Vergabe + Wettbewerbe
DAB 09-10: "Neubau Rathaus Neu-Anspach" - Ein Artikel von Klaus Hoffmann, Bürgermeister von Neu-Anspach
War das aber wirklich zu verantworten? Das „Rathaus“ in der Kommune besteht aus drei einzelnen Gebäuden. Die Immobilie in der Bahnhofstrasse 26 wurde 1952 als Postgebäude mit Wohnungen errichtet, die Hausnummer 27 im Jahre 1956 als Bankgebäude mit Wohnungen und von dem Gebäude Bahnhofstrasse 28 weiß man nur, dass es zwischen 1900 und 1910 erbaut worden ist. Der Zahn der Zeit hat an allen Objekten genagt und keins der drei Bauwerke - in dem 45 Verwaltungsmitarbeiter arbeiten - entspricht den heutigen bautechnischen Anforderungen.
Die Zurückhaltung einiger Politiker war durch die so genannte Entwicklungsmaßnahme bedingt, die vor 30 Jahren initiiert wurde und Neu-Anspach zu einem Siedlungsschwerpunkt im Rhein-Main machte. Im Verlauf der Jahre hatten sich rund 10.000 neue Bürger in Neu-Anspach angesiedelt. Für viele Verantwortliche waren daher infrastrukturelle Maßnahmen wie Straßen, Spielplätze, Kindergärten, Horte sowie weitere soziale Einrichtungen (Bürgerhaus, Bücherei, Feuerwehr) wichtiger als ein Rathaus.
Im Jahre 2007 kam uns der Zufall zur Hilfe und Bewegung in das Thema „Neues Rathaus“. In einer zentral gelegenen Einkaufsstätte, dem „Feldberg-Center“, mit Supermarkt, Reinigung, Bäckerei, Cafe etc. wurde uns eine Etage mit rund 1.100 Quadratmetern zur Miete angeboten. Da die wirtschaftliche Situation des Einkaufs-Centers nicht allzu rosig war, der Stadt aber am Erhalt dieser Einkaufsmöglichkeit lag, erhielt ich grünes Licht für entsprechende Verhandlungen. Im Laufe der politischen Diskussionen und Planungen wurde aber bald überlegt, ob ein Neubau nicht sinnvoller wäre, da das angebotene Mietobjekt schon 30 Jahre alt sei. Mit finanzieller Unterstützung des PPP Kompetenzzentrums der Landesregierung ließen wir Anfang 2008 eine Machbarkeitsstudie für ein PPP-Projekt „Neubau des Rathauses“ erstellen.
Obwohl sich die Erstellung des Verwaltungsgebäudes als PPP Modell als wirtschaftlich erwies, votierte das Parlament anders. Nach eingehenden Diskussionen in den Fachgremien beschloss das Gremium im Herbst 2009 den Neubau und beauftragte Magistrat und Verwaltung mit der Realisierung. Mit Unterstützung des langjährigen Entwicklungsträgers, der Nassauische Heimstätte / NH Projektstadt, Frankfurt und MAS Meckel Architekten/Sachverständige, Frankfurt, wurde ein Architektenwettbewerb „Neues Rathaus“ ausgearbeitet. Das Gremium nahm auch die Vorprüfung vor.
Die Sitzung des Preisgerichts leitete Prof. Gronert aus Frankfurt. Weitere Fachpreisrichter waren: Prof. Annett-Maud Joppien, Frankfurt/Wuppertal und Prof. Nikolaus Kränzle, Frankfurt. Als Sachpreisrichter nahmen Dr. Kurt Rauschnabel, HMWVL, Wiesbaden und Bürgermeister Klaus Hoffmann, Neu-Anspach, teil. Außerdem war je ein nicht stimmberechtigter Stellvertreter aus den Neu-Anspacher Fraktionen anwesend.
Von den 22 aufgeforderten Wettbewerbsteilnehmern hatten 19 ihre Arbeiten abgegeben. Nach mehrstündigen Beratungen stand der Sieger einstimmig fest. Besonders erfreulich war, dass neben den Fach- und Sachpreisrichtern auch die Vertreter der fünf Fraktionen einstimmig für den 1. Platz votierten. Das gab Hoffnung, längere Diskussion um die grundsätzliche Form des Neuen Rathauses im Stadtparlament zu vermeiden.
In der Stadtverordnetenversammlung am 21. Juni 2010 wurde die Umsetzung des Neubaues auf der Grundlage des Planvorentwurfes des 1. Preisträgers „Drei Architekten „ aus Stuttgart einstimmig und ohne große Diskussionen beschlossen.
Klaus Hoffmann, Bürgermeister
Architektensuche
Finden Sie für Ihr Bauvorhaben |
