Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Wirtschaftliche Gründe für mittelalterliche Stadtgründungen

Hans Planitz, 1997

 

„Hier in Lübeck aber kam es ihm (Heinrich d. Löwen; Anm. d. Verf.) darauf an, die erste Fernhändlerschicht Deutschlands heranzuziehen. Hier in Lübeck konnte der Fernhandel mit Skandinavien und Russland sein Zentrum finden. Das sah Heinrich der Löwe, und das sahen rheinisch-westfälischen Kaufleute, die schon bisher in Schleswig und im alten Lübeck und in der Löwenstadt gesessen hatten und jetzt darauf vertrauten, dass unter der Führung und dem Schutze eines so großen Herzogs ihr Handel erst recht aufblühen werde. Denn er konnte für den Nordosten geradezu als Vertreter des Kaisers erscheinen. Diese Handelskreise heranzuziehen war Heinrichs Ziel, und er wusste, dass er es nur erreichen werde durch Gewährung und Weiterausbau aller der Vorrechte, die diese Kaufleute in ihren westdeutschen Städten bereits genossen hatten. (...) Darum baute er ihnen einen Markt, wie er für spätere Zeiten noch Vorbild geworden ist, legte die Wohnsiedlung der Fernkaufleute in die nächste Nähe des Fernhandelshafens und errichtete diesen zweckmäßig am Unterlauf der Trave. (...) Den lübischen Kaufleuten gewährte er Zoll- und Abgabenfreiheit im ganzen Herzogtum Sachsen und bestätigte ihnen die Vorrechte der Kaufleute, die Abschaffung der Gefahr im Rechtsgang, den Schutz des erbenlosen Nachlasses. Auch den Handel der fremden Ostseekaufleute förderte er mit zahlreichen Privilegien.“

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Aus: Hans Planitz: Die deutsche Stadt im Mittelalter. VMA Verlag Wiesbaden 1997, S. 142

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