Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Ersatzneubau der Lahntalbrücke, Limburg

Preisträger

2. Preis: Konstruktionsgruppe Bauen, Kempten mit Architekturbüro Karl+Probst, München

€ 22.600

Norbert Nieder
Ludwig Karl
Mitarbeit: Isabelle Heinz

3. Preis: EFG Beratende Ingenieure + Meyer+Schubart, Wunstorf mit Henry Ripke Architekten, Berlin

€ 16.950

Ralf Schubart
Henry Ripke
Mitarbeit: Andreas Geselle, Stefan Steinbiß, Martina Skottke, Christoph Sommer
EFG Beratende Ingenieure GmbH Fuldabrück

3. Preis: EHS beratende Ingenieure für Bauwesen GmbH, Lohfelden mit Architekturbüro A. Keipke, Rostoc

€ 16.950

Dr.-Ing. Hans-Heinrich Osteroth, Dr.-Ing. Björn Schmidt-Hurtienne
André Keipke
Mitarbeit: Dr.-Ing. Dirk Sperling, Frank Hilbrecht, Luise Stockmann, Stefan Mittendorf

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 08.04.2008
Ort Limburg
Auslober Amt für Straßen- und Verkehrswesen Marburg
Betreuung Amt für Straßen- und Verkehrswesen Marburg
Preisrichter Joachim Naumann (Vorsitz), Prof. Volkwin Marg, Eberhard Pelke, Eugen Reichwein, Prof. Dr.-Ing. Jörg Schlaich, Martin Richard, Wolfgang Scherz, Tilmann Staudt, Martin Weber

Lücke statt Brücke

Kein erster Preis beim Wettbewerb um den Neubau der Lahntalbrücke vergeben

Eigentlich sollen Brücken verbinden, doch manchmal erfolgt ein Brückenschlag vergebens. So zuletzt beim Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren für den Neubau der Lahntalbrücke. Die aus den 60er Jahren stammende, 397 Meter lange und viel befahrene Brücke soll aufgrund ihres schlechten baulichen Zustands abgerissen werden, wobei vor allem auch der vierspurige Ausbau der A3 bei Limburg eine Rolle für die Neuplanung spielt.

Doch keine der acht Büro- und Arbeitsgemeinschaften, die zuvor aus 31 Bewerbern ausgewählt worden waren, hatte die zündende Idee für eine Talbrücke mit getrennten Überbauten, Lärmschutzwänden auf den Außenkappen, für die Entwässerung der Brückenflächen, sowie ein Abbruchkonzept für die vorhandene Brücke nach Inbetriebnahme der Gesamtstrecke. Schon beim ersten Wertungsrundgang konnte kein Entwurf das Preisgericht unter Vorsitz von Joachim Naumann vollständig überzeugen – eine Einschätzung, die auch im weiteren Verlauf des Prüfungsverfahrens Bestand hatte. Die Konsequenz: Ein erster Preis wurde nicht vergeben, eine Überarbeitung der Entwürfe verworfen. Allein der zweitplatzierte Entwurf der Kemptener Konstruktionsgruppe Bauen in Zusammenarbeit mit dem Münchener Architekturbüro Karl+Probst konnte hervorgehoben werden. Zwei dritte Preise gingen an das Ingenieurbüro EFG Beratende Ingenieure aus Fuldabrück und Meyer + Schubart aus Wunstorf in Zusammenarbeit mit Henry Ripke Architekten aus Berlin, sowie an das Ingenieurbüro EHS beratende Ingenieure, Lohfelden, gemeinsam mit dem Architekturbüro Keipke, Rostock.

Für den Siegerentwurf zweiten Ranges, ein Durchlaufträger mit sieben Feldern, sprach die schlichte und sehr schlanke Konstruktion, die allerdings mit vielen Brückenpfeilern erreicht wird. Letztere betonen zwar durch ihre Stellung die Brückenmitte, stehen jedoch sehr nah am Ufer, sodass in punkto Eingriff in die Umwelt Probleme auftreten. Die Überbauten sind mit rauem Beton konzipiert, der in Kontrast tritt zu den glatten, weiß beschichteten Stahlflächen der Stützen. Mit 450 Metern ist es die kürzeste unter den vorgeschlagenen Brücken. Lob fand die Tatsache, dass sie sich klar von der ICE-Bahnbrücke absetzt und es dem Limburger Dom überlässt, das Stadtbild an erster Stelle zu prägen. Für Wolfgang Scherz, Präsident des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, überzeugte der Siegerentwurf in technischer Hinsicht und stellte zudem die wirtschaftlichste Lösung in Bau und Unterhaltung dar. Optimierungen mahnte das Preisgericht hingegen für die Verbindung Stütze-Überbau an – und für die Konzeption der Baustelle für Neubau und Abbruch. Insbesondere bei dieser Aufgabenstellung hatten alle Teilnehmer durchweg wenig zu bieten, sodass für die Preisrichter am Ende eine verkehrsplanerische Lücke klaffte, wo eine preiswürdige Brücke hätte stehen sollen.