Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Quartierspavillon Quäkerplatz, Frankfurt am Main

Preisträger

1. Preis: DG/D Architekten, Frankfurt/Main

€ 4.000

Thomas Dahlhoff-Göth, Björn Dorfmeister
Mitarbeit: Sabine Welker

2. Preis: Woerner und Partner Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main

€ 2.500

Stefan Traxler
Mitarbeit: Stephan Wehrig, Björn Bischoff, Magdalena Lebioda

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 17.09.2008
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt/Main
Betreuung Büro Kristina Esser, Frankfurt/Main
Preisrichter Ferdinand Heide (Vorsitz), Marcus Dreisbusch, Karl Schubert, Heike Appel, Marion Werkhäuser, Ingrid Voss, Stephan Deusinger

Modern, aber gemütlich
Der Quäkerplatz im Frankfurter Gallus-Viertel wird neu gestaltet

Eine „Trinkhalle“! Auf dem Quäkerplatz! Das klingt nach Schilda. Ist aber das Frankfurter Gallus. Dort sind solche Stilbrüche normal. Besser gesagt: waren normal. Denn die Stadt Frankfurt arbeitet daran, den Problem-Stadtteil auf Vordermann zu bringen. Seit 2001 ist das Gallus ein Projektgebiet des Bund-Länder-Programms „Die soziale Stadt“. Und seit 2006 gibt es eine konkrete Idee für den Quäkerplatz. Dort soll ein Quartierspavillon zum Zentrum, der ganze Platz neu gestalteten werden. Denn der 830qm großen Fläche hätte – angesichts von benachbarter Schule, Kita und Kirche – eine wichtige Funktion für das Gebiet zukommen können. Die unübersichtliche, um nicht zu sagen, wild wuchernde Bepflanzung machte den Platz für die Katz.

Inzwischen wurde die Begrünung im Zuge der Umgestaltung des Mittelstreifens der angrenzenden Frankenallee nun schon angegangen. Bleibt die Frage nach dem künftigen Café. Die Rahmendaten stehen fest: ca. 85qm, eingeschossig, Mischung aus Café und Kiosk, Aufenthaltsmöglichkeiten innen und außen. Und seitdem der vom Stadtplanungsamt Frankfurt ausgeschriebene und vom Frankfurter Büro Kristina Esser betreute Realisierungswettbewerb entscheiden ist, weiß man auch, wie es aussehen wird: ein rechteckiger Baukörper mit integriertem Glaskubus und abgeschrägten Querseiten. So zumindest sieht der Siegerentwurf des Frankfurter Büros DG/D Architekten aus, die sich unter den fünf eingeladenen Büros durchsetzen konnten. Auf den zweiten Platz kamen Woerner und Partner, gleichfalls aus Frankfurt. Deren organisches Gebäude ist mittig platziert, schafft Themen-Inseln und hat echten Blickfangcharakter.

Bei dem erstplatzierten Entwurf steht das Cafe auf einem Podest und ist mit Holz in warmen Tönen gehalten, sollte also trotz moderner Form Gemütlichkeit ausstrahlen. Allerdings wünschte sich das Preisgericht einen größeren Gastraum, statt der einen Abschrägung eine etwas ruhigere Kante, und meldete noch Nachbesserungsbedarf an, was das Lichtkonzept und einige Punkte der Außengestaltung betrifft. Der große Pluspunkt des Gebäudes ist aber die Lage. Sie schafft einen großen Freiraum nach Süden bzw. Südwesten für die öffentlichen Bereiche. Damit ist der neue Quäkerplatz gut einsehbar, wird also das Publikum aufmerksam machen. Und da der „typische“ Gallus-Bewohner nicht unbedingt ein passionierter Cafe-Gänger ist, ist das eine wichtige Leistung der Architektur.