Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Universität Kassel - Campus Nord

Preisträger

1. Preis: raumzeit Architekten, Berlin

€ 22.000

Friedrich Tuczek, Jan Läufer, Gunnar Tausch
Mitarbeit: Philipp Quack
mit K1 Landschaftsarchitektur, Berlin
Catherine Kuhn, Axel Klapka

2. Preis: Prof. Georg Augustin, Prof. Ute Frank, Berlin

€ 17.250

Mitarbeit: Julia Lorenz, Alexander Ammon
mit Manfred Karsch, Berlin
Mitarbeit: Tibor Fuchs, Anke Steinbrügge, Paul Junker

3. Preis: Ferdinand Heide Architekt, Frankfurt/Main

€ 13.250

Mitarbeit: Sandrina Schliemann, Andreas Disser, Christian Schmitt, Heinrich Großenbach, Karmen Peksec, Stefan Hirschfelder (Modellbau)mit Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin
Stephan Buddatsch

4. Preis: Gerber Architekten, Dortmund

€ 10.250

Prof. Eckhard Gerber
Mitarbeit: Hannes Beinhoff, Britta Küest, Diana Vugner, Jens Beutfeld, S. Kroll, A. Kuhlmann
mit gartenlabor landschaftsarchitekten, Hamburg
Nicola Bruns, Ando Yoo

5. Preis: Hans-Joachim Agather, Hamburg

€ 7.250

Mitarbeit: Yvonne Busse, Johannes Hügle
mit Thomas Tradowsky, Hamburg

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Zweistufiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren. Erste Stufe: begrenzt offener, städtebaulicher Ideenwettbewerb Zweite Stufe: Realisierungswettbewerb im kooperativen Verfahren
Preisgerichtssitzung 12.12.2008
Ort Kassel
Auslober Land Hessen
Betreuung scheuvens+wachten, Dortmund
Preisrichter Prof. Manfred Hegger (Vorsitz), Prof. Zvonko Turkali, Prof. Dr.-Ing. Michael Koch, Prof. Christa Reicher, Prof. Undine Giseke, Prof. Kirsten Schemel, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz / Irene Bauerfeind-Roßmann, Prof. Dr. rer. Pol. Rolf-Dieter Postlep / Dr. jur. Robert Kuhn, Thomas Platte, Prof. Maya Reiner, Norbert Witte / Prof. Wigbert Riehl

Heureka am Holländischen Platz

Campus Nord der Universität Kassel wird ausgebaut

„Ich habe es gefunden“ – die Bedeutung des Wortes Heureka hat sich beim gleichnamigen, drei Milliarden Euro schweren Hochschulbauprogramm für die hessischen Universitäten schon öfter bewahrheitet. Diesmal in Kassel.

In der Nordstadt wird der Campus Holländischer Platz ausgebaut, Fachbereiche und Einrichtungen wandern von Kassel-Oberzwehren auf das Gelände der ehemaligen Gottschalkfabrik – ein Areal mit zum Teil denkmalgeschützten Industriebauten. Hier besteht die Möglichkeit, den rund 8,5 ha großen Campus nicht nur zu erweitern, umzunutzen und neu zu organisieren, sondern ihn in dem heterogenen Stadtumfeld noch stärker als zentralen Komplex zu positionieren. Wichtige Eckpunkte des 200 Millionen-Euro-Projekts: Bis 2015 sollen ein Erweiterungsbau für die Mensa, ein Hörsaalzentrum inklusive Campus Center als zentraler Aufenthaltspunkt für die Studenten sowie ein Gebäude für den Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung (ASL) entstehen.

Den vom Land Hessen ausgelobten zweistufigen Wettbewerb – begrenzt offener, städtebaulicher Ideenwettbewerb und daran anschließend ein Realisierungswettbewerb im kooperativen Verfahren – haben raumzeit Architekten in Zusammenarbeit mit K1 Landschaftsarchitekten, beide Berlin, gewonnen. Zwölf Arbeiten von Architekten und Landschaftsplanern waren für die zweite Stufe qualifiziert. Die Entscheidung der Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Manfred Hegger aus Kassel fiel einstimmig aus. Ausgezeichnet wurde eine „ Bildungslandschaft“ zwischen einem neuen, „linearen“ Park entlang der Ahna und der Stadt: mit vielen einzelnen Blocktypologien mit Innenhöfen, fast wabenartig verwoben, die einige schöne Durchgänge und Plätze entstehen lassen und sich ins Grüne öffnen. Der zweite Preis ging an das Architekturbüro Augustin und Frank mit dem Landschaftsarchitekturbüro Manfred Karsch, gleichfalls beide aus Berlin, die das Thema der „Inselbildung“ variieren: Unterschiedlich geformte Baukomplexe werden gleichsam von öffentlichen Räumen „umspült“. Der dritte Preis wurde dem Frankfurter Büro Ferdinand Heide Architekten und dem Berliner Büro Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung zugesprochen, das auf die Geometrie einer orthogonalen Baufeldstruktur setzt.

Der Siegerentwurf punktet mit einer einleuchtenden Nutzungsverteilung – SciencePark im Norden, Wohnen im Zentrum und CampusCenter im Süden –, die zur Belebung des ganzen Campus beitragen dürfte. Hier kommt auch die Diagonale zum Tragen, die sich vom südlichen Campusareal von der Mensa bis in den Nordteil hin fortsetzt. Die architektonische Sprache der neuen Bauten mit metallischen und gläsernen Fassaden fügt sich gut zu den historischen Backstein-Fabrikgebäuden. Während die Blockkanten zur Gottschalkstraße bzw. der Moritzstraße geschlossen werden, öffnen sich vor allem die Institutsgebäude durch plausible Versprünge zu den landschaftlichen Freiräumen hin. Hier gefielen vor allem die Rasenplateaus zur Ahna. Der CampusCenter ist von drei Seiten zugänglich und wirkt sehr einladend. Auch mit dem Arrangement für den Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung um einen großzügigen Hofbereich waren die Preisrichter zufrieden. Und die Überlegung, die Moritzstraße künftig verkehrsberuhigt auszuweisen, fand großen Anklang.

Moniert wurden hingegen aus funktionaler Sicht die drei Baukörper des ScienceParks und vor allem die Mensa-Erweiterung. Bei letzterer empfahl das Preisgericht sogar, bei der Umsetzung auf das Konzept für den kompakten Mensaanbau mit Blick auf die Ahna und eigenständiger Fassade des zweitplatzierten Entwurfs zurückzugreifen. Was wiederum zu Heureka passt: Die Lösung wurde auf jeden Fall gefunden – und ein wichtiger Schritt getan, um die Attraktivität der Uni Kassel als Campus-Hochschule zu steigern.

Was wiederum zu Heureka passt: Die Lösung wurde auf jeden Fall gefunden – und ein wichtiger Schritt getan, um die Attraktivität der Uni Kassel als Campus-Hochschule zu steigern.