Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Erweiterung des Städel Museums in Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis schneider + schumacher architekturgesellschaft mbH

€ 10.000

Kai Otto, Till Schneider, Michael Schumacher
Mitarbeit: Manuel Mauder, Vita Redliha, Iva Restar, Miodrag Stojsic
Sonderfachleute:
Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt/Main
Manfred Grohmann, Jörg Schneider (Tragwerksplanung)
Lebenbauen, Frankfurt/Main
Ulla Schuch (Landschaftsplanung)
IPB Ing. Büro für Energie & Haustechnik, CH-Sarnen
Peter Berchtold (TGA)
Ulrike Brandi Licht, Hamburg
Ulrike Brandi, Anselm von Held (Lichtplanung)

2. Preis GIGON / GUYER, CH-Zürich

€ 10.000

Annette Gigon, Mike Guyer
Mitarbeit: Ivana Vukoja, Nicolai Rünzi, Karsten Buchholz, Christian Maggioni, Felix Heisel, Julian Amann, Claudia Wunderlich
Sonderfachleute:
Dr. Lüchinger & Meyer Bauingenieure AG, CH-Zürich
Dr. Paul Lüchinger (Tragwerksplanung)
Waldhauser Technik AG Ingenieurbüro USIC/SIA, CH-Basel
Marco Waldhauser (Haustechnik)
LICHTDESIGN Ingenieurges.m.b.H., Frechen Königsdorf
Dr. H. Kramer (Lichtplanung)
Vogt Landschaftsarchitekten, CH-Zürich
Rita Illien (Landschaftsarchitektur)

2. Preis Kühn Malvezzi, Berlin

€ 10.000

Johannes Kühn
Mitarbeit: Karin Fendt, Jan Ulmer

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einladungswettbewerb im kooperativen Verfahren
Preisgerichtssitzung 18.02.2008
Ort Frankfurt/Main
Auslober Städelsches Kunstinstitut; Frankfurt/Main
Betreuung ANP – Architektur und Nutzungsplanung, Kassel
Preisrichter Louisa Hutton (Vorsitz), Prof. Arno Lederer, Prof. Jochem Jourdan, Prof. Christoph Mäckler, Dr. Michael Endres, Max Hollein, Bernd Knobloch, Dr. h.c. Petra Roth

Das Städel geht in den Untergrund
Wettbewerb Erweiterung Städel Museum Frankfurt am Main

Fast scheint es, als wolle Frankfurts amtierender Kulturdezernent Felix Semmelroth in die Fußstapfen seines legendären Vor-Vor-Vorgängers Hilmar Hoffmann treten. Wo dieser einst „Kultur für alle“ forderte und Haus um Haus am damals bahnbrechenden, dann lange vernachlässigten „Museumsufer“ eröffnete, da verkündet jener gerade ein Museums-Wettbewerbsergebnis nach dem anderen.

Kaum war Ende Januar die Entscheidung um den Neubau des Historischen Museums gefallen, da wurde schon der Sieger um die Konkurrenz zur Erweiterung des Städel bekanntgegeben. Acht international renommierte Architekturbüros, darunter Sanaa aus Tokio, UN Studio aus Amsterdam und Diller Scofidio +Renfro aus New York, waren eingeladen; die Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Louisa Hutton, Berlin, wählte einstimmig die ortsansässigen Schneider + Schumacher zum Sieger. Wir gratulieren!

„Ein leuchtendes Juwel am Tag, ein Lichtteppich in der Nacht – etwas ganz Besonderes ist Schneider + Schumacher gelungen“, urteilten die Preisrichter geradezu euphorisch. Mit ihrem Vorschlag, eine großzügige Museumshalle unter den Garten zu legen und deren Deckenöffnungen als einprägsames Muster in die aufgewölbte Gartenfläche zu legen, setzen die Frankfurter auf absolute Zurückhaltung im Äußeren – eine Vorgehensweise, die das „Flaggschiff“ Städel respektiert und im Frankfurt des Jahres 2008 auch strategisch durchaus angeraten scheint.

Sanaa, Wandel Hoefer Lorch + Hirsch Müller sowie Diller Scofidio +Renfro schlugen ebenfalls eine unterirdische Bebauung vor; mit weiteren Preisen ausgezeichnet wurden allerdings zwei gänzlich andere Konzepte. Ein zweiter Preis ging an Kühn Malvezzi aus Berlin; sie schlugen zwei Würfel aus hinterleuchteten Steinglasplatten vor. Gigon/Guyer aus Zürich stellen einen neuen Gebäudeflügel in den Garten, auch dafür gab es einen zweiten Preis.

Ende 2010 soll alles fertig sein, auch die verwinkelte Wegeführung im Museum hat dann ein Ende. Direktor Max Hollein freut sich jedenfalls schon: „Mit dem Erweiterungsbau wird das Städel sich in den internationalen Kanon einbringen können.“

Christof Bodenbach, AKH