Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Zur Errichtung des Hamburger Freihafens

Nach der Reichsgründung von 1871 blieb Hamburg zunächst Zollausland gegenüber dem Binnenland; das gesamte Stadtgebiet war praktisch „Freihafen“, was den Umschlag von Waren und deren Verteilung wesentlich erleichterte, da nicht lästige Zollformalitäten erledigt werden mussten. Im Zuge der wachsenden Tendenz des Reiches zu Schutzzöllen für die eigene Industrie aber war dieser Status für die Reichsregierung nicht tolerabel. Aus diesem Grunde drängte Bismarck die Stadt dazu, dem Zollverbund beizutreten.

Der Kern des zwischen dem Reich und Hamburg geschlossenen Kompromisses war die bis heute bestehende Einrichtung eines „Freihafens“, eines Gebietes, das gegenüber der Stadt und Reich Zollausland blieb. Das hatte zur Folge, dass ein zusammenhängendes Gebiet von Lagerflächen innerhalb des Freihafens angelegt werden musste – die „Speicherstadt“. In einem Nebenprotokoll der Vereinbarung zwischen Hamburg und dem Deutschen Reich wurde beschlossen (1881):

„... die Herstellung eines Wasserweges von genügender Breite und Tiefe, um auch zur Ebbezeit fahrbar zu bleiben, behufs Verbindung der Ober-Elbe mit der Nieder-Elbe im Zollgebiet durch Verbreiterung und Austiefung des Oberhafencanals und des Fleethzuges vom Oberhafen nach dem Binnenhafen, einschließlich der Expropriationskosten und einer Quaistrasse; die Ausführung der erforderlichen Zolleinrichtungen; die Expropriationen und Anlagen, um genügenden Raum für den Verkehr in der Nähe der Zollgrenze und der Zollabfertigungsstellen zu schaffen; die Umgestaltung der Hafenanlagen am rechten Elbufer, einschließlich der Herstellung der erforderlichen neuen Quais und Lagerhäuser (Speicher); die Herstellung neuer Hafenanlagen am linken Elbufer zum Ersatz für die an verschiedenen Stellen in Wegfall kommenden Liegeplätze für Seeschiffe nebst den erforderlichen Eisenbahnanlagen daselbst, sowie die sonstigen im südlichen Freihafenbezirk vorzunehmenden Einrichtungen und Expropriationen; die Herstellung neuer Liegeplätze für Elbkähne und sonstige Flussfahrzeuge.“

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Aus dem Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Freien und Hansestadt Hamburg 1881, zitiert nach: Gert Kähler: HafenCity Hamburg Spuren der Geschichte. Hamburg 2001, S. 33

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