Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Standortvorteile brachfallender Hafenindustrieflächen

Volkwin Marg, 1989

 

„Zu schlechte Verkehrsanschlüsse an Autobahn und Eisenbahn, zu flache Hafenbecken für immer größer gewordene Schiffe und zu kleine Operationsflächen für den mechanisierten Containerumschlag an den Kais machen die seit dem Mittelalter im Weichbild der Städte gewachsenen Hafenbecken für modernen Güterumschlag unbrauchbar - auch in Hamburg.

40 Jahre nach dem Beginn des Nachkriegs-Wiederaufbaus bietet sich heute durch die Veränderung der Hafenstruktur erneut eine epochale Chance, einst verpasste Möglichkeiten des Stadtumbaus jetzt besser zu nutzen und endlich das ‚Antlitz der Stadt der Eibe zuzuwenden’.

Die im Vergleich zu anderen internationalen Hafenstädten gegebene zeitliche Verzögerung dieser Möglichkeit für den Stadtumbau bietet Hamburg den besonderen Vorteil, aus Fehlern an anderer Stelle zu lernen.

Im Vergleich der im Wandel begriffenen Städte mit Altindustrien fällt eines besonders auf: Städte mit See- oder Flusshäfen in ihrem Weichbild haben einen unersetzlichen topologischen Vorteil gegenüber Städten ohne wesentliche Wasserbelegenheit.

Brachfallende Hafenindustrieflächen haben für Neuansiedlungen einen doppelten Standortvorteil:

  • die reizvolle Lage am unverbaubaren spiegelnden Freiraum Wasser,´
  • die Nähe zum Zentrum der Innenstadt.

Neuansiedlungen für die wachsenden Kommunikations-, Informations- und Dienstleistungsbranchen suchen genau diese Platzvorteile:

  • Attraktivität für Belegschaft und Kunden,
  • Prestige an unverbaubaren Standorten,
  • Citynähe.“

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Volkwin Marg: Hamburgs Chancen und Risiken. Der Architekt 3/89, S. 128

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