Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vorbildliche Bauten in Hessen

Einbauten Immanuelkirche, Kassel

Aus der Begründung der Jury:
Es ist eine Problemstellung, die in der heutigen Zeit auf viele Kirchen zutrifft: die Sakralräume sind zu groß und Räume für die Gemeindearbeit fehlen. So auch bei der von Olaf Andreas Gulbransson entworfenen und 1963 posthum fertiggestellten Immanuelkirche in Kassel. Die architektonische Antwort, die die Architekten geben, ist überzeugend. In den Raum werden zwei Kabinette für die Projekt- und Gemeindearbeit eingestellt, die geschickt auf die Zeltarchitektur des Gesamtraumes reagieren und durch ihre geknickten Wände die Faltung des Daches aufgreifen. Sie sind transparent gestaltet mit einer vertikalen Lamellenstruktur aus Glas und Eichenlamellen, die mit der Materialität des ursprünglichen Raumkonzepts korrespondieren. Im Inneren sind die Lamellen stählern, was den eher profanen Charakter von Arbeits- und Projekträumen unterstreicht. Durch die Leichtigkeit des Abschlusses bleibt der gesamte Raum spürbar, gleichzeitig entsteht durch die Lamellen im Zusammenhang mit den dahinter liegenden Strukturglasfenstern ein interessantes Spiel von Licht und Schatten. Für größere Gottesdienste lassen sich die Wände zur Seite falten, sodass ein zusammenhängender Kirchenraum entsteht.

Den Architekten gelingt es, die neuen Nutzungsanforderungen in einem selbstverständlichen, das bestehende Raumgefüge geschickt nutzenden Konzept umzusetzen und damit die Architektur Olaf Andreas Gulbranssons an heutige Bedürfnisse zu adaptieren, ohne dass ihr einzigartiger Charakter verloren geht.

Auszeichnung: Einbauten

Foto: Monika Nikolic, Kassel

Verfasser
ATELIER 30 Architekten GmbH, Kassel

Bauherr
Evangelischer Stadtkirchenkreis, Kassel

 

 

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