dotierten Wettbewerb, den das SIoGA Kontor für kreative Kommunikation aus Wiesbaden zusammen mit Prof. Alfram von Hoessle aus Frankfurt am Main betreut hatte, war groß. Gefordert worden war eine elegante Brücke, die im Wesentlichen aus einem hochfesten Beton mit Nanopartikeln bestehen und die zudem barrierefrei ausgelegt sein sollte. Letztendlich reichten von den 100 Interessenten jedoch nur 25 ihre Ideen ein.

Die funktionale Konstruktion einer reinen Betonbrücke von Nazir Rahmaty sagte dem Preisgericht, dessen Vorsitz Prof. Ernst-Ulrich Scheffler aus Frankfurt am Main führte, am meisten zu. Der Siegerentwurf des Studenten an der Technischen Universität Darmstadt sieht eine Art Röhre mit offenen Seiten aus ultrahocherhitztem Beton und einer Neigung von sechs Prozent vor, die nachts beleuchtet werden soll. Der zweite Preis ging an Viktor Grams von der Hochschule Darmstadt, der einen trichterförmigen Bau mit Aufenthalts- und Ruhezonen entwarf. Die Brücke würde in zwei Bauabschnitten errichtet werden und in der Mitte einen großen Pylon erhalten. Platz drei fiel an Nils-Torben Becker von der Technischen Hochschule Mittelhessen (Gießen). Dessen Kombination aus Bogen-, Fachwerk- und Hängebrücke wirkt futuristisch, dürfte aber voraussichtlich teuer werden.

Zudem vergaben die Preisrichter noch drei Anerkennungen an Studenten der TU Darmstadt und der FH Frankfurt am Main.

Ob je Fußgänger über die Brücke von Amöneburg über die Petersaue bis zum neu entstehenden Wohngebiet am Mainzer Zollhafen flanieren werden und Radfahrer mit weniger Muskelkraft an dieser Stelle den Rhein queren können, ist jedoch ebenso ungewiss, wie die Verschönerung des Stadtteils Amöneburg selbst, fehlen doch für beide Vorhaben das Geld bzw. Investoren für die Realisierung. Doch der Stiftungsgründer ist davon überzeugt, dass der Verbindungsbau nach Mainz kommen wird: „Die Brücke wird nämlich gebraucht“, so Klaus Dyckerhoff.