Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Hamburgs Wohnungspolitik von1818 bis 1919

Fritz Schumacher, 1919

 

"Nicht nur lernen wir immer mehr aus Gruppierung, Rhythmus und Formung der Häuserzeile künstlerische Werte zu gewinnen, wir kommen auch, und darin liegt die noch wichtigere Hoffnung, aus den Lebensformen, die einer klaren und gesunden Wohnungspolitik entspringen, zu neuen künstlerischen Aufgaben: die Stätte einer Lebensgemeinschaft zu bilden, ist etwas anderes, wie das Erbauen einer Anzahl beliebiger Einzelwohnungen. Und blickt man weiter, so können sich aus der Verkörperung des Gemeinschaftswillens architektonische Gebilde gesteigerter Art ergeben. Denkt man sich die Dinge, die der Lebensnotdurft eines Menschenkreises dienen: Schule, - Schwimmbad,- Spielplatz, - Bücherhalle, - Versammlungsraum - zu einem einheitlichen organischen Gefüge zusammengehalten, so kann man sich ohne den Rahmen des Realen zu sprengen gesteigerte Wirkungen vorstellen, die zu großen beherrschenden Eindrücken zu werden vermögen. Was frühere Zeiten nur in Stein auszudrücken pflegten, und in lhren Domen verkörperten, die allem Leben, dem alltäglichen und dem feierlichen, den Mittelpunkt gaben, das werden wir heute in einer Vereinigung von baukünstlerischen und gartenkünstlerischen Eindrücken auszusprechen haben, die nicht weniger formaler und kultureller Mittelpunkt einer Lebensgemeinschaft werden können.“

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Fritz Schumacher: Hamburgs Wohnungspolitik von 1818 bis 1919. Hamburg 1919, S. 73

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