Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Umgestaltung Kirchenraum mit Integration von Pfarrheimräumlichkeiten der katholischen Kirchengemeinde Christkönig, Borken

Preisträger

1. Preis: Ohlmeier Architekten, Kassel

€ 2.600

Hans-Georg Ohlmeier

2. Preis: trapp wagner Architekten und Ingenieure, Hünfeld

€ 2.000

Stefan Wagner, Carsten Trapp

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 19.09.2012
Ort Borken
Auslober Katholische Kirchengemeinde Christkönig
Betreuung Bauabteilung Bischöfliches Generalvikariat, Fulda
Preisrichter Manfred Reith (Vorsitz), Alfred von Soden, Dr. Burghard Preusler, Winfried Hahner, Gottfried Fischer

Kirche mit integriertem Gemeindehaus

Nichtoffener Realisierungswettbewerb – Umgestaltung Kirchenraum / Integration Pfarrheim und Pfarrbüro, Katholische Kirchengemeinde Christkönig Borken

Der markante, ovale Kirchenraum der Christkönigskirche in Borken bietet Platz für 360 Gläubige – viel zu viel für die etwa 80 bis 100 Menschen, die derzeit an Sonntagen noch den Gottesdienst besuchen.  Neben der Mitte der 1960er Jahre errichteten Kirche steht das dringend sanierungsbedürftige  Pfarrheim St. Lioba, gebaut 1961/1962. Der inzwischen überdimensionierte Kirchenbau sowie die anstehende Sanierung des Pfarrheims und die damit verbundenen Kosten führten in der Pfarrgemeinde zu der Überlegung, das Pfarrhaus aufzugeben und dessen Nutzungen in die entsprechend umzugestaltende Kirche zu integrieren. 

Die Betreuung des von der Katholischen Kirchengemeinde Christkönig ausgelobten, nichtoffenen Realisierungswettbewerbs lag in den Händen der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats Fulda. Neben der Verringerung der Sitzplätze auf etwa 120 bis 150 sollten die Teilnehmer in ihren Entwürfen auch die Integration der Räumlichkeiten des Pfarrhauses in den Kirchenbau berücksichtigen. Wichtig für die Ausloberin: Der ovale Innenraum als solcher und die künstlerisch gestalteten Kirchenfenster sollten weiterhin wahrnehmbar blieben.

Zehn Entwürfe beurteilten die Preisrichter, denen der Fuldaer Architekt Manfred Reith vorsaß. Sie entschieden sich lediglich für die Vergabe eines ersten und eines zweiten Preises, ein dritter Preis wurde nicht vergeben. Mit dem Büro Ohlmeier Architekten aus Kassel gewann ein Teilnehmer den ersten Preis, der nach Ansicht der Preisrichter mit „wenigen, transparenten Eingriffen“ die Erlebbarkeit des ovalen Kirchenraums beibehalte. Die Verfasser präsentieren einen rechteckigen, eingestellten Gemeinderaum, rücken den Altarraum näher an den Eingang und verkleinern so den eigentlichen Kirchenraum. Die Preisrichter lobten, dass der Entwurf die farbigen Betonglasfenster einbeziehe und sowohl die Akustik des Raumes als auch die markante Außenansicht der Kirche erhalte.
Der zweitplatzierte Entwurf von trapp wagner Architekten und Ingenieure aus Hünfeld sieht den teilweisen Einbau einer zweiten Ebene vor. Darin sahen die Preisrichter eine „architektonisch spannende Lösung“ mit einer „gestalterisch und räumlich hohen Qualität“. Der untere Bereich soll als Kirchenraum genutzt werden, der obere als Gemeinderaum dienen. Die Kirchenfenster blieben freigestellt, jedoch werde ihre Wirkung wie auch die Raumakustik durch die Teilung des Raumes in zwei Ebenen eingeschränkt, so die Preisrichter. 
Beiden Entwürfen attestierte das Preisgericht Wirtschaftlichkeit und eine aus denkmalpflegerischer Sicht gute Umsetzbarkeit. Die eindeutige Rangfolge begründeten die Preisrichter damit, dass die erstplatzierte Arbeit nur geringe Eingriffe vorsehe und zudem den ursprünglichen Charakter des Innenraumes wahre. Sie bewerteten positiv, dass der Gemeinderaum teilweise dem Kirchenraum zugeschaltet werden kann, empfahlen jedoch für den Fall der Beauftragung, die Neuordnung der für die Aufgaben des Pfarrheimes genutzten Räume sowie die Aufwertung der Eingangssituation von außen zu diesen Räumen.
Auch wenn die Preisrichter eine eindeutige Rangfolge aussprachen – bevor die endgültige Entscheidung für einen Entwurf fällt, sollen zunächst noch Ideen der Gemeinde einfließen. Die Realisierung des Kirchenumbaus ist für 2013 angestrebt.
Katja Klenz