Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Arbeitsaufgaben

  • Das Recht auf eine menschenwürdige Wohnung war in der Weimarer Verfassung festgeschrieben – zumindest als Absicht (Buch S. 69). Recherchieren Sie die Bestimmungen, die in der heutigen Gesetzgebung (vom Grundgesetz bis zum Baugesetzbuch) dem entsprechen.

  • Diskutieren Sie:
    In dem Text von Mechthild Stratmann zur Wohnungsbaupolitik in der Weimarer Republik (Buch S. 70) wird der Zusammenhang zwischen Miete, staatlicher Förderung und Wohnungsstandard diskutiert. Wenn man annimmt, dass der Anteil der Miete an den Einkommen gleich bleibt: An welchen Komponenten der Wohnungsproduktion kann man sparen? Und wer hat die Macht, das durch zu setzen?

  • Vergleichen Sie stichwortartig die Wohnsituation, wie sie von Adelheid von Saldern beschrieben wurde, mit der, wie sie aus den Dokumenten zum Wohnen im 19. Jahrhundert
    - die proletarische Kultur der Armut (Buch S. 66 f)
    - den sozialen Sprengstoff dieser Wohnbedingungen (Buch S. 67)
    hervorgeht. Wo lagen die Unterschiede im Selbstverständnis der Wohnenden und in ihrem Verhältnis zu ihrer Wohnung?

  • Adelheid von Saldern weist darauf hin, dass sowohl Wohnungsplaner wie auch Architekten die Bewohner als „Objekt“ sahen, dass sie sie „erziehen“ wollten zu einer bestimmten Vorstellung vom Wohnen. Kann man derartige Absichten in der Ästhetik der Bauten ablesen? Wie ist die Absicht zu bewerten, unter dem Aspekt, dass die Bewohner meist aus den Mietskasernen des 19. Jahrhunderts kamen?

  • (Aufgabe für die ganze Klasse, die zu verschiedenen Themen in Gruppen aufgeteilt wird):

    Recherchieren Sie, ob es größere Siedlungen der 1920 er Jahre in Ihrer Umgebung gibt! Fotografieren Sie sie und montieren Sie sie im Gegensatz zu einem Quartier des 19. Jahrhunderts! Worin bestehen die Unterschiede (gemeint sind ausdrücklich nicht nur die architektonisch-ästhetischen!)? Führen Sie Interviews mit Menschen, die schon lange in den jeweiligen Quartieren wohnen: Was haben sie in ihrer Wohnung gesehen, wie haben sie sie erlebt? Wie das Quartier? Wie hat sich das verändert?

  • Der soziale (d.h. vom Staat finanziell geförderte) Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts war – zum ersten Mal in der Geschichte – der Versuch, das „Recht auf Wohnung“ für alle auch praktisch durchzusetzen; er war „gebaute Demokratie“. Seine architektonischen Ergebnisse (wie die Trabantenstädte der 1970er Jahre oder der industrielle Wohnungsbau der DDR) werden heute häufig negativ bewertet. Sollte man sie dennoch schützen?

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