Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Städtebauliche Neuordnung im Bereich Frankfurter Berg in Frankfurt am Main

Preisträger

1. Preis: Dierks Blume Nasedy, Darmstadt mit Klahn + Singer + Partner, Karlsruhe

€ 15.000

Clemens Appel
Fachberater: Ing. Büro für Verkehrswesen, Koehler, Leutwein und Partner, Karlsruhe

2. Preis: AG 5 Dipl.-Ingenieure Architekten, Darmstadt

€ 9.000

Joachim Klie, Matthias Pilz
Mitarbeit: Christoph Kornmayer, Andres Krause

3. Preis: P. Karle / R. Buxbaum, Darmstadt

€ 6.000

Peter Karle, Ramona Buxbaum
Mitarbeit: Sandra Rützel, Günter Möller, Nadine Ressel, Melanie Urstöger, Yoana Lesingerova
Fachberater: Michael Palm, Weinheim

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Beschränkter Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 15.12.2008
Ort Frankfurt/Main
Auslober GWH Gemeinnützige Wohnungsges. mbH Hessen, Frankfurt/Main in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Bernd Bärfacker, Werner Buch, Prof. Kerstin Schultz, Michael Back, Michael Fendel, Harald Urban

Zwischen Hochhäusern
Neuausrichtung am Frankfurter Berg

Der Frankfurter Berg hat nicht den besten Ruf, galt lange als Bronx der Mainmetropole. Doch der Stadtteil mit etwas mehr als 6500 Einwohnern hat sich gewandelt. Immer mehr junge Familien ziehen in die ehemalige Arbeiterkolonie. Denn: Auch wenn die vier dominierenden Hochhäuser der Julius-Brecht-Straße überwiegend grau sind, der Frankfurter Berg mit den Nidda-Auen in der Nähe ist tatsächlich grün. Und: Man kümmert sich. Namentlich die GWH, Besitzerin der vier Kolosse. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft achtet auf Wohnqualität, sucht nach Verbesserungen. So etwa mit dem Realisierungswettbewerb, bei dem es um eine Freiflächenplanung des Areals ging. Das Ziel: eine Quartiersmitte auszubilden, eine Lösung für dezentrales Parken zu finden und weitere Wohnungsbauten zu entwerfen.

Erfolgreich war darin das Darmstädter Büro Dierks Blume Nasedy in Zusammenarbeit mit Klahn + Singer + Partner aus Karlsruhe. Sie schlagen einen großzügigen Platz in Nord-Süd-Richtung vor, der sich der Topographie fügt, alle Bauten gleichermaßen anschließt und eine gute Verbindung zu den Auen herstellt. Die Entscheidung der Preisrichter unter dem Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali fiel einstimmig. Der mit dem zweiten Preis ausgezeichnete Entwurf der AG 5 Dipl. Ingenieure Architekten, ebenfalls aus Darmstadt, gliedert seinen Platz in einen offenen Spielbereich und einen Platanenhain, formuliert eine Promenade im Süden und setzt auf die Typologie der Punkthäuser. Und auch das drittplatzierte Büro stammt aus Darmstadt: P. Karle / R. Buxbaum schlagen unter anderem eine dominante Bebauung in der südwestlichen Ecke vor, setzen des Weiteren auf Winkelbauten und kreieren eine gut herausgearbeitete Quartiersmitte.

Beim Siegerentwurf lobten die Preisrichter, wie das dezentrale Parken gelöst ist, unter anderem auf zwei Ebenen als Parkterrasse, und die Reduzierung des Straßenquerschnitts der Julius-Brecht-Straße – wenngleich ihnen ein Abknicken der Straße und die Errichtung eines Wendeplatzes nicht einleuchteten. Keine Kritik hatten die Preisrichter hingegen an den drei weiteren Punktwohnhäusern. In Höhe und Kubatur sind sie den anderen gleich, erhalten aber durch Vor- und Rücksprünge sowie Terrassenflächen für die Obergeschosse eine große Eigenständigkeit. Die Wohnungen sind großzügig, Tageslichttreppenhäuser und -bäder ein weiteres Qualitätskriterium.

Qualität ist nun bekanntermaßen auch das, was sich letztlich durchsetzt. Auch zwischen Hochhäusern. Und was auch für einen unterschätzten Stadtteil gilt.