Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der Konrad-Lorenz-Schule in Usingen

Preisträger

1. Preis: leitenbacher spiegelberger architekten, Traunstein

€ 45.200

Gerti Leitenbacher, Jochen Spiegelberger
Fachberater:
Climaplan GmbH, München

2. Preis: rappold architekten, Fellbach

€ 30.100

Stefan Rappold
Fachberater:
Eurich Landschaftsarchitektur, Wendlingen a. N. (Landschaftsarchitekt)
moka-studio Jean Pierre Monclin, Hamburg (Visualisierung)

3. Preis: k.r.e.@.team schäfer (architektur + stadtplanung), Bad Homburg v.d.H.

€ 20.600

Anja Schäfer, Dietmar Schäfer, Peter Bender
Mitarbeit: Meteusz Broniarek, Patrick Kutzera, Martin Trefon
Fachberater:
Transsolar Energietechnik GmbH, Alex Knirsch, Stuttgart
Eisenloffel . Sattler + Partner, Achim Sattler, Berlin

4. Preis: Scheuring u. Partner Architekten, Köln

€ 13.700

Prof. Andreas Scheuring, Claudia Hannibal-Scheuring, Martin Lohmann
Mitarbeit: Guido Bornkast, Anna Gsell, Kerstin Kuhnekath

Ankauf: Glück + Partner Freie Architekten, Stuttgart

€ 6.825

Eckart Mauch, Martin Ritz
Mitarbeit: Sören Rafn, Maren Pipplies

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 01.03.2007
Ort Usingen
Auslober Kreisausschuss des Hochtaunuskreises
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Prof. Bernd Gronert, Stefan Kappes, Prof. Wolfgang Rang, Verena Trojan, Ulrich Krebs, Beate Denfeld, Matthias Drexelius, Hellwig Herber, Ilse Ulbricht

Das Dutzend ist voll
Zwölfter Schulwettbewerb im Hochtaunuskreis entschieden

Es ist ein besonderes Projekt: Der Wettbewerb um den Neubau der Konrad-Lorenz-Schule in Usingen ist der zwölfte abgeschlossene Wettbewerb des Hochtaunuskreises im Rahmen seiner Schulbau-Initiative „Hochtaunus-Schulen für das 21. Jahrhundert“. Und mit einem Volumen von ca. 35 Millionen Euro bei 7.423 qm Hauptnutzfläche ist das Vorhaben zudem das zweitgrößte nach der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf.

Ein Zahlenjubiläum feiern auch die Gewinner des Entscheids, das Traunsteiner Büro leitenbacher spiegelberger. Zum dritten Mal haben die Bayern die Nase vorn, wenn es darum geht, Schulen im Hochtaunuskreis zu planen. Und das auch noch im schönsten Dreiklang: 2001 gewannen sie den Wettbewerb um eine Grundschule in Glashütten-Schloßborn, 2004 für eine Grundschule in Oberursel und nun, 2007, stimmten die Preisrichter mit 10:1 für ihr Konzept einer neuen Usinger Haupt- und Realschule.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali hatte zwischen 29 Büros zu entscheiden, die sich letztlich an dem europaweit ausgeschriebenen und von BSMF betreuten Wettbewerb mit insgesamt 489 Bewerbungen beteiligten. Für die Traunsteiner sprach, wie sie die funktionalen Anforderungen an einen modernen Ganztagesschulbetrieb erfüllten – von der Mensa, die zugleich als Mehrzweckhalle dienen kann, bis zu den klaren Clusterbildungen. Den zweiten Platz belegten die Fellbacher rappold architekten, die vor allem für den sensiblen Umgang mit der topografisch schwierigen Situation Lob erhielten. Der dritte Preis ging an k.r.e.@.team schäfer aus Bad Homburg für ein abwechslungsreiches Ensemble von Baukörpern und Luft- bzw. Lichträumen. Und der vierte Preis ging an den Vorschlag von Scheuring und Partner, Köln, die Baukörper fein abgestuft um einen Schulhof zu verteilen.

Der Siegerentwurf punktete aber insbesondere dort, wo andere Entwürfe Schwächen hatten. Die kammartig angeordneten, dreigeschossigen Flachbauten passen sich gut in die Umgebung ein. Sie sind städtebaulich optimal erschlossen – sowohl die fußläufige Erschließung im Osten als auch die durch PKW und Busse im Süden. Die Funktionsräume sind klar gegliedert – und ebenso klar getrennt: Drei-Feld-Sporthalle, Mensa, Klassenzimmer und Betreuungsräume können separat und ohne gegenseitige Störungen genutzt werden. Verbindungselement ist das Foyer, über dem die Schulleitung residiert – und die so den pädagogischen Überblick über die derzeit rund 830 Schüler in 32 Klassen behalten soll. Die Preisrichter monierten jedoch die Ausformulierung der Fassaden aus großen Glasflächen und die Lage der Foyer-Treppe.

Spätestens zur geplanten Fertigstellung im Herbst 2010 soll dann die stark zergliederte und noch stärker sanierungsbedürftige Anlage der heutigen Konrad-Lorenz-Schule Geschichte sein. Passé ist das Schulbauprogramm für den Hochtaunuskreis mit diesem Wettbewerb aber nicht. Auch wenn nicht gleich ein weiteres Dutzend Schulen ansteht – einen Wettbewerb wird es noch in diesem Jahr geben, für drei weitere liegen die Pläne immerhin schon in der Schublade.