Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Erweiterung einer Kindertagesstätte in Grebenstein

Preisträger

1. Preis: Architekturbüro Clemens Kober, Kassel

€ 9.000

Mitarbeit: Dirk Wohlgemuth, Carsten Rüddenklau
Fachberater:
Babette Hohman, Kassel (Landschaftsplanung)
Reitz und Pristl Ingenieurgesellschaft mbH, Kassel (Statik)

2. Preis: Prof. Berthold H. Penkhues, Kassel

€ 5.500

Mitarbeit: Siegfried Schenkel, Alessa Brill

3. Preis: Sprengwerk, Kassel

€ 4.000

Claus Wienke
Mitarbeit: Daniel Spies, Ulli Rüsing
Fachberater:
foundation 5 + landschaftsarchitekten, Hans-Peter Rohler, Kassel (Landschaftsarchitektur)

Ankauf: crep.D, Kassel

€ 1.500

Ralf Schnucke
Mitarbeit: Andreas Schuchardt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb als Einladungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 17.01.2008
Ort Grebenstein
Auslober Stadt Grebenstein
Betreuung ANP Architektur und Nutzungsplanung, Kassel
Preisrichter Prof. Wolfgang Schulze (Vorsitz), Petra Brunnhofer, Peter Sichau, Susanne Wartzeck, Ute Köhler, Hartmut Thöne, Peter Zanger

Gute Gartenarbeit
Die Kita in Grebenstein wird ausgebaut

Solche Kindergärten wünscht man sich, in denen der zweite Teil des Kompositums „Kindergarten“ buchstäblich zu verstehen ist: Rundum alles grün, alter Baumbestand, eine fast schon parkähnliche Anlage, am Rand einer historischen Altstadt gelegen. In Grebenstein, etwa 20 Minuten von Kassel entfernt, lässt es sich leben – schon von klein auf. Doch das Kindergartengebäude der etwas über 6.000 Einwohner zählenden Stadt ist selbst nur suboptimal: Es besteht aus zwei getrennten Teilen, von denen einer in einem baulich und technisch schlechten Zustand ist. Dieser soll nun abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der alle bisherigen Mängel kompensiert.

Bei dem Einladungswettbewerb mit zehn Büros aus Grebenstein, Kassel und Umgebung hatten drei Kasseler Büros die Nase vorn. Clemens Kober erhielt für einen lang gestreckten, unprätentiösen Baukörper den ersten Platz. Damit ging sein Konzept auf, der heterogenen Struktur des bestehenden Gebäudes klare geometrische Formen beruhigend entgegenzusetzen. Die Entscheidung des Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Wolfgang Schulze fiel einstimmig. Auf den zweiten Platz kam Berthold H. Penkhues, der seinen kompakten Bau mit Rücksprüngen und Überhöhungen architektonisch an der Kulisse der alten Stadtmauer orientiert. Platz drei belegte das Büro Sprengwerk für eine skulpturale, angeschrägte Großform.

Beim Siegerentwurf setzt sich die äußere Zurückhaltung auch innen fort, Räume ohne größere gestalterische Zwänge, dafür mit einer einfachen Erschließung, einem zentralen Foyer und einem differenzierten, gut belichteten Spielflur. Die Gruppenräume haben große Fenster, sind koppelbar und haben ein zweite Spielebene. Wichtig sind bei diesem Entwurf das Einbeziehen der Außenanlage: Zur Straße hin erscheint das Gebäude eher geschlossen, doch zum Garten hin, der behutsam umgestaltet wird, zeigt es sich offen, inszeniert Wechselbezüge nach draußen. Die Fassade des Neubaus setzt mit Holz auf eine wärmere Wirkung und wird zudem auf den Altbau gestalterisch übertragen, um diesen „anzuschließen“. Dadurch entsteht eine Ensemblewirkung, ohne dass der Bestand seine Eigenständigkeit verlieren würde. Probleme sah das Preisgericht allein bei den zu geringen Schmutzvorzonen und bei fehlendem Sonneschutz.

Wie der Siegerentwurf gingen auch fast allen anderen Büros von einem sehr ähnlichen städtebaulichen Ansatz aus, was Zuschnitt und Anlage betrifft. Doch Gleichförmigkeit bedeutete das bei dem Wettbewerb nicht: Allein an den drei Erstplatzierten konnte man deutlich sehen, wie stark sie sich architektonisch und hinsichtlich der inneren Funktionalität unterscheiden. Sehr zu Freude der auslobenden Stadt Grebenstein, die so aus einer Vielzahl guter „Gartenarbeiten“ auswählen kann.