Architektur macht Schule
München nach Olympia
Paulhans Peters, 1972
„Der Preis, den die Stadt München und ihre Bürger für die Spiele zahlen werden müssen, ist nicht eine Sache nur von Mark und Pfennig. Die fehlenden Mittel für dringendste Investitionen sind nicht vorhanden und werden auch aus keinem mitleidigen Fonds wie für die Spiele jemals wieder fließen. Es ist noch etwas anderes:
München, dieses wohltuend verschlafene Millionendorf, machte den großen Sprung ins 21. Jahrhundert. Die Bautafeln sagen es: »München wird moderner.« Aber es ist eine Modernität auf Kosten einer Identität, Autos auf Kosten der Innenstadt, Zeltdach auf Kosten einer sinnvollen Universitätsplanung. U-Bahn-Olympialinie auf Kosten der Schulen, Industrieansiedlung auf Kosten der Naherholungsgebiete. Wobei jedes gegen jedes ausgetauscht werden kann. Der Blutdruck dieser Stadt ist durch das Olympiafieber ebenso ungesund hoch wie die Bodenpreise, und beide werden nicht mehr sinken. Was wird mit dieser Stadt geschehen, wenn nicht mehr alle Sportfans der Erde in ihr das Ziel aller Wünsche sehen? Kann man eine Entwicklungsuhr zurückdrehen? Sicher nicht. Die Gefahr, dass München wirklich noch »moderner« wird, ist nicht mehr abzuwenden.“
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Paulhans Peters: Olympia, Olympia. In: Baumeister 8/72, S. 831
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