Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Baukastensystem für den Neubau von ca. 10 Kindertagesstätten, Frankfurt/Main

Preisträger

Preis: Birk und Heilmeyer, Stuttgart

€ 8.000

Liza Heilmeyer, Stephan Birk
Mitarbeit: Hanna Weber, Felix Fritz, Elke Groppe
Fachberater: Studio Grijsbach, Suzanne Grijsbach, Bergisch Gladbach (Landschaftsplanung)
Solites, Dirk Mangold, Stuttgart (Energiekonzept)
TOP Brandschutz Ingenieur Gesellschaft mbH, Lilly Wedler, Stuttgart (Brandschutz)

Preis: MGF Architekten GmbH, Stuttgart

€ 8.000

Jan Kliebe
Mitarbeit: Susanne Kliebe, Jonathan Zimmermann

Preis: raum-z gmbh architekten, Darmstadt

€ 8.000

Prof. Thomas Zimmermann
Mitarbeit: Tanja Roncevic, Lukas Hundhausen

Preis: TM-ES ARGE, Berlin

€ 8.000

Doreen Ebert, Alejandro Tomás- Roldán
Mitarbeit: Dana Matschek, Henning Gultom
Fachberater: Kai Rentrop (Energieberatung)
Christian Leibenatus (Brandschutz)

Preis: wahrer barkowsky architekten, Köln

€ 8.000

Kerstin Wahrer, Jens Barkowski

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifiziertem Auswahlverfahren.
Preisgerichtssitzung 27.08.2009
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt / Main
Betreuung haupt . freie architekten, Frankfurt / Main
Preisrichter Dr. Hans Jürgen Pritzl, Prof. Carlo Weber (Vorsitz), Prof. Dietmar Eberle, Prof. Peter Cheret, Marcus Dreisbusch, Prof. Heribert Gies, Heike Appel, Ursula Scheuring, Dorothea Schneeweiss

Kitas mit System
Gleich fünf Sieger bei Wettbewerb um Ideen für ein Baukastenprinzip

Bei Sporthallen hat es Frankfurt schon praktiziert, nun kommt es für Kindertagesstätten: das Baukastenprinzip. Über 30 Kitas sollen in den nächsten Jahren gebaut werden. Der Grund: Mehr Kinder in Frankfurt sowie gesetzliche Vorgaben der Bundesregierung, was Betreuungsplätze insbesondere für unter Dreijährige anbelangt.

Auch wenn man bei Neubauten auf lokale Besonderheiten Rücksicht nimmt, so muss man das Rad doch nicht jedes Mal neu erfinden. Insofern soll das modulare Prinzip – Stichwort Vorfertigung – sparen helfen, soll Nachhaltigkeit fördern und mit Passivhausstandards zukunftsfähig sein. Um eine Art Blaupause zur Verfügung zu haben, die jeweils mit den unterschiedlichen pädagogischen, organisatorischen, technischen und städtebaulichen Faktoren korrespondieren kann, haben Magistrat, Schulamt und Hochbauamt der Stadt Frankfurt einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb ausgelobt. An drei verschiedenen Musterstandorten sollte ein Prinzip durchexerziert werden. Nicht unbedingt die einfachste Aufgabe für die Architekten. Aber 23 Arbeiten wurden eingereicht. Und weil sich darunter so viele gute Entwürfe befanden, standen am Ende statt nur eines Preisträgers fünf gleichwertige Preisträger fest.

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Carlo Weber zeichnete folgende Büros aus: Birk und Heilmeyer, Stuttgart, MGF Architekten GmbH, Stuttgart, Preis raum-z gmbh architekten, Darmstadt, TM-ES ARGE, Berlin, sowie wahrer barkowsky architekten, Köln.

Die Stärken von Birk und Heil: Ihre Typologie entwickelt sich aus dem Zentralbau mit einer über zwei Geschosse offenen Halle in der Mitte, von der sich alle Raumgruppen erschließen. Auch auf anderen potenziellen Baugebieten würde er nichts von seiner Kompaktheit einbüßen müssen, an allen drei Standorten ermöglicht letztere zudem große Außenflächen.

MGF Architekten konzentrieren sich ganz auf das Baukastensystem: Sie schlagen Grundmodule auf Holzzellenbauweise vor, aus denen sich zwei unterschiedlich breite Volumen entwickeln, die dann je nach Umgebung angeordnet und durch ein lineares, die Infrastruktur beinhaltendes Einzelteil verknüpft werden. Den Preisrcihtern gefielen vor allem die kubische Qualität und die sensible Lichtführung.

TM-ES setzen auf einen zweigeschossigen, rechteckigen Baukörper, der durch Einschnitte und Höfe aufgelockert wird. Anklang fanden vor allem der gut zentrierte Eingangsbereich, eine Mehrzweckhalle mit guten Sichtbeziehungen, ein zweigeschossig eingeschnittener Grünraum und die Überlegung, jedem Gruppenbereich eine Terrasse zuzuordnen. Die Gruppenräume können gestalterisch sehr charakteristisch versetzt übereinander gestapelt werden.

Preis raum-z GmbH architekten konzipieren ebenfalls einen lang gezogenen, linear strukturierten Baukörper, der sich an unterschiedlichen Standorten bewähren kann. Der Hauptzugang gliedert den Bau in einen öffentlichen Bereich mit Mehrzweckraum und Küche einerseits und die Gruppenbereiche andererseits. Letztere bilden Module, was eine gute Altersdifferenzierung ermöglicht.

Und schließlich wahrer barkowsky architekten, die auf einem quadratischen Grundriss mit großzügig verglasten Fassaden aufbauen. Die Nutzungsmöglichkeiten im Inneren sind vielfältig, Kommunikation ist einfach möglich, der Außenbereich fällt groß aus. Sowohl Typisierung als auch Vorfertigung lassen eine hohe Flexibilität erwarten.

Welche Kita-Typen nun genau genommen werden bzw. wie oft, steht noch nicht fest. In jedem Fall aber ist die Bandbreite groß genug, damit die Kitas, die zum Teil ja auch nicht allzu weit voneinander entstehen werden, nicht stereotyp im Stadtbild wirken.