Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen fordert Architektenwettbewerb für das Hotel am Schloss

Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass sich der potenzielle Bauplatz an einer der prominentesten und exponiertesten Orte in Darmstadt befindet. Das Grundstück grenzt auf der einen Seite an die denkmalgeschützte „Krone“, einst Gast­haus und heute Veranstaltungsort für Theater und Konzerte, sowie auf der anderen Seite an ein unter Ensembleschutz stehendes Gebäude am Marktplatz. In unmittelbarer Nähe liegen Darmstadts Resi­denzschloss sowie das Wissenschafts- und Kongresszentrum. Nicht weit vom aktuell zu bebauenden Grundstück befindet sich das ebenfalls vom Bauverein errichtete Welcome-Hotel.

Die Kammer hat zunächst das Gespräch mit der Bauverein AG gesucht, um diesen zur Auslobung eines Wettbewerbs nach anerkannten Regeln zu bewegen, um auf diese Weise eine dem Standort architektonisch angemessene und qualitativ hochwertige Lösung zu finden. Die AKH hat zur Kenntnis genommen, dass der Bauverein ein solches Verfahren als wenig geeignet betrachtet und bereits den Archi­tekten direkt beauftragt hat, der auch das Welcome-Hotel auf dem Karolinen-Platz entwickelt hat. Die Auffassung des Vorstandsvorsitzenden des Bauvereins, Dr. Hans-Jürgen Braun, dass - neben anderen Zwängen - die Vorgaben der Denkmalpflege für den Neubau – u.a. die Einhaltung der Trauf­höhe sowie die Orientierung am Fensterras­ter der benachbarten Marktplatzbebauung – ließen kaum Möglichkeiten einer kreativen, variantenrei­chen Gestaltung zu, wird von der Architekten- und Stadtpla­nerkammer nicht geteilt. Besonders angesichts der Vielzahl von hochqualifizierten ebenfalls ortsansäs­sigen Architekturbüros, die sicher gerne das Ge­genteil beweisen würden. Zudem bietet ein geregeltes Wettbewerbsverfahren die Gelegenheit, durch überzeugende Vorschläge und gute Kon­zepte Lösun­gen und Spielräume mit dem Denkmalschutz auszuloten. Darüber hinaus erhielte der bis­her bevor­zugte Architekt die Gelegenheit, sich im Wettstreit mit den Kollegen zu beweisen und seinen Entwurf einer objektiven Überprüfung durch ein kompetentes Preisgericht zu unterziehen.

Gestärkt sieht sich die Kammer in ihrer Position durch das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesba­den. Dieses empfiehlt ebenfalls einen Architektenwettbewerb für diese für Darmstadt besonders wich­tige Bauauf­gabe an exponierter Stelle, um einen Neubau zu erhalten, der sich „in seiner architektoni­schen Qualität an der historischen Umgebung messen lasse.“ Denn nur ein Architekten­wettbewerb kann leisten, was der Bauverein für sich selbst in Anspruch nimmt: ein Verfahren durchzuführen, dass „Qualität sichert und Transparenz garantiert“. Darmstadt bietet hier ein geradezu außergewöhnliches Potenzial: Die Dichte an Architekturbüros, darunter zahlreiche besonders renommierte und erfolgrei­che, ist deutschlandweit einzigartig.

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