Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau Rathaus und Stadthalle in Eschborn

Preisträger

1. Preis SCHWEGER ASSOCIATED ARCHITECTS GmbH, Hamburg

€ 54.000

Prof. Peter P. Schweger, Jens-Peter Frahm
Mitarbeit: Stephan Kohlrausch, Anna Lässig, Mathias Madaus, Carsten Diekmann, Markus Schlosser
Fachberater: Sailer Stepan und Partner GmbH, Kurt Stepan, München,
DS-Plan Ingenieurgesellschaft für ganzheitliche Bauberatung und Generalplanung mbH, Andreas Schweizer, Stuttgart

2. Preis ap plan mory osterwalder vielmo architekten- ingenieurgesellschaft mbH, Stuttgart

€ 34.000

Julian Vielmo, Hasso Mory
Mitarbeit: Michael Glowasz, Sven Schmidtgen, Philip Argyrakis
Fachberater: KE & Partner Ingenieure GbR, Uwe Schimo-Lema, Berlin (Gebäudetechnik),
IBF Ingenieurbüro Dr. Falkner GmbH, Jens Grunert, Stuttgart (Tragwerksplanung),
Weidinger Landschaftsarchitekten, Jürgen Weidinger, Berlin (Landschaftsarchitektur),
Bühnenplanung Walter Kottge Ingenieure GmbH, Walter Kottge, Bayreuth (Bühnentechnik),
Hans-Peter Henes, Stuttgart (Verkehrsplanung),
Werk 5 Mangold Helmer GmbH, Hauke Helmer, Berlin (Modellbau)

3. Preis Jo. Franzke, Frankfurt

€ 25.000

Mitarbeit: Sandro Pino Cicatello, Niklas Stroch, Fabian Burgio
Fachberater: RSP Remmel+Sattler Ingenieurgesellschaft, Frankfurt
Mürlepartner Rhein-Main, Wiesbaden-Delkenheim,
Die Landschaftsarchitekten Bittkau - Bartfelder + Ingenieure

Anerkennung JSWD Architekten GmbH & Co KG, Köln

€ 11.000

Olaf Drehsen, Konstantin Jaspert
Mitarbeit: Frederik Jaspert, Christian Mammel, Carolin Amann, Katharina Horsthemke, Philip Klasing, Anne Korfmacher, Alexander Mielsch, Gerrit Sauer, Nicola Sauerland, Christoph Wildhack, Jean Paul Morel, Walter Grasmug, Jan Horst, Maximilian Wetzig, Eddie Young (Perspektiven), Volker Heckmann, Andrea de Cillia
Fachberater: JSWD Architekten GmbH & Co KG mit Atelier d’Architecture Chaix & Morel et associés
Schmidt Reuter Integrale Planung und Beratung GmbH, Mannheim (TGA),
INCA Ingénieurs Conseils Associés S.á.r.l., Niederanven (Tragwerk),
BSW Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH, Erkelenz (Verkehr)

Anerkennung RKW Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH + Co. KG, Düsseldorf

€ 11.000

Dieter Schmoll
Mitarbeit: Christian Hein, Kathrin Stang, Kerstin Strobel, Jabra Soliman, Beate Risse, Katharina Karczewski
Fachberater: HTW Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf (TGA),
Rheims & Partner, Krefeld (Freiraumplanung)
Uhlig Sachverst. f. Brandschutz, Willich (Brandschutz)
Hannemann Modellbau, Oldenburg (Modellbau)
ISRW Klapdor GmbH, Düsseldorf (Bauphysik)
Schüßler-Plan Ingenieurges. mbH, Düsseldorf (Statik)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, nichtoffener interdisziplinärer Wettbewerb vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 16.12.2009
Ort Eschborn
Auslober Stadt Eschborn
Betreuung Ernst & Young Real Estate GmbH, Eschborn
Preisrichter Prof. Carlo Weber (Vorsitz), Prof. Ursula Ringleben, Prof. Ulrike Lauber, Markus Henrich, Dr.-Ing. Bernd Essig, Joachim Klie, Heinz O. Christoph, Horst-Günter Döll, Fritz W. Krüger, Peter Pohlen, Wilhelm Speckhardt

Krise? Welche Krise?
Wettbewerb für neues Rathaus und Stadthalle in Eschborn entschieden

Dass Rathäuser Kapazitätsprobleme haben, dass Servicestrukturen verbessert werden müssten, ist fast schon eine Tautologie. Doch meist liegt es daran, dass es den Städten an Geld mangelt. Für Neubauten, für Personal. Wohl dem, der das umgekehrte Problem hat: dass Engpässe deshalb auftreten, weil die Wirtschaft so gut läuft, die Stadt wächst und die Administration mit dem Ausbau schlicht nicht hinterherkommt.

Unter diesem „Problem“ leidet Eschborn. Hessens wirtschaftliche, weil schuldenfreie Vorzeigestadt, ist mit ihren vier Gewerbegebieten, in denen mehr Menschen arbeiten, als in der 20.000-Einwohner-Stadt leben, eine Boomtown vor Frankfurts Toren. „Krise? Welche Krise?“, könnte man dort mit Blick auf die vergangenen Jahre sagen.

Mehr Einwohner, mehr Unternehmen, ein immer moderneres Umfeld – dem will die Stadt Rechnung tragen und sich von Rathaus und Stadthalle trennen. Die sind zum einen zu klein und zum anderen in einem so heterogenen und immer wieder erweiterten Ensemble untergebracht, dass Aussehen und Stadtcharakter unschön kollidieren. Der Neubau soll auf dem Grundstück des jetzigen Rathauses entstehen mit oberirdisch 16.500 m² und unterirdisch 7.800 m² Gesamt-BGF. Er muss zusätzlich zu Rathaus und Stadthalle noch Bürgerbüro, Bücherei, Stadtverordnetensaal, Gastronomie und Parken in zwei Tiefgeschossen beherbergen.

Den dazu ausgelobten Realisierungswettbewerb, an dem sich 14 Büros beteiligten, hat das Hamburger Büro Schweger Associated Architects GmbH gewonnen. Der erste Preis war mit 54.000 Euro prämiert, die Entscheidung der Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Carlo Weber fiel einstimmig. Der Siegerentwurf platziert das Rathaus im Westen des Areals, achtstöckig macht es schon von Weitem auf sich aufmerksam. Die Stadthalle schließt als Flachbau – getrennt durch eine Schneise – daran an. Dadurch ergeben sich ein einladender Eingangsbereich und Vorplatz, von dem aus alle wichtigen Funktionen im Erdgeschoss erreichbar sind.

Auf den zweiten Platz kamen ap plan mory osterwalder vielmo GmbH aus Stuttgart. Sie kommen mit vier Stockwerken aus. Ihr Baukörper erstreckt sich mäanderförmig über das Gebiet und öffnet sich zum einen zum Platz hin, zum anderen zum Freiraum im Süden. So ist das Gebäude von beiden Seiten zugänglich. Die Fassade ist sehr gleichförmig strukturiert mit beigen Natursteinplatten, der Eingangsbereich von Kolonnaden geprägt.

Platz drei ging an Jo. Franzke aus Frankfurt. Auch er setzt auf eine achtgeschossige Hochhauslösung, allerdings integriert der L-förmige Baukörper alle Bereiche. Im Osten platziert, nimmt der Entwurf die Dominanz des Rathauses etwas zurück, die Stadthalle im zweigeschossigen Sockel liegt direkt am Rathausplatz. Wie beim zweitplatzierten Entwurf dominieren auch hier ruhige, hochrechteckige Fassadenelemente.

Ein Votum für einen der Preisträger zur weiteren Beauftragung mochte das Preisgericht nicht abgeben, alle drei Büros können ihre Entwürfe jetzt noch einmal überarbeiten. Ob die Eschborner Stadtverordneten letztlich etwas höher hinaus wollen oder die „bodenständigere“ Variante wählen – die neue Stadtmitte Eschborns würde beides vertragen. Denn Ausdruck des Eschborner Selbstbewusstsein sind sie allemal, ohne übers Ziel hinauszuschießen.