Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Turnhallen-Baukasten für Frankfurter Schulen in Passivhausstandard

Preisträger

1. Preis: D´Inka + Scheible, Fellbach

€ 15.345

Gabriele D´Inka, Albrecht Scheible
Mitarbeit: Marco Lewald, Christoph Beyerle
Fachberater: Tragwerk: Matthias Pfeifer, Fellbach
Haustechnik: IGF, Fellbach
Bauphysik: Dr. Schäcke + Bayer, Waiblingen

2. Preis: AS&P Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt/Main

€ 10.230

Gerhard Brand
Mitarbeit: Anja Brandenstein, Ralf Braun, Corina Schöne, Christian Roth
Fachberater:
Tragwerk: B+G Ingenieure, Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt/Main
Energie/Technikkonzept: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim

3. Preis Kölling Architekten GbR, Bad Vilbel

€ 6.975

Moritz Kölling, Bernd Kölling
Mitarbeit: Sabine Kölling, Jochen Dressler
Fachberater:
Klima-Heizung-Sanitärtechnik: Ingenieurbüro IBO, Wehrheim
Tragwerk: RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt/Main

4. Preis: Antje Heuer, Chris Dähne, Stefan Rettich, Weiterstadt/Leipzig

€ 4.650

Fachberater:
Klaus Pfeifer, Carsten Herbert (Energieberater),
Energie + Haus, a:HP Architekten, Darmstadt

5. Preis:`asp` Architekten, Arat Siegel Schust, Stuttgart

€ 3.800

Cem Arat
Mitarbeit: Peter Larsson, Tamer Nasifoglu
Fachberater:
Bauphysik: Bobran Ingenieure, Stuttgart
Tragwerk: Schlaich, Bergermann & Partner, Stuttgart

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 19.01.2007
Ort Frankfurt/Main
Auslober Magistrat der Stadt Frankfurt/Main
Betreuung Hochbauamt der Stadt Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Carlo Weber (Vorsitz), Prof. Peter Cheret, Prof. Matthias Pfeifer, Michael Schumacher, Dr. Ing. Hans Jürgen Pritzl, Jutta Ebeling, Ursula Scheuring

Masterplan für Turnhallen
Wettbewerb im Baukastenprinzip für Frankfurter Schulen in Passivhausstandard

Es sei eine „anspruchsvolle Ausschreibung“ gewesen, so der Preisgerichts-Vorsitzende Prof. Carlo Weber aus Stuttgart – und zwar in ökonomischer wie auch ökologischer Hinsicht. Gemeint war der beschränkt offene Realisierungswettbewerb, mit dem die Stadt Frankfurt einen Turnhallen-Baukasten entwickeln wollte, um so einen Standardtyp für eine Einfeldturnhalle zu finden, der sich an vier verschiedenen Standorten bewähren und die Passivhausstandards einhalten sollte. Das Ziel: Bis 2014 sollen dadurch 25 marode Turnhallen aus den 60er Jahren ersetzt werden, deren Mängelliste von undichten Dächern bis zu untragbaren sanitären Anlagen reicht.

Gewonnen hat den vom Magistrat ausgelobten und vom Hochbauamt der Stadt Frankfurt betreuten Wettbewerb das Fellbacher Büro D’Inka und Scheible. Einstimmig entschieden sich die Preisrichter unter den 26 Teilnehmern für ein Konzept, bei dem sich der kompakte Baukörper der Turnhalle jeweils zum Schulhof öffnet und an der Längsseite von einem zweigeschossigen Nebenraumtrakt für die Funktionsräume flankiert wird. Der zweite Preis ging an Albert Speer & Partner, Frankfurt, deren Kubus als kompakte „Matchbox“ konzipiert war, und Platz drei ging an das Büro Kölling aus Bad Vilbel, die einen gestaffelten Baukörper vorschlagen, der sich durch die Farbgebung den verschiedenen Orten anpassen soll.

Der Siegerentwurf hat jedoch den Vorteil, dass der Riegel der Funktionsräume durch eine Pergola quasi verlängert wird. Das schafft nicht nur einen zusätzlichen gedeckten Pausenbereich. Wahlweise kann das Ensemble zur jeweiligen Schule in einen ergänzenden, begrenzenden oder auch raumdefinierenden Zusammenhang treten. Und: Es kann vor allem eine neue Eingangssituation entstehen. Insbesondere am Beispiel der Bonifatiusschule, die als erste Schule eine neue Halle erhalten soll, ließ sich dies gut zeigen: Die Pergola ermöglicht parallel zur Hamburger Allee eine ausgesprochen prägnante Präsentation der Schule.

Weitere Charakteristika: Die Fassade besteht aus durchscheinenden Gussglass-Scheiben mit Einzelbefestigungen aus Edelstahl, die farblich unterschiedlich hinterlegt werden und farbige Akzente setzen können, das kleinteilige Konstruktionsraster ermöglicht eine sensible Fassadenaufteilung, und das Baukastensystem ist von vorgefertigten Holzelementen gekennzeichnet.

Nur in punkto Passivhausqualität kam das Preisgericht zu der Ansicht, dass alle Entwürfe weiter entwickelt werden müssten. Doch dann dürfte dem „Masterplan“ für den Einsatz des Turnhallen-Baukastens, mit dem die Stadt Frankfurt rasch auf eine kritische Situation bei den nicht mehr sanierungsfähigen Turnhallen reagiert, nichts mehr im Wege stehen.