Vergabe + Wettbewerbe
DAB 03-11: Wettbewerb Clariant Innovation Center, Industriepark FfM-Höchst
Kommunikative Atmosphäre unterstützt kreative Arbeitsprozesse
Nach Jahren der Restrukturierung und Konsolidierung setzt das Schweizer Spezialchemieunternehmen Clariant wieder auf profitables Wachstum, konzentriert seine weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Frankfurt und investiert mehr als 50 Millionen Euro in den Neubau des Clariant Innovation Center. Rund 500 Arbeitsplätze sollen auf einer Bruttogeschossfläche von ca. 26.500 Quadratmetern bis Ende 2012 am Standort Industriepark Frankfurt-Höchst geschaffen werden. Die Geschäftsleitung der Clariant AG hatte sich nach intensiver Beratung durch das Wettbewerbsreferat der Architekten-und Stadtplanerkammer Hessen überzeugen lassen, für eine solch richtungsweisende Bauaufgabe einen Architektenwettbewerb nach der RPW 2008 auszuschreiben. Sie entschied sich damit gegen eine Mehrfachbeauftragung der Vorentwurfsphase, da das Wettbewerbsverfahren den kostengünstigsten Weg bot, aus verschiedensten Entwürfen den für Clariant besten auszuwählen.
Mit professioneller Unterstützung durch das Büro BÄUMLE Architekten I Stadtplaner aus Darmstadt wurde im Zeitraum von nur 8 Wochen ein Realisierungswettbewerb mit 11 vorab ausgewählten Teilnehmern durchgeführt. Das Preisgericht tagte am 1. Dezember 2010 unter Vorsitz von Kai Bierich aus Stuttgart in Basel. Als weitere Fachpreisrichter konnten Monika Weber-Pahl aus Darmstadt und Prof. Bernd Kogel aus Karlsruhe gewonnen werden. Ein besonderes Erlebnis war es für die ‚Hausarchitekten’, Jens Rasche vom Standortbetreiber InfraServ und Helmut Müller von Clariant, in diesem Gremium mitzuwirken. Die Sachpreisrichter Dr. Christian Kohlpaintner, Mitglied des Executive Commitee von Clariant, und Dr. Martin Vollmer, Chief Technology Officer von Clariant, sowie Dr. Roland Mohr von InfraServ waren begeistert über die Möglichkeit in einem strukturierten und moderierten Prozess innerhalb eines Tages aus einer Vielzahl verschiedenster Architektenentwürfe die ideale Lösung zu finden. Das Preisgericht wog zunächst unter Berücksichtigung funktionaler und wirtschaftlicher Aspekte die Stärken und Schwächen der einzelnen Arbeiten ab und fand in der anschliessenden intensiven Diskussion schnell die für Clariant beste Lösung.
Am 15.Dezember 2010 präsentierte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Clariant, Dr. Hariolf Kottmann, in einer Pressekonferenz im ehemaligen technischen Verwaltungsgebäude der Hoechst AG (Behrensbau) das Wettbewerbsergebnis :
Der Entwurf der Wettbewerbssieger, HPP Architekten, Düsseldorf, besticht mit seiner aus dem städtebaulichen Kontext und dem Corporate Gedanken abgeleiteten Bauform: nach Außen kubisch und kristallin, im Inneren organisch und offen. Die städtebauliche Disposition dreier Baukörper mit verschränkten Funktionsringen aus Labor- und Büroeinheiten, die jeweils über offene Kommunikationsbrücken verbunden sind, stellt eine ideale Umsetzung der im Auslobungstext geforderten kommunikativen und kreativen Arbeitsatmosphäre dar.
Dem Prinzip eines römischen Castrums folgend ist die Anlage des 2. Preisträger, Dietz Joppien Architekten aus Frankfurt, als eine Großform in der Geometrie eines annähernd quadratischen Rahmen konzipiert.
Für die Architekturplastik einer sich spiralförmig um eine überdachte Halle in die Höhe schraubenden Gebäudehelix wurden Henn Architekten aus München mit dem dritten Preis ausgezeichnet.
Clariant konnte durch den Wettbewerb das erhoffte Ergebnis erzielen: eine Architektur, die die Unternehmensphilosophie nach Außen repräsentiert und im Innern ideale Arbeitsbedingungen schafft.
Das Drehbuch ‚Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2008’ war plausibel geschrieben, die Regieführung bei dem von Clariant beauftragten Wettbewerbsbetreuer in den richtigen Händen und die Besetzung des Preisgerichts überzeugend. Am Ende sind wir um viele Erkenntnisse reicher und haben in einem transparenten Verfahren den geeigneten Planungspartner gefunden, der uns erst mit seiner Kreativität und jetzt mit seiner Professionalität überzeugt.
Schließlich profitiert Clariant auch von dem zuvor nicht absehbaren immensen Werbeeffekt, der durch das Verfahren entstanden ist: Die Auswahl der Teilnehmer und der Preisrichter, das Kolloquium, verschiedenste Mitteilungen in Tages- und Fachpresse und die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten erzeugten eine für das Unternehmen höchst willkommene Wirkung in der Öffentlichkeit.
Helmut Müller, Architekt, Clariant Produkte (Deutschland) GmbH
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