Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

GSI Bürogebäude + Kantine, Darmstadt

Preisträger

2. Preis: Muffler Architekten mit Kaufer+Passer K+P GmbH & Co.KG, Tuttlingen

€ 9.350

Michael Muffler, Konrad Wachter

Mitarbeit: Petra Messmer, Christina Stoffel

Fachberater: Schnell – Ingenieure, Helmut Schnell, Tuttlingen (Elektrotechnik)

2. Preis: Glück + Partner GmbH mit IWP Ingenieurbüro für Systemplanungen, Stuttgart

€ 9.350

Eckart Mauch, Ulrich Wild

Mitarbeit: Jonathan Schröder, Alexandra Schwöbel

Fachberater: Katja Ilsche (Küchenplanerin), Adel Makram (Modellbau), Dimitri Boikov (Visualisierung)

Anerkennung: Dietz Joppien Architekten mit INNIUS RR mit Planungsteam Bock & Partner, Frankfurt

€ 4.000

Albert Dietz, Gerald Ziersch

Mitarbeit: Martin Hochrein, Boris Kunz, Flavia Falcao, Michael Fassold, Alexander Stewart, Zofia Kulicka

Fachberater: Werner Sobek Frankfurt GmbH & Co. KG, Tobias Berger (Tragwerk), Frankfurt

Anerkennung: raum-z architekten GmbH mit CSZ Ingenieurconsult GmbH, Darmstadt

€ 4.000

Prof. Thomas Zimmermann, Olaf Siegeris

Mitarbeit: Lukas Hundhausen, Dennis Nikolaisen

Anerkennung: KKLF Architekten mit Augustat + Seewöster, Berlin

€ 4.000

Timm Kleyer, Marko Augustat, Alexander E. Koblitz

Mitarbeit: Laurencja Zurek, Philipp Werner, Heiner Kraft, David Land

Fachberater: Ingenieurbüro Seewörster, Jörg Seewörster, Berlin

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener interdisziplinierter Realisierungswettbewerb mit Ideenteil gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 28.11.2012
Ort Darmstadt
Auslober GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Betreuung BÄUMLE Architekten | Stadtplaner, Darmstadt
Preisrichter Ferdinand Heide (Vorsitz), Prof. Ulrich Königs, Dietmar Jergus, Ralf Streckwall, Helko Thoma, Prof. Jean Heemskerk, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Stöcker, Dr. Hartmut Eickhoff, Peter Hassenbach, Paula Heppner, Dr. Gertrud Walter

Neue Kantine und Büroräume für die GSI
Nichtoffener interdisziplinärer Wettbewerb

Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt stockt mächtig auf. Größtes Projekt ist derzeit der Bau des neuen Beschleunigerzentrums Fair für die Grundlagenforschung. Auch die Zahl der Mitarbeiter auf dem Gelände steigt stetig und hat sich in den vergangenen 15 Jahren auf 1200 verdoppelt. Daher investiert die GSI nicht nur in die Forschungsbauten selbst, auch für das Wohlergehen und das Büro-Arbeitsumfeld der Wissenschaftler wird gesorgt.

Aus diesem Grund hatte die GSI einen nichtoffenen interdisziplinären Wettbewerb für den Neubau einer Kantine sowie den ersten Abschnitt eines neuen Bürozentrums ausgelobt, den das Darmstädter Büro BÄUMLE Architekten I Stadtplaner betreute. Das Preisgericht, dessen Vorsitz der Frankfurter Architekt Ferdinand Heide innehatte, fand jedoch unter den elf eingereichten Entwürfen keinen eindeutigen Sieger und vergab jeweils einen zweiten Preis an Muffler Architekten mit Kaufer + Passer K + P GmbH & Co. KG aus Tuttlingen sowie an Glück + Partner GmbH mit IWP Ingenieurbüro für Systemplanungen aus Stuttgart. Jeweils eine Anerkennung ging an Dietz Joppien Architekten mit INNIUS RR und Planungsteam Block & Partner, Frankfurt am Main, an raum-z architekten GmbH mit CSZ Ingenieurconsult GmbH, Darmstadt sowie an KKLF Architekten mit Augustat + Seewöster Ingenieurbüro, Berlin.

Der mit einem zweiten Preis prämierte Entwurf eines horizontal ausgerichteten Baukörpers von Muffler Architekten bilde eine „klar konturierte Kante als Abschluss zum Wald“, so die Preisrichter. Auf einem eingeschossigen, überwiegend massiv ausgebildeten und von vier Innenhöfen aufgelockerten Sockelbau ruhen fünf jeweils dreigeschossige Baukörper, die einen Rücksprung zum Sockel aufweisen. Positiv bewerteten die Preisrichter die Ausbildung einer massiven Sockelzone mit einem darüber liegenden, gläsernen Büroriegel. Den Bürobereich bezeichneten sie als „gut organisiert, hervorragend belichtet und flexibel nutzbar“. Brücken im ersten Obergeschoss verbinden den Neubau mit dem bestehenden Bürokomplex. Den Kopf  des Sockelbaus in Richtung Eingangspforte des GSI-Geländes bildet ein verglaster Kantinenpavillon.

Die ebenfalls auf dem zweiten Rang platzierte Arbeit der Stuttgarter Glück + Partner GmbH schlägt vor, den Neubau direkt ans Bestandsgebäude anzubauen. Das Preisgericht lobte die „unprätentiöse Art“ und „konzeptionell gute Lösung“. Die Arbeite nehme mit „großer Selbstverständlichkeit die städtebauliche Struktur des Bürokomplexes auf“ und entwickle sie mit der Bildung zweier Höfe „positiv weiter“. Auch hier ist die Kantine in einem eingeschossigen Sockelbau untergebracht und „definiert mit einer einladenden Geste eine neue Platzsituation zwischen der bestehenden Cafeteria und neuer Kantine“, so das Preisgericht. Es würdigte zudem die „eigenständig entwickelten“ Fassaden, die einen „positiven Beitrag für die Erweiterung der GSI“ darstellten.

Auf Empfehlung des Preisgerichts sollen die Verfasser der beiden zweiten Preise die Gelegenheit erhalten, ihre Entwürfe noch einmal hinsichtlich der in der Preisgerichtssitzung formulierten Anregungen zu überarbeiten. So regten die Preisrichter an, unter anderem bei beiden Arbeiten, dass die sich aus der Topografie des Wettbewerbsgebietes ergebenden Möglichkeiten nicht genutzt worden seien. Weitere Überarbeitungsempfehlungen gab es beispielsweise hinsichtlich der Organisation und Gestaltung der Kantine sowie der Durchlässigkeit und Sichtbeziehungen zwischen bestehendem Gebäude und Waldrand.

Bei der endgültigen Entscheidung für eine der beiden prämierten Arbeiten spielen neben dem Wettbewerbsergebnis dann auch die Bewertung der Überarbeitung sowie die Einhaltung des Kostenrahmens eine Rolle. Das Budget für den Neubau beträgt sieben Millionen Euro.
Katja Klenz