Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Georg-Büchner-Schule, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: Bock + Sachs Architekten, Berlin

€ 10.000

Tilman Bock
Fachberater: ZWP Berlin
Mirjam Borowietz
(Haustechnik)

2. Preis: Prof. Heribert Gies, Mainz

€ 7.500

Mitarbeit: Marcel Emde, Anja Pappert
Fachberater: GWS AG, Mainz
Thomas Giel

3. Preis: Marius Puppendahl, Olfen

€ 5.000

Mitarbeit: Felix Hube
Fachberater: Club L 94 Landschaftsarchitekten, Köln

Anerkennung: hgp-Architekten, Frankfurt

€ 2.500

Christian Mohr, Markus Leben
Mitarbeit: Nils Nilsson, Magdalena Chojnacka, Christoph Kaiser

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb im vereinfachten Verfahren mit vorgeschaltetem qualifiziertem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 13.08.2008
Ort Frankfurt/Main
Auslober Magistrat der Stadt Frankfurt/Main
Betreuung haupt freie architekten, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Peter Cheret (Vorsitz), Prof. Thomas Zimmermann, Marcus Schmitt, Ursula Scheuring, Kerstin Monix

Repräsentieren will gelernt sein
Die Frankfurter Georg-Büchner-Schule erhält einen Neubau

Die Bockenheimer Georg-Büchner-Schule ist schon ein recht heterogenes Ensemble. Zwei ursprünglich getrennte Schulen sind hier zusammengefasst, mit Gebäuden aus der Nachkriegszeit und den 70er Jahren. Ein Hauptgebäude aus der jüngeren Zeit soll nun unter anderem wegen funktionaler Mängel und Asbestbelastung abgerissen werden.

Der Ersatzbau dafür soll wie der Altbau die Verwaltung und naturwissenschaftliche Fachräume beherbergen, zusätzlich aber auch noch einen Kiosk und eine Aula. Das alte Gebäude steht parallel zum zweiten Hauptgebäude in der Geländemitte und bildet mit den Seitengebäuden zur Pfingstbrunnenstraße hin ein „U“. Es soll während der Bauarbeiten in Betrieb bleiben und erst abgerissen werden, wenn das neue Gebäude weiter zur Pfingstbrunnenstraße hin errichtet ist. Letzteres soll dann freistehend sein, und mit den anderen Bauten einen kleinen Campus ausbilden. Und bei der Neuordnung des Schulhofes soll die bisher bestehende Trennung von Grund- und Gesamtschuld durch Zäune und Mauern aufgehoben werden, von den bislang drei Zugängen über die Pfingstbrunnenstraße nur ein einziger übrig bleiben.

Das waren die Aufgaben für den begrenzt offenen Realisierungswettbewerb im vereinfachten Verfahren, an dem für das 3,2-Millionen-Euro-Projekt zehn Büros teilnahmen. Gewonnen haben ihn die Berliner Architekten Bock + Sachs. Sie erzeugen mit einem fast quadratischen Baukörper eine neue Prägnanz angesichts der sehr unterschiedlichen Bausubstanz. Auf den zweiten Platz kam der Entwurf des Mainzers Heribert Gies mit einem recheckigen Baukörper mit Arkade und Klinkerfassade. Der dritte Preis ging an den Olfener Architekten Marius Puppendahl. Er setzte mit einem dreigeschossigen Riegel so konsequent wie kein anderer Teilnehmer auf die vorhandene Blockstruktur. Allen drei Entwürfen gelang es zudem, was die Aufgabenstellung nahe legte, einen attraktiven, differenzierten Innenhof zu gestalten.

Ausschlaggebend für die einstimme Entscheidung der Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Peter Cheret war die Tatsache, dass der Siegerentwurf nach außen hin klar als öffentliches Gebäude auftritt. Diese repräsentative Geste wird unterstützt durch die selbstbewusste Form mit Vor- und Rücksprüngen, mit dem Spiel von Glas und geschlossenen Flächen sowie mit der markanten (Rot-)Farbgebung. Die Aula im ersten Stock anzulegen, ist nicht eben selbstverständlich, wirkt aber quasi als „Beletage“. Ein Eindruck, der durch einen „Stadtbalkon“ noch gestützt wird. Auch hier also ein öffentlicher Gestus. Im Inneren übernimmt diese Funktion in der zentralen Halle ein gebäudehoher Luftraum. Zugleich entsteht dort mit der Freitreppe auch eine gute Übersichtlichkeit.

Nun ist die Georg-Büchner-Schule als eine integrierte Gesamtschule plus Grundschule mit fast 1.100 Schülern aus einem anderen pädagogischen Impetus heraus entstanden als es vielleicht die prämierte Architektur nahe legt. Doch unter heute stark veränderten Anforderungen an eine Schule ist es eine wichtige Leistung, mit Nachdruck zu zeigen: Das ist nicht irgendein Gebäude. Das ist eine Schule. Modern und offen. Eine gute Schule. Insofern will auch Repräsentieren gelernt sein.Schule