Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur macht Schule

Der gestalterische Anspruch

Christian Cay Lorenz Hirschfeld, 1780

 

„Der vollkommene Landschafter erhebt sich über den bloßen Kopisten der Natur; er arbeitet als Künstler, als ein Mann von Überlegung und Geschmack. (...) Er sucht die schönsten, anmutigsten, pikantesten Teile aus den weiten Massen der Landschaft hervor, um daraus eine neues Ganzes zu bilden, das nicht mehr die gewöhnliche Natur ist, ohne deswegen aufzuhören, natürlich zu sein. Er verbessert Anlagen und Gegenstände, ohne ihren Charakter umzuschaffen; verändert sie, ohne sie unkenntlich zu machen. Er erweitert und verengt, setzt hinzu und wirft weg, ohne in Entstellung oder Disharmonie zu verfallen. Sein Werk ist vollendet, und eine neue Natur liegt dem Auge enthüllt; alles ist Wahrheit, und doch ist das Urbild nirgends ganz anzutreffen; alles stellt eine schönere Schöpfung dar, so sehr hat Beobachtung und Genie die einzelnen Teile ausgesucht und gewählt. So auch und nicht minder der Gartenkünstler.“

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Christian Cay Lorenz Hirschfeld, Theorie der Gartenkunst, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1779/80, Hildesheim u. a.: Georg Olms Verlag 1985, Bd. 1, S. 147 ff.

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