Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Dreißig Jahre Industriedenkmalpflege in Deutschland

„So war es schon beeindruckend, dass ABM-Kräfte des Konservatoramtes bereits vier Wochen nach der Aufnahme der Völklinger Hütte in die Denkmalliste die Anlage geradezu ‚besetzten' und dafür sorgten, dass der Bereich der Roheisenerzeugung auf einem Terrain von ca. 7 Hektar einschließlich der Maschinen und aller Zeugnisse menschlichen Arbeitens zunächst unverändert gesichert wurde. Drei Jahre nachdem die Hochöfen am 6. Juli 1986 ‚ausgeblasen’ wurden, flossen erste Mittel der EU aus dem Fonds DGX 10 und des Saarlandes zur Reparatur des einsturzgefährdeten Daches der Gebläsehalle. Zur gleichen Zeit wurde die Handwerkergasse als Dependance der Hochschule der Bildenden Künste Saar eingerichtet - eine wichtige soziale Kontrolle des damals noch weitgehend ungenutzten Komplexes. So wurde die Alte Völklinger Hütte zum Zentrum der wissenschaftlichen und praktischen Feldarbeit des Staatlichen Konservatoramtes für mehr als 10 Jahre - zunächst mit der SAARSTAHL AG, dann in einer ‚Hüttenbauhütte’, einem freiwilligen Zusammenschluss der für die Unterhaltung der Hütte zuständigen Unternehmen und staatlichen Stellen (Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung (GBQ) und Staatliches Konservatoramt). Aus dieser Zeit stammen die Begriffe ‚Kontrollierte Industrieruine’ und ‚Kontrollierter Verfall als ein mögliches Denkmal-‚Pflege’ -Konzept. Die denkmalpflegerische Arbeit gipfelte (...) 1994 in der Eintragung der Völklinger Hütte in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO als einem der weltweit ersten Technischen Denkmäler in Mitteleuropa.“

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Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz (Hrsg.): Denkmalschutz Informationen. Sonderausgabe Okt. 2002: Dreißig Jahre Industriedenkmalpflege in Deutschland, S. 101 f

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