Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Sparkassenversicherung Wiesbaden-Dotzheim: "SV-Areal"

Preisträger

1. Preis: RKW Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH+Co. KG, Düsseldorf

€ 45.000

Dieter Schmoll
Mitarbeit: Jan Papenhagen, Philipp Schmoll, Ulf Stelte
Fachberater:
domotec Ingenieure GmbH, Sven Senkel, Düsseldorf (TGA)
GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Herr Gnüchtel, Kassel (Landschaftsplaner)

2. Preis: Wick+Partner Architekten Stadtpl., Stuttgart mit Lohrer Hochrein Landschaftsarch.,München

€ 27.000

Karl Haag
Ursula Hochrein
Mitarbeit: Carsten Storch, Kristin Kalbhenn

3. Preis: KBK Architekten Belz I Lutz Architektengesellschaft mbH, Stuttgart

€ 18.000

Wolfgang Lutz
Mitarbeit: Stefan Haas, Stefan Schrempp, Anika Maier, Joseph Pföderl

Anerkennung: LEHEN drei Architekten Stadtplaner, Stuttgart

€ 10.000

Martin Feketics, Prof. Leonhard Schenk, Matthias Schuster
Mitarbeit: Markus Nominaniuk, Wiebke Krohne

Anerkennung: ARGE Krieger Dubokovic, Wiesbaden

€ 10.000

Florian Krieger, Gordan Dubokovic

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener städtebaulicher Realisierungs- und Ideenwettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 05.06.2008
Ort Wiesbaden-Dotzheim
Auslober SV Sparkassenversicherung, Stuttgart
Betreuung SüdBau GmbH, c/o Drees & Sommer, Stuttgart
Preisrichter Prof. Ernst Ulrich Scheffler (Vorsitz) Albert Dietz, Otmar Kaltenbach, Thomas Metz, Prof. Helmut Raff, Peter Vorbeck, Gregor Böhmer, Dr. Stefan Korbach, Ulrich Lingner, Prof. Dr. Joachim Pös, Dr. Michael Völter

Keine Insellösung
Neues Quartier im Wiesbadener Stadtteil Dotzheim

Nach Kraut und Rüben sieht es seit Jahren nicht nur auf einem brachliegenden ehemaligen Industrieareal im zweitgrößten Wiesbadener Stadtteil Dotzheim aus – die nähere Umgebung des 28.470 Quadratmeter großen Gebietes selbst könnte heterogener kaum sein. Gegenüber im Osten liegen Nachkriegs-Wohnblocks von bescheidener Schönheit. Daneben steht ein großes Einkaufzentrum. Die Schienen der nur noch am Wochenende für historische Fahrten genutzten Aartalbahn führen im Westen daran entlang. Und nach Süden hin sind vor einiger Zeit Neubauten entstanden, die sich mit kleineren denkmalgeschützten Villen aus der Zeit um 1900 mischen.

Da liegt es nahe, einem neuen Wohnquartier eine Art Insellage zukommen zu lassen. Doch genau das zu vermeiden, war eine zentrale Aufgabe des Realisierungswettbewerbs, der zugleich für den Anschluss des Gebietes im Norden und Süden einen Ideenteil vorsah. Ein vielseitiges Nutzerprofil mit unterschiedlichen Wohnungs- und Haustypen war also seitens der auslobenden SV Sparkassenversicherung aus Stuttgart gefragt.

Unter den 13 Teilnehmern setzte dies das Düsseldorfer Büro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH+Co. KG am besten um. Einstimmig votierten die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Ernst Ulrich Scheffler für einen Entwurf, der mit einer offenen Blockstruktur mehrere Optionen bietet: eine hohe Eigenständigkeit, aber auch die gewünschte Integration, eine gleichwertige Erreichbarkeit der einzelnen Blocks sowie eine abschnittsweise Realisierbarkeit.

Preiswürdig waren auch die kompakte, fast schachbrettförmige Baustruktur von Wick+Partner Architekten Stadtplaner, Stuttgart, mit Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten, München, die auf Platz zwei kamen, sowie Platz drei, den KBK Architekten Belz | Lutz Architektengesellschaft mbH, Stuttgart, mit einer klaren städtebaulichen Formulierung durch Gebäudekanten erreichten.

Weitere Pluspunkte für den Siegerentwurf: An den Rändern sind viergeschossige und nach innen hin etwas aufgelockert dreigeschossige Gebäude vorgesehen, die dem Ensemble eine für Dotzheim stimmige „Körnigkeit“ verleihen. Die autofreie Quartiersmitte wird durch einen kleinen Platz betont, die Garten- und Grünflächen strukturieren die Innenbereiche sehr gut. Die Grundrisse sind großzügig geschnitten, ebenfalls großzügig fallen die Balkons und Loggien aus. Eine hohe Wohnqualität ist also gesichert, vor allem für die sonst in Konzepten oftmals stiefmütterlich bedachten Familien.

Das dürfte letztlich auch ein wichtiges Argument für diesen Standort sein, dem mit dem neuen, sehr viel größeren Wohngebiet im benachbarten Künstlerviertel gerade eine unmittelbare Konkurrenz erwächst. Dazu zählt auch, dass im Ideenteil für die im Norden und Süden an das Areal angrenzenden Flächen ein kleiner Park angedacht ist. Mit der zentralen Lage, der optimalen Verkehrsanbindung und dem Einkaufszentrum vor der Tür rundet dieses grüne Element das Bild eines zukunftsfähigen, offenen Quartiers ab.