Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau eines Einfamilienhauses in Kronberg/Taunus

Preisträger

1. Rang: Meurer Architekten+Stadtplaner, Frankfurt/M. m. Sommerlad Haase Kuhli Landschaftsarchitekten, Gießen

€ 2.000

Prof. Thomas J. Meurer, Raimund Haase
Mitarbeit: K. Heinz, Prof. Nikolaus Zieske, T. Schweyen

2. Rang: netzwerkarchitekten PartG, Darmstadt

€ 1.300

Thilo Höhne, Karim Scharabi, Philipp Schiffer, Jochen Schuh, Markus Schwieger, Oliver Witan
Mitarbeit: Petra Lenschow, Florian Klüter
Freiraumplanung:
Club L 94, Köln
Homann, Flor, Klose, Wegener
Tragwerksplanung:
Dr. Kreutz & Partner, Nürnberg
Hentschel, Kreutz, Männl, Petri, Scherf, Wanninger

3. Rang: cornelsen + seelinger architekten, Berlin/Darmstadt/Amsterdam m. Landschaftsplanung Wirtz Int. N.V.

€ 700

Birgit Cornelsen, Caspar Seelinger, Martin Seelinger
mit Landschaftsplanung Wirtz International N.V., Belgien,
Jaques Wirtz

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb im kooperativen Verfahren als Einladungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 09.06.2007
Ort Kronberg/Taunus
Auslober Katharina und Dr. Stephan Hutter, Frankfurt/Main
Betreuung Anja Ohliger, Frankfurt/Main
Preisrichter Marcus Dröge (Vorsitz), Christof Kullmann, Gerrit Schmidt, Dr. Stephan Hutter, Katharina Hutter

Vom Teehaus zum Monolithen
Wettbewerb für ein Privathaus in Kronberg

Ein monolitisches, ein in sich geknicktes und ein weitgehend transparentes Langhaus – so sehen die ersten drei Plätze um den Neubau eines eingeschossigen Einfamilienhauses in Kronberg aus. Dass es auf ein Langhaus hinauslaufen würde, war bei dem nicht anonymen Wettbewerb mit fünf eingeladenen Büros relativ klar. Die räumlichen Anforderungen, die abfallende Topographie bei etwa 280m üNN des ca. 8.000 qm großen Geländes, und die zum Teil über einhundert Jahre alten, exotischen Bäume – darunter neben Mammut- und Gingkobäumen eine beeindruckende Libanonzeder – sprechen für die Langhauslösung. Dass die Entwürfe aber ein breites architektonisches Spektrum abdecken, spricht für den Wettbewerb – und dürfte die Auslober freuen.

Denn sie haben zunächst einmal mit der Auslobung der städtebaulichen Anbindung ihres neuen Domizils in nächster Nähe zur Kronberger Burg Rechnung getragen. Und zugleich der jüngeren historischen Bedeutung des Umfeldes: Das momentan bestehende Gebäude war das Teehaus der ehemaligen Villa Grosch, einstmals im Besitz des Teefabrikanten Eberhard Grosch. Für diese Entscheidung bekommen sie eine attraktive Auswahl.

Zum Beispiel den erstplatzierten Entwurf des Büros Meurer Architekten + Stadtplaner, Frankfurt/Main in Zusammenarbeit mit Sommerlad Haase Kuhli Landschaftsarchitekten, Gießen. Von ihnen stammt der „Monolith“. Den stuften die Preisrichter insgesamt als „sehr gelungen“ ein und zählten ihn im Vergleich zu den anderen zu den wirtschaftlicheren Entwürfen. Zugleich empfanden sie ihn aber als etwas schwer anmutend; und auch aus denkmalpflegerischer Sicht dürfte wohl eine Auflockerung gut tun.

Für das Langhaus in Ost-West-Orientierung schlagen sie für die verputzte Raumspange eine Natursteinhülle vor. Der Zugang erfolgt über einen im Westen angegliederten kubischen Baukörper. Außen und Innenbereiche beurteilte das Preisgericht als gut miteinender verknüpft. Da der Bau weit südlich auf der Fläche steht, entsteht oberhalb des Obstgartens eine Freifläche, durch die der Pool und die dort befindlichen Terrassen direktes Sonnenlicht von Westen erhalten. Die Räume sind großzügig und komfortabel. Ein „Haus im Haus“ ist konzipiert: Die Eltern der Auslober sollen dies quasi separat nutzen können. Und wollte man später das Gebäude teilen, so wäre auch dies möglich. Und zu guter Letzt: Das Büro Meurer hatte auch als einziges Aussagen hinsichtlich der als schwierig eingestuften baulogistischen Situation getroffen.

Unter Vorsitz von Marcus Dröge – das Preisgericht sprach bei diesem Wettbewerb lediglich Empfehlungen für eine Preisvergabe bzw. die Rangfolgen der Arbeiten aus – ging Platz zwei an die Darmstädter Netzwerkarchitekten PartG (Freiraumplanung Club L 94, Köln). Sie schlagen einen Bau vor, der bei geradlinig durchlaufendem First Einschnitte gegenüber von Libanonzeder und Turmfragment aufweist. Dadurch entsteht ein „skulpturaler Solitär“ aus Schiefer.

Platz drei belegten schließlich Cornelsen Seelinger Architekten, Berlin/Darmstadt/Amsterdam (mit Landschaftsplanung Wirtz International N.V., Belgien), die bei ihrem äußerlich sehr leicht anmutenden Langhaus durch ein weitgehend transparentes Erdgeschoss die Landschaft erlebbar machen.