Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

„Ins Schwarze getroffen!“

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) begrüßt ausdrücklich das Ergebnis des Architektenwettbewerbs für die Frankfurter Kleinmarkthalle und gratuliert der Stadt zu dem sehr guten Wettbewerbsergebnis! Dass dieser Wettbewerb keine einfache Aufgabe stellte, zeigt die vorausgegangene, lange Diskussion. Es freut uns als Vertreterin des Berufsstands, dass Architekten, die mit ihren Bei­trägen eine Vielzahl an Lösungsmöglich­keiten aufzeigen, von der Stadt Frankfurt als Ideengeber und Problemlöser gesehen werden.

Die Vielfältigkeit der Wettbewerbsaufgabe – Instandsetzung, behutsame Erneuerung, mögli­che Erweiterung, städtebauliche Vernetzung, etc. – begründete die Auslobung des Reali­sie­rungswettbewerbes. Ob für diesen Wettbe­werb 30, 40 oder (wie geschehen) 50 Teilnehmer ausgewählt wur­den, spielt keine entschei­dende Rolle. Wichtig war auch hier, dass der Teilnehmerkreis groß genug bemessen wurde und so neben den etablierten auch klei­nere und junge Büros die Chance be­kamen, ihren Beitrag zu leisten.
Zum Hintergrund:
In der Aufgabenstellung zum Wettbewerb hieß es: „Der authentische Charakter der Halle ist we­sentlicher Be­stand­teil der Beliebtheit dieser Institution Kleinmarkthalle. Der Erhalt dieser Atmo­sphäre muss auch nach Umbau der Halle sichergestellt werden“. Neben der behutsamen Sa­nierung ging es aber auch um eine umfassende städtebauliche Aufwertung des Areals. Zur Siegerarbeit vermerkt das Preisgerichtsprotokoll: „Der Beitrag überzeugt sowohl in der vorge­schlagenen städtebaulichen Neuordnung des Quartiers, als auch in der erreichten Aufwertung der öffentlichen Räume. Die Umbaumaßnahmen in der Halle sind sehr zurückhaltend vorge­nommen worden und stützen die vorhandene Atmosphäre des Innenraums. Die vorgeschla­gene Ergänzung ist behutsam erfolgt und respektiert in großen Teilen den unverkennbaren Charakter der Kleinmarkthalle.“


Wettbewerbe stellen gerade bei vielschichtigen und auch politisch kontrovers geführten Diskussi­onen einer Bauaufgabe ein sinnvolles Verfahren dar. So kann eine größere Anzahl von Vorschlägen einen wichtigen Beitrag zur weiteren Lösungsfindung leisten. Eine Chance für das Projekt besteht gerade darin, dass viele Entwürfe ein Spektrum an vorher eben nicht ins Kalkül gezogenen Konzepten zeigen.

„Architekturwettbewerbe sind eine Voraussetzung für gelungenen Städtebau“ war Anfang dieser Woche im Feuilleton einer großen deutschen Tageszeitung zu lesen.Architekturwettbewerbe können auch eine Voraussetzung für die angemessene Lösung kleiner und dennoch besonders wichtiger Bauaufgaben einer Stadt sein. Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs für die Frankfurter Kleinmarkthalle zeigt dies nachdrücklich; eine Nachahmung für andere Bauaufgaben ist erwünscht.

(Christof Bodenbach, AKH)

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